26.11.2015

VOM SELBSTGESPRÄCH ZUM PODCAST



Hier spricht TaxiBerlin - eine freie Stimme der mobilen Welt

Seit mehr als zwanzig Jahren bin ich nun auf der Straße zu Hause, genauso lange führe ich dort Selbstgespräche, genauer: im Taxi auf ihr. Ich weiß, die meisten rennen in einem solchen Fall zum Arzt oder gar zum Psychologen, aber für viele ist die Straße auch keine Universität, wie für mich. Man kann viel von der Straße lernen, denn die Straße weiß alles, was wichtig ist im Leben. Das ist die Wahrheit.

Am besten lernt man durch Wiederholung, was leider etwas in Vergessenheit geraten ist. Eine Möglichkeit der Wiederholung, wenn nicht sogar die effektivste, ist das Selbstgespräch. Dazu hat man im Taxi mehr als genug Zeit. Aber nicht nur das! Auch Zuhörer finden regelmäßig ins Taxi, und einige wenige taugen sogar dazu, dass aus einem Monolog ein Dialog wird. Aber das ist die Ausnahme.

Unabhängig davon, ob aus dem Monolog ein Dialog wird, ist es an sich keine Überraschung, dass aus einem Selbstgespräch ein Podcast wird. Überraschend ist nur, dass es so lange gedauert hat. Ein Podcast auf Basis eines Selbstgesprächs ist, das dürfte klar sein, frei gesprochen. Es gibt kein Skript, kein Netz und keinen doppelten Boden. Es kommt, wie es kommt, oder es kommt eben nichts. Auch das kommt vor.

Wenn etwas kommt, wie es kommt, heißt das aber nicht, dass es keinen Zusammenhang oder gar keinen Sinn hat. Das nicht! In meinem obigen Podcast beschäftige ich mich mit drei Themen, denen ich mich am vergangenen Wochenende mittels Selbstgespräch von verschiedenen Seiten genähert habe. Wer Geschichten, die mit "Stieg mir gestern einer ein ..." beginnen, sucht, ist hier definitiv verkehrt.

Als erstes beschäftige ich mich in meinem Podcast mit dem Kollegen "Michel", ausgesprochen: "Mischel", weil er Franzose ist, dessen letztes Buch genau am Tag der Pariser Attentate im Januar erschien, und der sich jetzt in einem Zeitungsartikel mit den aktuellen Attentaten vom 13. November auseinandersetzt. Leider ist der Artikel nicht ins Deutsche übersetzt, aber immerhin kommentiert.

Sowohl die Süddeutsche als auch der Stern schreiben, dass "Mischel" pöbeln würde, was wohl heißen soll, dass er ein Pöbel ist, und was ein Vorgeschmack darauf ist, was uns allen bevorsteht, weswegen ich den ersten Teil meines Podcasts "Auch ich - ein Pöbel!" nenne, sozusagen als persönlichen Vorgriff auf das, was da auf uns zukommt.

Der zweite Teil trägt die Überschrift "Ich mache mir Sorgen, Mutti!", wo ich die Frage, die hoffentlich noch erlaubt ist, nach Muttis Plan stelle, den ich nicht finden kann, und der, auch das hoffentlich nicht zuviel verlangt, Muttis "Wir schaffen das!" doch eigentlich folgen müsste, auch um einmal zu wissen, was genau geschafft werden soll.

Der dritte und letzte Teil des Podcasts trägt den Titel "So kann's nicht funktionieren!" oder auch "Das wird nix!", und dreht sich auch um eine Frau, allerdings bei mir im Taxi, wenngleich keine Mutti, und die wohl auch keine Mutti werden wird, einfach weil ihr dazu das wichtigste fehlt, was auch gleichzeitig das wichtigste ist, worum es im Leben geht. Geld, so viel kann ich verraten, ist nicht gemeint.

Viel Spaß beim Hören!

Stimme&Text TaxiBerlin

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