31.10.2015

"BYE BYE BERLIN, I LOVE YOU"


"Sun" Tankstelle / Adlergestell 391
früher Köpenick / heute Treptow-Köpenick

Mit diesen Worte verabschiedete sich gestern Andrew Zimmern aus Berlin, dazu postete er ein Bild von einer typischen Berliner Brezel, das ganze auf Facebook - awesome! Fällt mir gerade ein: Nun ist es zu spät, dass der arme Andrew den armen Sascha kennenlernt. Gut, am Anfang suchte Andrew jemand, der Berlin wie seine Westentasche kennt, da kam der Sascha natürlich nicht in Frage, weil der nur den Ostbahnhof kennt. Später, als sich herausstellte, dass Andrew doch nur zu Orten wollte, wo nur Touristen hinwollen, wiederum schon, denn damit kennt sich der arme Sascha dann doch wieder aus.

Und überhaupt, der arme Sascha wäre mit einem Mal seine ganzen finanziellen Sorgen los, von der er der Welt dank Internet immer wieder aufs Neue wissen lässt, denn Andrew, das kann man nicht anders sagen, ist, zumindest für Berliner Verhältnisse, extrem großzügig. Arm ist eben nicht gleich arm, aber das ist bekannt.

Dabei wären die beiden, der arme Andrew und der arme Sascha, sich beinahe über den Weg gelaufen, denn Andrew war an der East Side und der Ostbahnhof nicht weit. Leider entschied Andrew, seinen Burger in Kreuzberg zu essen; der arme Sascha bekam zur gleichen Zeit einen von McDoof am Ostbahnhof geschenkt, allerdings nicht von Andrew sondern von einem seiner Fans, der gerade vom Justin Bieber Konzert kam. Bravo Sascha, solche Leser wünscht man sich!

Doch zurück zu Andrew, der die Stadt gestern nach nur drei Tagen schon wieder verlassen hat. Zum Abschied sagte er nicht leise "Tschüss" sondern ließ der ganzen Welt wissen, dass er Berlin liebt, was bedeutet: Uns alle! In Amerika, für den, der das nicht weiß, antwortet der Betreffende, also der von Andrew Geliebte, in einem solchen Fall mit: "I love you too!" Um ehrlich zu sein, ich tue mich damit schwer. Wenn Andrew dazu wenigstens eine Berliner Boulette oder auch nur eine Bockwurst gepostet hätte - dann vielleicht. Aber eine Brezel aus Bayern?!? Was er sich wohl dabei gedacht hat?

Da mir Andrew wegen den Geldbörsen, die er in den Neunzigern geklaut hat, irgendwie an's Herz gewachsen ist, möchte ich ihm neben der Sache mit der Brezel noch auf den Weg geben, dass ein Taxifahrer natürlich teure Restaurants wie beispielsweise das "Borchardt" in der Französischen Straße kennt, es aber niemals empfehlen würde, einfach weil er es sich nicht leisten kann. Da kannst du, wenn du mir nicht glaubst, den armen Sascha fragen.

Der Berliner Taxifahrer kennt sich neben Döner und Boulette vor allem mit Bockwurst und Brötchen aus, wobei der Senf nicht fehlen darf, den manch einer überall dazu gibt. Apropos: Das scheint der arme Andrew auch nicht zu wissen. Wenn du einen Tip bekommst, musst du immer auch dazu sagen, von wem der Tip war. Der Tip mit der Bockwurst für neunundneunzig Cent war vom Kollegen Jürgen, der erst gar keine Tips geben wollte, später aber neben einigen Bäckereien auch die "Sun" Tankstelle am Adlergestell empfahl.

Bevor ich's vergesse, noch eines der Dinge, die ich von Andrew gelernt habe: Der Ossie ist im Kommen! - zumindest in Amerika. Warum das so ist, wusste selbst Andrew nicht. Was es bedeutet, dürfte dafür klar sein, nämlich dass Schwaben, und das auch in Berlin, auf dem absteigenden Ast sind. Das wiederum tut mir für den armen Sascha leid, der vor allem dadurch bekannt geworden ist, weil er sich als zugezogener Schwabe so gut auskennt in Berlin; aber so, also wenn sich überhaupt gar keiner mehr, sieht man mal von dem Justin Bieber Fan ab, für ihn interessiert, nie runter kommen wird von seinen Schulden, worunter wir letztendlich alle, dem Internet sei Dank, weiterhin leiden werden, und weswegen es wirklich schade ist, dass der arme Andrew nicht den armen Sascha kennengelernt hat.

Foto&Text TaxiBerlin

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen