12.09.2015

AUSZEIT ENDE


Ende (räumlich)

Alles hat ein Ende, sagt man. Manches hat aber auch zwei, beispielsweise eine Auszeit. Also meine zumindest. Und zwar ein räumliches und ein zeitliches. Zeitlich gesehen befinde ich mich gerade in der Halbzeit, räumlich dagegen am Ende, was gleichzeitig das Ende Europas ist. Irgendwie erinnert es (Foto) an Schottland, was möglicherweise daran liegt, dass Schottland der Auszeit räumlich diagonal gegenüberliegt. Ich weiß es aber nicht genau.

Was ich weiß, ist, dass die Problematik von Raum und Zeit eine entscheidene Rolle beim Taxifahren spielt, wenn nicht gar DIE entscheidene. Ich meine damit, dass ich zwar zur richtigen Zeit unterwegs sein kann, es aber trotzdem nichts bringt, wenn ich am verkehrten Ort bin, oder umgedreht. Es nützt also nichts, um nur ein Beispiel zu nennen, mit dem Taxi am Tage in Friedrichshain unterwegs zu sein, wenn dort nur Nachts der Bär steppt.

Damit sage ich nicht, dass sich niemand tagsüber im Friedrichshain aufhalten darf (das nicht!), auch wenn ich mir dies in letzter Zeit immer öfter wünsche, was aber ausschließlich an meiner Überempfindlichkeit, genauer: an der Überempfindlichkeit meiner Augen und Ohren liegt, also ein ganz privates Problem darstellt, was nicht hierher gehört. Selbstverständlich darf jeder wann und wo es ihm beliebt im Friedrichshain unterwegs sein, nur eben kein Taxifahrer tagsüber, wenn er Geld verdienen will.

Ein Taxifahrer, der Geld verdienen will, sollte nur Nachts und nach Möglichkeit nur am Wochenende mit seinem Taxi durch Friedrichshain fahren, was nicht allzu schwer sein sollte, denn Friedrichshain ist bekanntlich der kleinste Stadtbezirk und somit, zumindest räumlich, durchaus zu meiden oder besser: zu umfahren. Wie gesagt, diese Regelung betrifft nur Taxifahrer, die Geld verdienen wollen. Andere habe ich allerdings noch nicht kennengelernt.

Nun ist es aber auch so, dass Geld vielerorts überbewertet wird, das ist bekannt. Auch deswegen empfiehlt sich eine Auszeit - aber nicht nur. Eine Auszeit, und hier spreche ich aus Erfahrung, ist eine sehr gute, wenn nicht gar die beste, Möglichkeit, überflüssiges Geld, welches man zum Beispiel Freitag/Samstag Nachts im Friedrichshain aufgelesen hat, irgendwie loszuwerden. Das setzt allerdings eine prinzipielle Bereitschaft zum Loslassen voraus, das dürfte klar sein.

Das mit dem Loslassen hört sich einfacher an als es getan ist, auch hier spreche ich aus Erfahrung. Wer allerdings Loslassen kann, dem öffnen sich noch einmal ganz neue Möglichkeiten, um nicht zu sagen Dimensionen. Beispielsweise die, die eingangs beschriebene Problematik von Raum und Zeit einmal völlig getrennt voneinander zu betrachten. Für die meisten ist es eine ganz neue Erfahrung, zeitlich vielleicht am Ende zu sein, aber eben nicht räumlich.

Das ganze funktioniert natürlich auch umgedreht, wie in meinem Fall, wo ich zwar räumlich am Ende meiner Auszeit angekommen bin, zeitlich aber noch lange nicht. Dass dies möglich ist, liegt daran, dass die Problematik von Raum und Zeit, nähert man sich ihr ohne monetärem Zwang, wie im vorliegenden Fall, nicht nur eindeutig, sondern eineindeutig ist. Mehr möchte ich dazu nicht verraten, vielleicht noch soviel: Auch du kannst die Erfahrung machen Raum und Zeit getrennt zu betrachten. Du musst nur loslassen können.

Foto&Text TaxiBerlin

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