14.10.2015

IM TAXI MIT BOB DYLAN


gestern und heute

Nachdem seine Musik nun schon seit Jahren, ach was sage ich - Jahrzehnten!, bei mir im Taxi rauf und runter läuft, war klar, dass auch ich mir die Ehre gebe, wenn der gute alte Bob, der eigentlich Robert Zimmermann heißt und nächstes Jahr immerhin auch schon 75 wird, mal wieder in Berlin vorbeischaut. Bobby hat, das wissen viele nicht, erst Anfang des Jahres seine letzte Scheibe veröffentlicht, auf der er sich mal richtig Mühe gibt beim Singen, was daran liegt, dass das gar nicht seine Songs sind, sondern die von Frank Sinatra.

Die Idee mit Franks Liedern hat er bereits seit den Siebzigern, was auch schon wieder ein paar Jährchen, ach was sage ich - Jahrzehnte! her ist, und wo der gute alte Bob zeigt, nein, nicht dass er singen kann, sondern dass er Ausdauer hat. Was das singen angeht, da gibt er sich wie gesagt Mühe, und zwar ganz große, das haben alle gemerkt, nicht nur ich, die gestern Abend im Tempodrom waren. Ich übrigens zum ersten Mal, was aber an mir liegt, weil ich nämlich nur zu Konzerten vom guten alten Bob gehe, der dort erst zum zweiten Mal spielt - das erste Mal muss ich irgendwie verpasst haben.

Im alten Temprodrom, was ein einfaches Zirkuszelt war und ungefähr dort stand, wo uns heute Mutti regiert, hat er auch schon mal gespielt, das war, lass mich überlegen, das muss '97 oder so gewesen sein, da saß ich noch davor, also vor dem Tempodrom, da musste man noch nicht reingehen, weil, war ja 'n Zirkuszelt, man draußen, oder auch davor, viel besser hörte als drin, wo auch die Luft sehr schlecht war. Das waren noch Zeiten in Berlin - die Neunziger!, da gab es noch richtig was umsonst, wobei man aber auch sagen muss, dass es die schönsten Dinge im Leben sowieso immer umsonst gibt.

Doch zurück zum guten alten Bob, dem es sehr gut geht, was nicht zu übersehen ist, weswegen ich mich auch beeilen muss, weil wir gleich noch zum Frühstück verabredet sind, und zwar in seinem Bus, der direkt neben dem neuen Tempodrom in der Möckernstraße steht. Das wissen auch viele nicht, dass Bobby ein ausgesprochener Hotelmuffel ist und lieber auf der Straße pennt, um genau zu sein in seinem schwarzen Luxusliner oder wie die Dinger heißen, ist ja auch egal.

Letztens hatte ich das Frühstück bei ihm verpasst, weswegen ich mir heute den Wecker gestellt habe, denn wenn ich etwas hasse, dann ist das Unpünktlichkeit. Apropos: Bob und seine Band werden auch heute Abend wieder ganz pünktlich 20 Uhr Berliner Zeit ihr Konzert starten, bei dem es, das ist neu, die selben Songs wie gestern zu hören gibt, und wo es nach 'ner Dreiviertelstunde erstmal 'ne Pause gibt, und zwar deswegen, weil "schön singen" ganz schön anstrengend ist.

Foto&Text TaxiBerlin

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