15.12.2015

"DAS SAGT TAXIMETROW DAZU ... " (EINE SERIE)


Meine neuen Serie "Das sagt TaxiMetrow dazu ..." ist eine in unregelmäßigen Abständen erscheinende Kolumne des Kollegen TaxiMetrow vom Balkan, genauer gesagt aus der bulgarischen Hauptstadt Sofia, der seit Neuestes auf unseren Straßen unterwegs ist, allerdings als Fahrgastzähler und nicht als Fahrgastbeförderer, aber jeder fängt eben mal klein an.

Dass TaxiMetrow "nur" Fahrgastzähler und kein Fahrgastbeförderer ist, hat zur Folge, dass er weniger Zeit als ein Fahrgastbeförderer zum Nachdenken hat, was daran liegt, dass es mehr Fahrgäste zu Zählen als zu Befördern gibt, das ist leider auch die Wahrheit, weshalb er, TaxiMetrow, der als Mann vom Balkan aber sowieso alles weiß, schneller auf den Punkt kommt, was heute viel zu selten der Fall ist.

Wenn ich sage, dass TaxiMetrow alles weiß, dann meine ich das auch, und nicht, dass er nur denken würde, dass er alles weiß, was zugegebenermaßen weit verbreitet ist heutzutage, aber gar nicht TaxiMetrow sein Ding ist, was wiederum an erster Stelle mit seiner Herkunft vom Balkan zu tun hat, aber auch damit, dass er, wie gesagt, als Fahrgastzähler gar nicht die Zeit zum Denken hat, im Gegensatz zu uns Fahrgastbeförderern

Es war neulich, als ich TaxiMetrow mal wieder traf, auf der Straße, wo sonst, er beim Zählen, ich beim Befördern, genau genommen pausierte ich gerade mal wieder, und zwar zwischen der letzten und der nächsten Beförderung, nicht so TaxiMetrow, der mit den Daumen auf etwas drauf drückte, das er verschlossen, so dass ich es nicht sehen konnte, in seinen Händen hielt, was seine beiden Zählcomputer waren, wie er mir verriet.

TaxiMetrow zählt die Fahrgäste also mit seinen Daumen, weswegen er sprechen kann bei der Arbeit, denken muss er wie gesagt deswegen nicht, weil er sowieso alles weiß, beispielsweise über den Hass, der sich wie jedes Jahr vor Weihnachten breit macht, weswegen Weihnachten auch so gefährlich ist, wie eigentlich alle Familienfeste, aber Weihnachten ganz besonders, weil da alle und alles zusammenkommt, so TaxiMetrow.

Der Hass an sich sei ein ganz normales menschliches Gefühl, meint TaxiMetrow, und den Menschen, die behaupten, ihn nicht zu kennen, ist sowieso nicht zu trauen, die nach außen hin die nettesten sind, sind in Wahrheit die gefährlichsten, deren Mördergruben sind die größten, das sei schon immer so gewesen, das wird auch immer so sein, das ist eben auch menschlich, findet TaxiMetrow.

Gegen den Hass hilft nur eins, da ist sich TaxiMetrow sicher, während seine Daumen zärtlich auf die Zählcomputer drücken, die er in den Fäusten seiner beiden Hände hält, und sie ist auch nicht neu, die Liebe, die heute nur noch "gemacht" wird, wenn überhaupt, obwohl Weihnachten das "Fest der Liebe" heißt, an dem "zu lieben" also eigentlich das wichtigste wäre, das sagt TaxiMetrow dazu ...

Text TaxiMetrow & TaxiBerlin

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen