12.10.2015

NEUER KONTAKTHOF SPARKASSE


Warten auf Kundschaft

Es ist nicht unbedingt ein neuer Trend, der da in meiner Abwesenheit geboren wurde. Nein, es ist nur die Weiterentwicklung eines bereits existierenden, aber immerhin. Dazu muss man wissen, dass Nachts kaum noch eine Taxifahrt ohne den obligatorischen Zwischenstop am Geldautomaten abläuft. Da war es nur eine Frage der Zeit, dass jemand das Potential, das in dieser Information steckt, aufgreift, um irgendeinen Profit daraus zu schlagen.

Bisher, ich berichtete darüber, war der Geldautomat nur so eine Art Kontaktbörse für Übriggebliebene, also die Kinder der Nacht, die keiner haben wollte, was schlimm genug ist. Aber es kommt noch schlimmer. Seit Neuestem ist der Geldautomat, genauer sein Vorraum, ein Kontakthof, wie man ihn aus Laufhäusern kennt. In diesem Zusammenhang ist interessant zu wissen, dass es ausgerechnet in Berlin, wo es sonst alles gibt, kein Laufhaus nicht.

OK, genau genommen gibt es eins, irgendwo am Gesundbrunnen, wo man sich irgendwelche Hühner ansehen kann, die über drei oder vier Etagen verteilt vor den Türen ihrer Einzimmer Altbauwohnung auf Kundschaft warten. Aber das hat nichts mit den Laufhäusern zu tun, wie man sie in West-Deutschland kennt. Deswegen wäre es eigentlich sinnvoll, jetzt, wo so viel neu gebaut wird in Berlin, auch mal daran zu denken, aber das nur nebenbei.

So lange, wie an dieser Front nichts passiert, werden sich wohl immer mehr Frauen in den Vorräumen von Sparkassen bereithalten, was, zumindest im Moment noch, den Nachteil hat, dass wirklich jeder angesprochen wird, wie zum Beispiel auch mein schwuler Fahrgast, der nur Geld abheben wollte. Aus Titten machte der sich aber nichts, genau genommen sind sie ihm ein Graus, was die junge Frau (Foto) nicht wissen konnte (wie denn auch?), die ansonsten aber einen netten Eindruck machte, was auch mein Fahrgast fand.

Foto&Text TaxiBerlin

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