20.12.2015

JAHRESENDZEITGEDANKEN


Das Jahr neigt sich dem Ende zu, die ersten "Berliner" sind "nach Hause" gefahren und das Jahresend-Party-Gesockse noch nicht eingetroffen - Zeit also, sich einmal über die eigene Endlichkeit Gedanken zu machen. Hat man die Hälfte seines Lebens hinter sich, nähert man sich, wenn man Glück hat, langsam dem Kern seiner Persönlichkeit. Das mag sich für viele spät anhören, was es zweifellos ist, und liegt in der Regel daran, dass die meisten von uns etwas länger brauchen, um sich von ihrer Kindheit zu erholen.

Diese Erholungsphase findet, traurig aber wahr, erst mit dem Tod ihren Abschluss. Sich dabei dem Kern seiner Persönlichkeit zu nähern, stellt man sich vielleicht am besten so vor, dass man versucht, das Päckchen, das ein jeder von uns mit sich rumträgt, irgendwie klein zu kriegen, beispielsweise indem man das, was sich da in dem Päckchen drin befindet, einer Überprüfung unterzieht, und den Ballast, den man nicht braucht, abwirft.

Das strengt an, keine Frage, und Spaß macht es auch nicht, auch das ist wahr. Um ganz ehrlich zu sein, ist es oft ziemlich unangenehm, manchmal regelrecht eklig. Immerhin hat es den Vorteil, dass man, allerdings auch wieder nur wenn man Glück hat, irgendwann nichts mehr mit sich rumträgt, was alleine deswegen wichtig ist, weil man nichts mitnehmen kann.

Text TaxiBerlin

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