18.07.2015

"TRASH FOOD" #1

Grüne Bohnensuppe / "My Soup"

Nachdem ich neuerdings vom "Cosmopolitan" im fernen Amerika als Food-Blogger ausgemacht wurde, stehe ich mächtig unter Druck, diesem doch irgendwie neuen Blick von außen auf mich und meinem Blog gerecht zu werden, weswegen ich auch die neue Rubrik "Trash-Food" auf meinem "Taxi-Blog" gestartet habe.

Hier nun der erste Beitrag in meiner neuen Rubrik "Trash-Food", wobei ich gleich klarstellen muss, dass obige Bohnensuppe von "My Soup" kein Trash ist, sondern eher das Gegenteil, doch dazu später mehr. Die ganze Geschichte fing damit an, dass ich neuerdings für eine Firma im Wedding fahre.

Um die Ecke von meiner neuen Firma befindet sich "My Soup", eine Art Kantine mit alles anderem als Taxifahrerfreundlichen Öffnungszeiten und vor allem ohne Verkaufstresen, wo man irgendetwas bestellen könnte. Die Bestellung erfolgt durch eine Tür mit Fliegengitter, die direkt in die Küche führt.

Immerhin gibt es vor der Tür einige Sitzmöglichkeiten und auch Sonnenschirme, so dass man sein Essen im Schatten und vor allem nicht im Stehen einnehmen kann. Meine Suppe, und das ist jetzt wirklich ein wichtiges Detail, wurde nicht, wie sonst üblich, in der Mikrowelle sondern in einer Pfanne auf einer richtigen Flamme erhitzt und mir danach wohltemperiert serviert.

Die grünen Bohnensuppe, ich habe sie gestern bereits ein zweites Mal ausprobiert, ist durchaus zu empfehlen, was meiner Meinung nach vor allem daran liegt, dass sie eher türkisch und weniger deutsch zubereitet wird, was wiederum darauf zurückzuführen ist, dass "My Soup" von einer Handvoll türkischer Frauen betrieben wird.

Dass die Zubereitung türkisch ist, erkennt man daran, dass die Brühe nicht klar, wie hierzulande üblich, sondern rotbräunlich ist, was zumindest meiner bescheidenen Meinung als "Kleiner Gourmet" nach an der Verwendung von Tomaten und rotem Paprika liegt.

Wo ich einmal bei türkischem Essen bin. Letzte Nacht erreichte mich eine e-mail von der Berliner Funkzentrale mit meinem Namen (TaxiBerlin), in der man mir "Ein Frohes Zuckerfest" wünscht, wofür ich mich erst einmal auch an dieser Stelle bedanken möchte, auch wenn ich mit dem Zuckerfest nicht viel anzufangen weiß.

Ehrlich gesagt fühle ich mich etwas schlecht, dass das so ist, dass ich mit dem Zuckerfest nichts anzufangen weiß, weswegen ich auch schon die ganze Zeit überlege, was ich daran wie ändern könnte, und da fiel mir ein, dass ich mir in den letzten Wochen am Flughafen Tegel öfters etwas türkisches zu Essen geholt habe.

Dazu muss man wissen, dass es am Flughafen Tegel einen Imbiss nur für Taxifahrer gibt, von Insidern liebevoll "Pilotenbude" genannt, der irgendwann gegen 21 Uhr schließt, also bevor die letzten Flugzeuge gelandet sind, und weswegen es sich bereits vor vielen Jahren eingebürgert hat, dass nach 21 Uhr fliegende türkische Händler ihre Waren auf dem Parkplatz für Taxifahrer anbieten.

Das war auch in den letzten Wochen so, nur dass die fliegenden türkischen Händler immer schon vor 21 Uhr da gelandet waren, wo bisher die "Pilotenbude" das Monopol hatte, was mit dem Ramadan zu tun haben soll. Neu war für mich auch zu hören, dass die fliegenden türkischen Händler angeblich überhaupt keine Genehmigung zum Verkauf hätten, weder nach noch vor 21 Uhr, und dass selbst die Flughafengesellschaft nichts dagegen tun könne.

"Ohne Genehmigung" war für mich das Stichwort. Es erinnerte mich sogleich an mein Berlin Anfang der Neunziger, als alles möglich war, und wo beispielsweise jemand mitten auf der Oranienburger in Mitte seine weiße Bohnensuppe aus der Gulaschkanone heraus verkauft hat, allerdings nicht lange. Dann kamen Polizei und Ordnungsamt und drohten mit Hygiene und dem ganzen Quatsch.

Und bevor es nun eventuell bald auch die fliegenden türkischen Händler auf dem Flughafen Tegel erwischt, wollte ich zumindest mal ihre Spezialitäten probiert haben, damit man auch im fernen Amerika weiß, wie die so schmecken. Ich kann es kurz machen: Sowohl die türkische Pizza (Lahmacum) als auch der Sesamring (Simit) waren einmalig, genauso wie die grüne Bohnensuppe von "My Soup".

Foto&Text TaxiBerlin

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