30.11.2015

"HILF DEINER POLIZEI - SCHLAG' DICH SELBST!"



Manchmal findet man was wichtiges, wo man es nie vermutet hätte; das kommt öfter vor, als man denkt. Ob man "Ich hab Polizei" von "Polizistensohn" deswegen gleich auf sein Smartphone laden soll, oder doch besser, so wie früher, sich selber schlägt, kann ich nicht sagen - ich hab' kein Smartphone. Möglicherweise ist es ganz gut, das Video bei sich zu haben, insbesondere wenn man gerade irgendwo am Arsch ist und auf die Bullen warten muss. Ich weiß es aber nicht genau ...

Video YouTube

29.11.2015

"IN WELCHEN ABZOCKERLADEN WOLLEN WIR?"


Bahnhof Friedrichstraße / früher Mitte / heute Neue Mitte

Das nennt man ein Luxusproblem, und zwar ein ernstes, dass das Paar aus Hamburg hatte, das mir am Ku'damm ins Taxi gesprungen war, und sich nicht zwischen "Borchardt", "Fischers Fritz" und "Bocca di Bacco" entscheiden konnte. (Alles Läden, für den, der sie nicht kennt, wo man ohne Goldene Kreditkarte nicht bedient wird.) Zum Glück war alles eine Richtung und auch nicht weit vom Bahnhof Friedrichstraße, weswegen ich, falls sie sich nicht entscheiden könnten, und damit sie auch nicht "vom Fleisch fallen", das dortige "Fish & Chips" empfahl, was allerdings den Nachteil hat, dass es kein Abzockerladen ist.

Foto&Text TaxiBerlin

28.11.2015

ALS WENN FAHRRADFAHRER AN SICH NICHT SCHON GENUG NERVEN ...


Ernst-Reuter-Platz / früher Charlottenburg
heute Charlottenburg-Wilmersdorf

Als wenn Fahrradfahrer an sich nicht schon genug nerven, wenn sie aus kleinlicher Sorge um ihre Reifen nicht auf dem Radweg sondern auf der Straße fahren, das ganze natürlich ohne Licht, dafür mit Kopfhörern, damit sich andere auch mal um sie sorgen, was ihnen aber an Sorge nicht ausreicht, weswegen sie zusätzlich monatlich mindestens noch ein Fahrradkorso und in diesem Korso den Ernst-Reuter-Platz hundertfach umrundend auf "kritische Masse" machen.

Foto&Text TaxiBerlin

27.11.2015

DIE RENTE IST SO SICHER WIE UBER MIT GUTEN KONDITIONEN


"Schwarzes Brett" / Flughafen Tegel (TXL) / "Pilotenbude"

Wer sagte gleich nochmal "Die Rente ist sicher!" und wann? Es war 1986 und es war Norbert Blühm, der das sagte, immerhin Münchhausen-Preisträger des Jahres 2000. Das war sozusagen die erste Rentenlüge, über die heute nicht nur Norbert Blühm lacht, sondern jeder, der halbwegs bis drei zählen kann.

Die Antwort auf Blühm war Riester, genauer die Riester-Rente, die aber niemand macht. Ich auch nicht! Warum macht nun niemand die Riester-Rente? Auf den ersten Blick, weil man Riester nicht vertraut, weil Blühm schon gelogen hat. Das ist aber nur die Oberfläche. Die Wahrheit liegt tiefer. Die Wahrheit ist die zweite Rentenlüge.

Die meisten machen keine Riester-Rente, weil die Lücke, die sie schließt, im Moment der Sozialstaat schließt. Die Logik ist dabei folgende: Warum soll ich heute sparen, wenn ich es morgen vom Staat bekomme? Das klingt sehr einfach, aber auch sehr überzeugend.

Nun ist es aber so, dass immer weniger ihrer eigenen Logik vertrauen. Das ist einerseits logisch und auch menschlich, andrerseits aber auch verlogen, und zwar deswegen, weil dieselben Leute nach außen hin immer noch an den Sozialstaat glauben, im geheimen aber bereits ihre asozialen Hände nach Alternativen ausfahren, in der Regel irgendein Erbe, und das vor dem "Erblassen" des Erblassers.

Musst du mal drauf achten!

Foto&Text TaxiBerlin

26.11.2015

VOM SELBSTGESPRÄCH ZUM PODCAST



Hier spricht TaxiBerlin - eine freie Stimme der mobilen Welt

Seit mehr als zwanzig Jahren bin ich nun auf der Straße zu Hause, genauso lange führe ich dort Selbstgespräche, genauer: im Taxi auf ihr. Ich weiß, die meisten rennen in einem solchen Fall zum Arzt oder gar zum Psychologen, aber für viele ist die Straße auch keine Universität, wie für mich. Man kann viel von der Straße lernen, denn die Straße weiß alles, was wichtig ist im Leben. Das ist die Wahrheit.

Am besten lernt man durch Wiederholung, was leider etwas in Vergessenheit geraten ist. Eine Möglichkeit der Wiederholung, wenn nicht sogar die effektivste, ist das Selbstgespräch. Dazu hat man im Taxi mehr als genug Zeit. Aber nicht nur das! Auch Zuhörer finden regelmäßig ins Taxi, und einige wenige taugen sogar dazu, dass aus einem Monolog ein Dialog wird. Aber das ist die Ausnahme.

Unabhängig davon, ob aus dem Monolog ein Dialog wird, ist es an sich keine Überraschung, dass aus einem Selbstgespräch ein Podcast wird. Überraschend ist nur, dass es so lange gedauert hat. Ein Podcast auf Basis eines Selbstgesprächs ist, das dürfte klar sein, frei gesprochen. Es gibt kein Skript, kein Netz und keinen doppelten Boden. Es kommt, wie es kommt, oder es kommt eben nichts. Auch das kommt vor.

Wenn etwas kommt, wie es kommt, heißt das aber nicht, dass es keinen Zusammenhang oder gar keinen Sinn hat. Das nicht! In meinem obigen Podcast beschäftige ich mich mit drei Themen, denen ich mich am vergangenen Wochenende mittels Selbstgespräch von verschiedenen Seiten genähert habe. Wer Geschichten, die mit "Stieg mir gestern einer ein ..." beginnen, sucht, ist hier definitiv verkehrt.

Als erstes beschäftige ich mich in meinem Podcast mit dem Kollegen "Michel", ausgesprochen: "Mischel", weil er Franzose ist, dessen letztes Buch genau am Tag der Pariser Attentate im Januar erschien, und der sich jetzt in einem Zeitungsartikel mit den aktuellen Attentaten vom 13. November auseinandersetzt. Leider ist der Artikel nicht ins Deutsche übersetzt, aber immerhin kommentiert.

Sowohl die Süddeutsche als auch der Stern schreiben, dass "Mischel" pöbeln würde, was wohl heißen soll, dass er ein Pöbel ist, und was ein Vorgeschmack darauf ist, was uns allen bevorsteht, weswegen ich den ersten Teil meines Podcasts "Auch ich - ein Pöbel!" nenne, sozusagen als persönlichen Vorgriff auf das, was da auf uns zukommt.

Der zweite Teil trägt die Überschrift "Ich mache mir Sorgen, Mutti!", wo ich die Frage, die hoffentlich noch erlaubt ist, nach Muttis Plan stelle, den ich nicht finden kann, und der, auch das hoffentlich nicht zuviel verlangt, Muttis "Wir schaffen das!" doch eigentlich folgen müsste, auch um einmal zu wissen, was genau geschafft werden soll.

Der dritte und letzte Teil des Podcasts trägt den Titel "So kann's nicht funktionieren!" oder auch "Das wird nix!", und dreht sich auch um eine Frau, allerdings bei mir im Taxi, wenngleich keine Mutti, und die wohl auch keine Mutti werden wird, einfach weil ihr dazu das wichtigste fehlt, was auch gleichzeitig das wichtigste ist, worum es im Leben geht. Geld, so viel kann ich verraten, ist nicht gemeint.

Viel Spaß beim Hören!

Stimme&Text TaxiBerlin

23.11.2015

ERSTER BERLINER PENISMANN


So sieht er aus

Dass das Auto die Penisverlängerung des Mannes ist, ist Schnee von gestern. Der Mann von heute braucht keine Penisverlängerung, denn er ist ein einziger Penis (Foto), der heute noch auf der Motorhaube steht, aber morgen schon "gemainstreamt" ... äh ... getaut ist.

Foto&Text TaxiBerlin

22.11.2015

KNAUTSCHZONEN oder DAS ENDE VON MY TAXI


Torstraße / früher Mitte / heute Neue Mitte

Mit Zonen kennen wir uns aus in Berlin, das ist bekannt. Hinter dem schwarzen steht übrigens noch ein Wagen, der genauso aussieht, wie der vor ihm. Entweder war er auf ihn aufgefahren, oder hat ihn gar ins Taxi reingeschoben. Immerhin hatte bei dem sogar der Airbag ausgelöst. Zum Glück ist in der Torstraße Nachts Tempo 30 ...

Foto&Text TaxiBerlin

21.11.2015

WIEDER NUR GEKLAUT ...


S-Bahnhof Ostkreuz / früher Friedrichshain
heute Friedrichshain-Kreuzberg

Man oh man, manchmal kommen wir bei mir im Taxi auf Themen, die gehen auf keine Kuhhaut. Lass mich kurz überlegen, wie es diesmal anfing ..., eine Sekunde ..., was war jetzt gleich noch mal der Ausgangspunkt? ..., aha, ich hab's: Es ging ums Essen und darum, dass das Essen nirgendwo billiger ist als bei uns, aber auch nirgendwo schlechter. Nun ist es aber so, das ist bekannt, dass man ist, was man isst, und auch so tanzt und sogar bumst, wie sollte es anders sein.

Gut, für viele spielt das keine Rolle mehr, ganz einfach deswegen, weil weder das eine noch das andere in ihrem Leben stattfindet. Kein Problem, ich bin es auch schon gewohnt, für Minderheiten zu schreiben, obwohl auch ich, das muss ich der Ehrlichkeit halber zugeben, gerne einer Mehrheit angehören würde, beispielsweise ganz aktuell der des Pöblers, aber irgendwie habe ich auch Angst, weswegen ich besser bei der Minderheit von Tänzern & Co bleibe.

Nicht von ungefähr habe ich bereits vor einem Jahr darauf hingewiesen, dass man bei mir im Taxi auch tanzen kann, dass ich deswegen bereits einen Stuhl ausgebaut habe und zum Tanzen sogar anhalte und auch das Taxameter ausschalte. Diese meine Idee muss sich irgendwie rumgesprochen haben, offensichtlich bis zu McDoof, wo jetzt sogar schon in der Küche getanzt wird, was an sich OK wäre, wenn es da nicht dieses "Essen" geben würde, was es da nunmal gibt.

Es ist nun aber mal so wie es ist, was ja auch OK ist, wogegen nichts zu sagen ist, weil man auch nichts dagegen tun kann. Wenn die jetzt unbedingt in der Küche von McDoof tanzen wollen, dann sollen sie da halt tanzen; besser wäre natürlich, die Kunden von McDoof würde tanzen, und am allerbesten woanders. Fällt mir gerade ein, vor vielen Jahren war ich einmal völlig ausgehungert, da war auch ich bei McDoof und fragte am Tresen, ob man mir etwas empfehlen könne.

"Ja, klar", meinte der junge Mann sogleich ohne nachzudenken "ein anderes Restaurant!", woran ich mich bis heute gehalten habe. Umso ärgerlicher ist es, dass nun ausgerechnet McDoof meine Idee mit dem Tanzen klaut, wenngleich nicht im Taxi sondern in der Küche, aber so ist das mit Ideen, man kann sie nicht schützen lassen, und so wird es wohl kommen, wie es immer kommt, und zwar dass es so aussieht, als hätte McDoof nicht bei mir, sondern ich bei McDoof geklaut.

Foto&Text TaxiBerlin

DARF'S AUCH ETWAS WEITER SEIN?




Wer kennt das nicht, man steht beim Fleischer und möchte nur zweihundert Gramm Leberwurst, von der Hausmacher und natürlich Bio, versteht sich, da kommt plötzlich die Frage der Verkäuferin, ob es auch etwas mehr sein darf, und wer sagt da schon nein, wer lässt die zwölf Gramm, die da mehr dran sind an der Wurst, wirklich abschneiden? Gut, die Verkäuferin bedankt sich artig, was ja wohl das mindeste ist, obwohl in Berlin auch immer noch neu, denn "Bitte" und "Danke" gab es hier lange Zeit gar nicht, bis Ende der Neunziger würde ich sagen, und irgendwie kann ich mich gar nicht so richtig dran gewöhnen, wenn zum Beispiel auf dem Bahnsteig freundlich "Zurückbleiben, bitte!!!" durch die Lautsprecher schallt, anstelle des "ZURÜCKBLEIBEN!!!" von früher, laut und gebrüllt natürlich.

So viel Freundlichkeit ist mir ehrlich gesagt unheimlich, obwohl ich, beispielsweise was die Wurst angeht, auch nicht nein sagen kann, aber auch sonst tue ich nichts wirklich gegen die mir unheimliche Freundlichkeit, ganz im Gegenteil, auch ich versuche in der neuen Zeit, die gar nicht mehr so neu ist, irgendwie anzukommen, allerdings nur mit mäßigem Erfolg, das muss ich ehrlicherweise sagen, wobei nicht klar ist, an wem es liegt, an mir oder an den anderen; normalerweise liegt es immer an den anderen, aber auch hier unterscheide ich mich von den meisten, ich bin durchaus selbstkritisch, und darüber hinaus auch noch lernfähig, wer kann das schon von sich behaupten? Du etwa? Dann kannst du mir sicherlich auch verraten, was ich zu meinen Fahrgästen anderes sagen soll als Darf's auch etwas weiter sein? Oder fehlt vielleicht nur das Bitte?

Text&Stimme TaxiBerlin

20.11.2015

TAXIFAHREN IST GAR NICHT SOO DOOF ... (HEUTE ERSTMALS MIT PODCAST)


... und auch nicht soo uncharmant

Heute, ich weiß gar nicht mehr warum, musste ich plötzlich an die vielen Leute denken, die denken, dass Taxifahren doof ist, womit sie gar nicht mal so unrecht haben, Taxifahren ist doof, meistens zumindest, nicht immer, es gibt auch schöne Momente, auch wenn die rar gesät sind, aber wo sind sie das nicht, bestimmt auch bei den Leuten, die Taxifahren, wie gesagt - nicht zu unrecht - doof finden, was mich daran denken lässt, was diese vielen Leute so machen, wovon ich aber jetzt hier gar nicht anfangen möchte, ganz einfach deswegen, weil das, was diese vielen Leute so machen, ja noch viel dööfer ist als Taxifahren, und ich will dir auch sagen warum:

Guck dir zum Beispiel deinen Chef an, hältst du ihn für klüger als du es bist? Sicherlich nicht, und trotzdem ist er dein Chef! Hast auch du fünfzig Minuten von einer Stunde Arbeitszeit nur für dich? Ich schon! Kannst du kommen und gehen, wann und wohin du willst? Ich kann es! Schmeißt du Kunden, die dir nicht passen, auch einfach mal raus? Der Kunde ist bekanntlich König! Ich mach es trotzdem! Kannst du deinem Kunden oder deinem Chef die Wahrheit sagen? Warum eigentlich nicht? Wovor hast du Angst? Dass du vielleicht Taxifahren musst?

Was das angeht, kann ich dich beruhigen, und du weißt das ja auch selbst, klar Taxifahren ist oft doof, da hast du völlig recht, denn auch beim Taxifahren sind die schönen Momente, wie sollte es anders sein, leider die Ausnahme; dafür kannst du im Taxi ein Arschloch schon mal ein Arschloch nennen, dich danach fünfzig Minuten bis zum nächsten Fahrgast erholen, kannst kommen und fahren wann und wohin du willst, und selbst wenn auch hier der Chef dööfer sein sollte als du es bist, so hast du doch nichts mit ihm zu tun, weil er doch gar nicht mit ins Taxi passt, was du natürlich nicht wissen kannst, weil es dich auch nicht interessiert, denn du findest Taxifahren ja einfach nur doof.



Foto&Text TaxiBerlin

19.11.2015

HEISS - DAS NEUE KÜHL oder EIN TRENDSETTER BEI DER ARBEIT


Ich bin heiß, du bist heiß, er/sie/es ist heiß, wir alle sind heiß ...
bald!

Regelmäßig und nicht erst seit gestern beklagen sich Fahrgäste bei mir im Taxi darüber, dass ihnen das ständige "cool" sein auf die Eier, die Nerven oder auch nur den Keks gehen würde, aber keiner von ihnen tut etwas dagegen, geschweige denn, dass einer von ihnen auf die Idee gekommen wäre, den Spieß einfach mal umzudrehen.

Du glaubst gar nicht, wie "cool" heiß sein sein kann, und auf was man alles heiß sein kann. Ich zum Beispiel, ich kann heiß auf ein gutes Buch sein, oder auch nur auf ein leckeres Bier, auf frisches Brot sowieso, und natürlich auf Frauen, von denen kriege ich nie genug, mit Männern hab' ich's nicht so, das ist auch gar nicht mehr "cool".

Mehr gibt's eigentlich nicht dazu zu sagen, oder vielleicht doch, ... hm ..., lass mich überlegen, ... ach so ..., das wichtigste hätte ich fast vergessen, und zwar dass ich den neuen Trend "gesettet" habe, und was ich auch nur für den ausgesprochen seltenen Fall erwähne, dass es später wieder irgendjemand anders gewesen sein will.

Foto&Text TaxiBerlin

18.11.2015

"NOT JUST ANOTHER BOOKSTORE"


Brunnenstraße / früher Mitte / heute Neue Mitte

Spätestens seit Rainald Grebes "Prenzlauer Berg" wissen wir, dass die Menschen dort alle gleich aussehen - nämlich irgendwie individuell. Dass das in Mitte nicht anders ist, ist keine Überraschung, nur betrifft es hier die Buchläden, beispielsweise das "Ocelot" in der Brunnenstraße, das eben nicht einfach nur ein anderer Buchladen ist.

Foto&Text TaxiBerlin

17.11.2015

HEUTE ABEND WIEDER FUSSBALL ABER NICHT MIT ANDREW ZIMMERN AUF TOILETTE


"The Thing" - Grüner Rasen mit weißem Fussballtor und rotem Ball im Pullerbecken

Andrew Zimmern, der mich gerne als seinen kulinarischen Guide für Berlin gehabt hätte, woraus aber nichts werden konnte, weil das gar nicht Andrews Idee ist, also den Taxifahrer seinen kulinarischen Guide sein zu lassen, wovon Andrew aber nichts wissen wollte, ist nicht nur ein trockener Geldbörsenklauer, sondern auch ein trockener Alkoholiker. Was die Geldbörsen angeht, bin ich mir nicht sicher, ob er da wirklich trocken ist, oder ob sich sein Fokus nur von Geldbörsen auf Ideen verlagert hat. Was den trockenen Alkoholiker angeht, so ist das nichts besonderes, zumindest hierzulande nicht, denn hier sind wir alle trockene Alkoholiker, genauso wie wir alle potentielle Vergewaltiger sind. Das eine ist ohne das andere nicht zu haben.

Einer von meinen vielen kulinarischen Tips für Andrew war eine Mikrobrauerei bei mir im Kiez, was Andrew erst ablehnte, genau genommen seine Assistentin. Der Grund für die Absage war, wie sollte es anders sein, Andrews trockener Alkoholismus, von dem ich nichts wusste, nichts wissen konnte, woher denn auch. Als Andrew später von meinem Vorschlag erfuhr, war er sogleich Feuer und Flamme, weil er nämlich, ein cleveres Kelchen wie er nunmal ist, genau so ein "The Thing", wie er es nannte, im Pullerbecken vermutete, das es da tatsächlich gibt, auf der Herren-Toilette der Mikrobrauerei bei mir im Kiez, und was Andrew sich nicht entgehen lassen wollte, zusammen mit mir, seinem kulinarischen Guide für Berlin, versteht sich.

Zum gemeinsamen Pullern mit Andrew Zimmern ist es nun nicht mehr gekommen, weil Andrew jetzt doch nicht Taxifahrer seinen kulinarischen Guide sein lässt, sondern alles, was er probieren will, von seiner Assistentin finden lässt, und zwar im Internet. Neulich war ich nun wieder mal in der kleinen Mikrobrauerei bei mir im Kiez, und irgendwann musste ich auf Toilette, es lag wohl am Bier, wo ich plötzlich an Andrew Zimmern denken musste, weil ich mich fragte, ob ich wirklich mit Andrew zusammen auf die Toilette hätte gehen wollen. Ehrlich gesagt fiel mir nichts ein, was dafür gesprochen hätte, obwohl ich sonst mit dem Pullern zu zweit oder gar zu dritt kein Problem habe. Es lag eher daran, dass Andrew Zimmern einer dieser typisch prüden Amerikaner ist, der nur auf locker macht, was auch schon die ganze Idee seiner Show ist, der Rest ist mit Sicherheit sowieso nur geklaut, und wer geht mit so einem schon auf Toilette.

Foto&Text TaxiBerlin

16.11.2015

WAS WOHL TAXIMETROW DAZU SAGEN WÜRDE


Flughafenbus / Werbung / Detail

Seitdem der Kollege Ivo aus der bulgarischen Hauptstadt Sofia auch hier ist, ist nicht nur seine Internetverbindung besser geworden, sondern auch seine Ideen, beispielsweise sein neuer Name, den er sich extra zugelegt hat, sein alter war wohl nicht mehr gut genug (vielleicht wollte Ivo auch nur irgend etwas verschleiern, wer weiß das schon so genau), auf jeden Fall nennt er sich jetzt Taximetrow.

Gekommen ist der Kollege Ivo, jetzt Taximetrow, übrigens ganz bequem mit einem orangenen Billigflieger, der neuerdings sogar feste Sitzplätze hat (früher müssen die da wohl alle immer lose gewesen sein), und von dem viele nicht nur in Sofia dachten, dass es dort sowieso nur Stehplätze geben würde, meint zumindest Kollege Ivo, jetzt Taximetrow.

Foto&Text TaxiBerlin

15.11.2015

GLAUB NICHT ALLES WAS DU DENKST


Fackel alias Dachzeichen - aus

Er hatte mich richtig als frei erkannt, obwohl meine Fackel nicht leuchtete, was daran lag, dass es da an der Halterung meines Taxidachzeichens von Zeit zu Zeit einen Wackelkontakt gibt. Aber auch sonst war er ein cleveres Kerlchen, mein Fahrgast mit dem siebenten Sinn, der darüber hinaus die Endungen aller sechs Fälle von Substantiven des weiblichen Geschlechts im Russischen auswendig wusste, wo mir nur noch die Endungen der männlichen Substantive in Erinnerung sind, und die gehen so: --, -a, -u, --, -om, o -e.

Nach den Endungen der sechs Fälle der russischen Sprache sowohl weiblicher als auch männlicher Substantive, ging es weiter mit Allgemeinplätzen, die ich nicht wiederholen brauche, weil sie ja allgemein sind, sondern komme gleich zu möglichen Antworten auf Allgemeinplätze, wobei ich mich nicht entscheiden kann, welche von den beiden Möglichkeiten jetzt die bessere ist: Glaub nicht alles was du denkst oder Sei wie du bist aber lass es dir nicht anmerken?

Foto&Text TaxiBerlin

14.11.2015

VON EINEM DER AUSZOG oder TAXIBERLIN HILFT


Flughafen Tegel (TXL) / "Pilotenbude"

Zuerst habe ich gelesen, dass der Kollege eine Woche seine Wohnung nicht verlassen hat, was für einen Taxifahrer sehr ungewöhnlich ist, also zumindest für einen, der seinen Job ernst nicht. Beim zweiten Lesen begriff ich dann, dass Ercan, so heißt der Kollege, vor einer Woche seine Wohnung verlassen hat, oder vielleicht besser musste?, so genau schreibt er das nicht, und auch seine aktuelle Bleibe ist nicht bekannt. - Ich rechne ehrlich gesagt mit dem schlimmsten, und zwar damit, dass der Kollege in seinem Taxi wohnt, immerhin ist sein Wohnungsgesuch "Dringend".

Da ich selbst auch schon mal im Auto gewohnt habe, weiß ich, wie unbequem das sein kann, gerade auch wenn es auf den Winter zugeht, und deswegen möchte ich dem Kollegen helfen, indem ich hier seine Anzeige veröffentliche. Viel, das schreibt der Kollege Ercan selbst, ist von ihm nicht zu erwarten, also zumindest finanziell, vor allem keine Provision und auch kein Abstand. Dafür weiß der Kollege ziemlich genau, wo er wohnen will, das ist immerhin etwas, und zwar in Schöneberg oder Umgebung.

Wer dem Kollegen Ercan helfen kann und auch möchte, darf sich vertrauensvoll an mich wenden, ich stelle gerne den Kontakt zu ihm her. Wer sich lieber direkt mit ihm in Verbindung setzen will, findet seine Anzeige direkt neben der "Pilotenbude", wie der kleine Imbiss nur für Taxifahrer genannt wird. Wo Ercan persönlich zu finden ist, ist wie gesagt nicht bekannt, möglicherweise schlafend in seinem Taxi. Haltet einfach die Augen offen!

Foto&Text TaxiBerlin

12.11.2015

DAS IDEALE WEIHNACHTSGESCHENK


Der Hodenhalter

Weihnachten steht vor der Tür und viele wissen wie jedes Jahr nicht, was sie ihrer oder ihrem Liebsten schenken sollen - höchste Zeit also, einmal in eigener Sache Werbung zu machen, auch weil der von mir entwickelte Hodenhalter endlich wieder vorrätig ist, nachdem er eine zeitlang vergriffen war. Da ich ihn auch bei mir im Taxi anbiete, weiß ich, dass der Hodenhalter sich nicht von alleine verkauft. Nein, für den Hodenhalter muss geworben und in den meisten Fällen sogar agitiert werden. Und obwohl ich gegen jede Form der Agitation bin, muss sie gelegentlich sein, beispielsweise für den Hodenhalter.

Viele haben sich schon immer gefragt, was wohl das männliche Gegenstück zum Büstenhalter ist. Zugegeben, die Antwort ist nicht leicht, auch weil wir uns, gerade die Männer, so sehr an ihn gewöhnt haben, also den Büstenhalter, dass wir uns gar nicht vorstellen konnten, dass es etwas vergleichbar schönes auch für ihn, also den Mann, überhaupt geben könnte. Hinzu kommt, dass uns Männern von unterschiedlicher Seite und vor allem gerne eingeredet wird, dass das Geschlecht, was den Hoden einschließt, ein soziales Konstrukt sei.

Den Hoden oder auch Testis gibt es aber wirklich, und wer Zweifel hat, der sollte bei sich und/oder seinem Partner mal nachschauen. Übrigens eine übliche Praxis bei Taxifahrern, die sich unsicher sind, ob es die und die Straße oder den und den Platz wirklich gibt, aber das nur nebenbei. Der menschliche Hoden, das ist wieder wichtig, ist pflaumenförmig und, das allerwichtigste, paarig. Dem Hoden geht es wie dem Menschen, er ist nicht gerne alleine. Was er auch nicht mag, und das ist die größte Gefahr für ihn, ist allzugroße Wärme. Dann beginnt er zu streiken und stellt bald darauf die Produktion ganz ein.

Das alles ist nicht neu und war, zumindest früher, keine Ahnung wie das heute ist, ganz normaler Bestandteil des Biologieunterrichts. Umso verwunderlicher ist es, dass es so lange gedauert hat, bis jemand den Hodenhalter entwickelte. Dass es ausgerechnet ein Taxifahrer war, der auf die Idee des Hodenhalters gekommen ist, ist wiederum keine Überraschung, aus dem einfachen Grund, weil man meist im Sitzen Taxi fährt. Dieses Sitzen, auch das wieder bekannt, führt zur bereits erwähnten gefährlichen Erwärmung des Hodens, weswegen dieses Modell des Hodenhalters auch keine Lösung ist.

Ganz im Gegenteil, es ist davon auszugehen, dass dieses Modell des Hodenhalters die Erwärmung vorantreibt wie die Erderwärmung, und die ist bekanntlich ein großes Problem, wie auch aktuell der viel zu warme Herbst, der Weihnachten in der uns bekannten Form mit Schnee und Eis möglicherweise bald wie ein Märchen aus "Tausendundeiner Nacht" erscheinen lässt. Auch deswegen, aber nicht nur, ist es ganz wichtig, rechtzeitig zuzugreifen, bevor er wieder nicht vorrätig ist, denn die Produktion des einzig gesundheitlich verifizierten Hodenhalters ist noch nicht irgendwohin ausgelagert, sondern findet direkt und sozusagen unter uns hier in Berlin statt.

Der einzig gesundheitlich verifizierte Hodenhalter, um dies noch einmal ganz klar zu sagen, ist obiges Modell (Foto) deswegen, weil er als einziger den Hoden auf Distanz zum Körper hält, und damit für die nötige Kühlung sorgt, denn die optimale Betriebstemperatur unseres Hodens ist nicht die Körpertemperatur von 37°, sondern liegt mit 35° genau zwei Grad unter dieser. Den Hoden brauchen wir übrigens, das wichtigste hätte ich fast vergessen, weil er das Sperma produziert, welches wiederum für die Reproduktion notwendig ist, falls diese, also die Reproduktion jetzt, nicht auch komplett ausgelagert werden soll wie bereits die Produktion, was ich aber nicht genau weiß.

Foto&Text TaxiBerlin

11.11.2015

DAS IST NICHT MEHR BERLIN (EINE SERIE)


Supermarktwerbung / Detail

Wo der Berliner, der in Berlin ein Pfannkuchen ist, "Gut & Günstig" und dazu noch "gepudert", was nichts anderes heißt, als dass er gef***t ist, was schlimm genug ist, weil es stimmt, auch noch zum "TOP-PREIS" angeboten wird, dann kann das nicht mehr Berlin sein.

Foto&Text TaxiBerlin

WARUM ICH GERADE NICHT HEIRATEN KANN


Am Stern liegt es nicht ...

Die Frage betrifft ausnahmsweise mal mich, sonst geht es hier ja immer nur um meine Fahrgäste. Lass mich trotzdem kurz überlegen, wie ich anfange ... Moment rasch noch ... Hm, vielleicht so: Also an meinem Taxi geht etwas nicht, aber nicht irgendwas, sondern etwas wichtiges, weswegen ich unserem polnischen Schrauber jetzt ein Ultimatum bis Ende des Monats gestellt habe, der aber angeblich nichts machen kann, weil er das Teil, das da nicht geht, nicht mal in Polen bekommt, obwohl es dort nur 250 kostet, und nicht 750 wie hier, aber wenn er es nicht bekommt, dann nützt das natürlich nichts, vor allem mir nicht, der jetzt schon viel zu lange mit einem Taxi, wo etwas wichtiges nicht geht, durch Berlin fährt, was er zwar darf, weil der Defekt ja gerade eingetreten sein kann, was er aber nicht sollte, auch weil es nicht ganz ungefährlich ist, und weswegen er, also ich, noch nicht mal heiraten könnte, also gerade nicht, was er, nochmal ich, zwar nicht vorhatte, dem es aber trotzdem angenehmer wäre, wenn die Hupe in seinem Taxi endlich mal wieder gehen würde ...

Foto&Text TaxiBerlin

10.11.2015

"TAXI ON THE EARTH" IN BERLIN


"Welcome to my World"

Am Wochenende war sie nun bei mir im Briefkasten, die DVD vom Japanischen Fernsehen, das im Sommer zu Dreharbeiten in Berlin und auch in meinem Taxi war. Ich hatte bereits darüber geschrieben, dass ich nun auch in Japan bekannt bin. Bekannt sein ist aber nicht alles. Mit dem Bekannt sein verhält es sich ganz genauso wie mit dem Geld - das ist bekanntlich auch nicht alles. Und oft ist es ja auch so, dass einen die verkehrten Leute kennen.

Mit dem Team vom Japanischen Fernsehen ist das etwas völlig anderes. Mit denen bin ich, jetzt wo ich sie  kenne, gerne bekannt, was vor allem daran liegt, dass sie mich haben machen lassen, also bei den Dreharbeiten jetzt. Das lag daran, und das ist heutzutage die Ausnahme, das sage ich aus Erfahrung, dass die Japaner kein fertiges Skript hatten, das sie mit Hilfe des Internets zusammengestellt haben, und das der Eingeborene, beispielsweise ein Taxifahrer, nur noch abarbeiten soll, sondern sich überraschen ließen.

Ich will ein Beispiel machen, damit es klarer wird, was ich meine. Auf dem Weg zu einem Schrebergarten in Treptow, wo ich zusammen mit dem Japanischen Fernsehen eine Kollegin besuchen wollte, fuhren wir über die Elsenbrücke, von wo aus man diese komische Skulptur "Molecule Men" sieht, und da die Japaner kein Drehbuch hatten, fragten sie natürlich, was das für eine Skulptur ist, und ich erklärte es ihnen. Die Skulptur ist, wie sollte es anders sein, von einem Amerikaner mit zu viel Geld.

Das mit dem Geld sagte ich nicht zu den Japanern, denn Geld ist bekanntlich nicht alles, sondern nur, dass ich die Skulptur nicht mag, weil ich sie nicht verstehe, und dass sie mir auch niemand erklären kann, sieht man mal davon ab, dass dort drei Stadtbezirke aufeinandertreffen, was sie aber auch ohne Skulptur tun, und weswegen sie, also die Skulptur, für mich mit einem Wort "Bullshit" ist. Genau dieses "Bullshit" wurde nun im Japanischen Fernsehen gezeigt (im amerikanischen undenkbar!) und das finde ich gut.

Aber es wird noch besser! Normalerweise, wenn Leute etwas nicht verstehen, oder wenn etwas neu ist, wehren sie es ab, oder, das ist die Regel, machen es lächerlich, was sie natürlich nur tun, weil sie selbst unsicher oder einfach nur doof sind. Nicht so das Japanische Fernsehen! Das meinte, dass sie meine Theorie, dass etwas, was einem niemand erklären kann, eben nicht, wie viele denken, Kunst ist, sondern mit einem Wort "Bullshit", interessant sei.

Mehr kann man, und das sage ich ebenfalls aus Erfahrung, in einer solchen Situation nicht verlangen; ganz im Gegenteil, es ist, wie man so schön sagt, "Das höchste der Gefühle", weswegen ich auch in dem Moment, also im Taxi mit dem Japanischen Fernsehen, auf die Feststellung, dass meine Philosophie interessant sei, ganz amerikanisch mit "Welcome to my World" antwortete.

Und damit wiederum, also mit meinem "Welcome to my World", und jetzt halte dich gut fest, beginnt nun die Dokumentation des Japanischen Fernsehens "Taxi on the Earth" in Berlin.

Foto&Text TaxiBerlin

09.11.2015

BEIM BARTE DES HIPSTERS


Hipster-Bart / Werbung / Detail

Ich weiß, er ist eigentlich schon wieder Mega-Out, aber trotzdem muss mal jemand sagen, was den Hipster- oder wegen mir auch den Bushido-Bart vom Bart des Taliban und auch des Salafisten unterscheidet, auch wenn ich derjenige bin, der es sagen muss. Genau genommen war es aber ein Fahrgast vom Wochenende, das einmal wieder sehr mild war, was schlecht für's Geschäft aber auch schlecht für Bartträger ist, wie mir mein Fahrgast versicherte.

Mein Fahrgast selbst trug keinen Bart, was wohl daran lag, dass er weiblich war, was aber kein Ausschlussmerkmal mehr sein soll, also für Bärte jetzt, wie ich von ihm/ihr erfuhr. Was den Hipster-Bart angeht, oder beginnen wir besser mit dem des Salafisten bzw. Taliban, wer weiß das schon so genau, wer da jetzt wer ist, der geht im Gegensatz zum Bushido- und dem Hipster-Bart in die Breite, versicherte mir mein Fahrgast, der weiblich wahr und eigentlich Fahrgästin heißen müsste, ginge es nach Gender, geht es aber nicht.

Dabei ist Gender eigentlich auch eine SIE, nämlich eine Wissenschaft, wenn auch nur eine SO genannte, und was SIE, also die Frau Gender, zum Bart, egal ob es der vom Hipster, Bushido, Taliban oder vom Salafisten ist, sagt, dürfte klar sein, und zwar dass er nur ein soziales Konstrukt ist, wie übrigens der Schwanz auch, und da unterscheidet man bekanntlich auch den beschnittenen und den unbeschnittenen, genauso wie bei den Bärten, der allerdings, wenn beschnitten, dies nicht seitlich sondern rundherum ist, also der Schwanz jetzt, was aber niemand so ganz genau wissen will.

Die Hauptsache heute: Dabeisein ist alles! Das olympische Motto. Ob und wie jemand seinen Bart beschneidet oder nicht, ist letztendlich egal. Es soll Bartträger geben, Namen wollte mein Fahrgast, der wie gesagt weiblich war, weswegen er eigentlich, ginge es nach Gender, Fahrgästin heißen müsste, was aber nicht geht, auch weil es das Wort Fahrgästin gar nicht gibt, nicht nennen; die aber, auch wenn es das Wort Fahrgästin gar nicht gibt, trotzdem meinte, dass es da auch den Taliban oder eben den Salafisten, so genau weiß das heute keiner mehr, weil es auch niemanden interessiert, im "Hipster-Pelz", wenn das noch jemand versteht, also das Wortspiel jetzt, geben soll.

Foto&Text TaxiBerlin

08.11.2015

DAS QUIZ BEI TAXI BERLIN


Wer es weiß, der weiß es ...

Er kommt, so viel sei verraten, in einem aktuellen Bestseller vor. Viele hatten noch nie von ihm gehört haben, so auch ich. Einige dachten anfangs sogar, der Autor des Bestsellers hätte ihn sich ausgedacht, und manch einer denkt das immer noch. Wer als erste/r weiß, von wem folgendes Zitat und aus welchem seiner Werke es ist, dem/der winkt wie immer eine Kurzstrecke:

Nach und nach zog er sich zurück und verkehrte mit Literaten, bei denen sein Geist eigentlich mehr verwandtschaftliche Züge hätte antreffen und sich wohler hätte fühlen müssen. Es war eine neue Enttäuschung; er entrüstete sich ständig über ihre nachtragenden und kleinlichen Urteile, über ihre Unterhaltungen, die so alltäglich wie ein Kirchenportal waren, über ihre widerlichen Diskussionen, in denen sie den Wert eines Werkes nach der Zahl der Auflagen und dem Gewinn aus dem Verkauf bemaßen.

Foto&Quiz TaxiBerlin

03.11.2015

IM TAXI MIT AZIS - EIN TAXIABENTEUER


Im Taxi vom Kollegen Aziz
Rosa Luxemburg Platz / früher Mitte / heute Neue Mitte

Ich hatte schon darüber geschrieben, dass ich Layne neulich bei einem ihrer Taxiabenteuer begleitet habe. Gestern hat Layne nun die dazugehörende Geschichte, oder zumindest deren Anfang, veröffentlicht, weswegen ich mir diese hier sparen und gleich zum Eigentlichen kommen kann, und zwar der Idee von Layne, die nicht nur ich gut finde, sondern auch viele andere, weswegen sie gerne und oft kopiert wird, allerdings ohne sie richtig zu verstehen.

Als Laynes Mann habe ich natürlich keinen objektiven "Point of View", was aber nicht automatisch heißt, dass er verkehrt ist. Vor allen Dingen darf ich trotzdem darüber schreiben, was das wichtigste ist. Bei Layne geht es nicht wie bei den meisten anderen "Food-Bloggern" nur um das Essen, sondern auch darum, wie Layne zu dem Essen kommt. Bei ihr, und auch da ist sie konsequent anders, sind es immer und ausschließlich Taxifahrer, die ihr kulinarische Tips geben.

Bei Laynes Taxiabenteuern geht es, wie gesagt, nicht nur ums Essen. Mindestens genauso wichtig ist ihr das Gespräch mit dem Fahrer, seine Geschichte. Oft geht es darum, wie die Person zum Taxifahren gekommen ist, wobei meist die damit verbundene Freiheit eine Rolle spielt. Manchmal erfährt Layne auch, wie beispielsweise bei Aziz, etwas über die Kinder und eine geschiedene Ehe.

Für mich als Taxifahrer ist das Alltag. Wenn es passt, unterhalte ich mich ausgesprochen gerne mit meinen Fahrgästen, und die schönsten Gespräche sind dabei für mich die, wo es so richtig zur Sache geht, wo kein Blatt vor den Mund genommen wird, wo, wie man so schön sagt, vom Leder gezogen wird, denn, und diese Erfahrung ist für viele vielleicht nicht neu aber zumindest ungewohnt: In meinem Taxi darf der Fahrgast rhetorisch alles - sogar die Wahrheit sagen!

(In meinem Taxi halte ich es mit dem von mir geschätzten Michel Houellebecq, der dem "Figaro Littéraire" in einem Interview empfahl: "Seien Sie richtig gemein, dann sind Sie wahr ...")

Mit der Wahrheit ist das, das ist bekannt, so eine Sache, und das nicht nur, weil jeder seine eigene hat. Damit könnten die meisten noch umgehen. Problematisch wird es, wenn unliebsame Wahrheiten nicht wahr genommen werden, was häufiger vorkommt als gedacht, denn schließlich sind wir nur Menschen, und ein jeder von uns hat seinen blinden Fleck oder "Blind Spot", wie der Amerikaner sagt. Dann kommt es darauf an, die Wahrheit richtig zu dosieren.

Ingeborg Bachmann hatte recht, als sie sagte, dass die Wahrheit dem Menschen zumutbar ist, aber eben nicht immer, und auch nicht überall. Was letzteres, also den Ort, angeht, da ist das Taxi ideal. Einen idealeren Ort gibt es nicht. Vielleicht noch der Beichtstuhl bei den Katholiken, der soll angeblich noch anonymer sein. Ich weiß es aber nicht genau, weil ich bisher immer nur im Taxi gebeichtet habe, und mein Blog im Grunde auch nur eine große Beichte ist.

Bei Aziz im Taxi ging es nicht ums Beichten sondern ums Abenteuer, und zwar das von Layne. Bei ihr, und das ist der Unterschied zur Beichte bei mir im Taxi, ist nichts geheim. Ganz im Gegenteil, Layne legt größten Wert darauf, den Taxifahrer, der ihr einen kulinarischen Tip gibt, bekannt zu machen, was aber nicht die Regel ist, sondern die Ausnahme. Die meisten sogenannten "Food-Blogger" leben davon, die Tips anderer Leute als ihre eigenen zu verkaufen.

Und wenn ich verkaufen sage, dann meine ich auch verkaufen. Es gibt wirklich jede Menge Leute - kein Scheiß! - die davon leben, dass sie, meist im Internet, manchmal auch im Fernsehen, dort die Tips anderer als die ihren ausgeben. Ich nenne sie, sowohl auf meinem Blog, als auch bei mir im Taxi: Medienhuren. Hört sich schlimmer an als es ist, schließlich prostituiere auch ich mich, und das auch noch auf der Straße. Noch weiter nach unten geht normalerweise nicht.

Dafür klaue ich niemandem die Idee. Bei mir ist das umgedreht. Selbst wenn jemand nicht weiß, wo er hin will oder muss, habe auch ich meist keine Idee, obwohl ich eigentlich am besten weiß, wo jemand hingehört in der Stadt. Überträgt man das auf die Medien, die immer irgendwas zu berichten haben müssen, kommt man zu dem, was heute an der Tagesordnung ist, insbesondere beim Fernsehen. Die Rede ist davon, dass die Macher bereits ein fertiges Skript haben, das ein Experte vor Ort, beispielsweise ein Taxifahrer, der die Stadt wie seine Westentasche kennt, dann nur noch abnicken soll.

Was ich nicht weiß, ist, wie man die nennt; es muss irgendeine Steigerung von Medienhure sein, vielleicht Mediensuperhure ...

Foto&Text TaxiBerlin

02.11.2015

AUCH ER IST WIEDER DA


"Bolle" / Alt Moabit / früher Tiergarten / heute Neue Mitte

"Bolle", ein Berliner Original, is back! Naja, nicht wirklich, aber immerhin sein Logo (Foto). Das schmückt heute Festsäle und keine Supermärkte. Offensichtlich muss auch "Bolle" mit der Zeit gehen, und bestimmt wird auch bald das Halteverbot samt Absperrgitter vorm Haupteingang verschwunden sein, damit Taxen besser davor halten und Besucher ungehindert "Bolles" Festsaal betreten können.

Mit der Zeit gegangen ist, keine Frage, auch der Autor von "Er ist wieder da", denn das Ding schlug, der Werbung sei Dank, ein wie eine Bombe. Das Buch wurde nun dieses Jahr verfilmt, und der Film ist seit einiger Zeit im Kino zu sehen. Da ich weder das Buch gelesen, noch den Film gesehen habe, kann ich weder über das Buch, noch über den Film etwas sagen, was ich auch nur erwähne, weil das nicht mehr selbstverständlich zu sein scheint heutzutage.

Worüber ich etwas sagen kann, ist die Werbung zu dem Film, die letzte Woche an jeder Litfaßsäule, die auf Herrn Litfaß, auch einem Berliner Original, zurückgeht, angeschlagen war, die ich aber, auch weil ich das Buch nicht gelesen und den Film nicht gesehen habe, nicht fotografiert habe, was ich heute nachholen wollte, was aber nicht mehr ging, weil alle Plakate von letzter Woche, auch das von dem besagtem Film, bereits mit neuer Werbung überklebt war.

Dass ich das Plakat fotografieren wollte, hängt nicht damit zusammen, dass ich den Film plötzlich für wichtig halten würde. Das kann ich nicht, aus dem einfachen Grund, weil ich ihn, wie gesagt, gar nicht gesehen habe. Der Grund, warum ich heute die Werbung fotografieren wollte, ist ein dort abgedrucktes Statement der "Zeit", das man an dieser Stelle nicht vermuten durfte. Das darf man, denke ich, sagen, auch wenn man den Film, so wie ich, nicht gesehen hat.

Das Statement der "Zeit" auf dem Plakat, dass ich verpasst habe zu fotografieren, zu einem Film, den ich nicht gesehen habe, lautet: "Die Komödie eines Landes, das sich seiner selbst nicht sicher ist", was nicht nur ich, sondern wohl auch kaum jemand anders, dort nicht erwartet hätte, was wiederum bestätigt, dass etwas Kluges auch da zu finden ist, wo niemand danach suchen würde. In einem anderen Land hätte ein solches Statement vermutlich irgendeine Reaktion provoziert, doch nicht so hier, was wiederum Anlass zu der Vermutung gibt, dass an ihm, also an dem Statement, etwas dran sein könnte.

Foto&Text TaxiBerlin

01.11.2015

THE BIG SCHABOWSKI TOT


Die letzte Reise

Heute früh, ich war gerade noch auf dem Flohmarkt nach meiner Schicht, hat The Big Schabowski seine letzte Reise angetreten. Ob das mit den ganzen Verblödeten und Halbverblödeten von letzter Nacht zusammenhängt, ist nicht bekannt, wahrscheinlich aber eher nicht. (The Big Schabowski hat zwar die letzte Zeit im Pflegeheim gewohnt, wo es auch viele Verblödete und Halbverblödete gibt, die aber permanent.) Bekannt ist, dass er neulich, also vor sechsundzwanzig Jahren, dafür gesorgt hat, dass viele Berliner spätabends nochmal raus sind, und nur deswegen, weil er sich verquatscht hat, was das allererste Halloween in Berlin war, weswegen er bis heute hier nur The Big Schabowski genannt wird.

Foto&Text TaxiBerlin

HALLOWEEN IN BERLIN - EINE NACHLESE


Halbverblödeter

Lange nicht so viele Verblödete und Halbverblödete auf einem Haufen gesehen wie letzte Nacht auf den Berliner Straßen. Die meisten von ihnen sollen entweder französisch oder englisch gesprochen haben. Ich weiß es aber nicht genau. Ich hab' gar nicht hingehört.

Foto&Text TaxiBerlin