27.07.2015

NOCHMAL STURMWARNUNG


Der schiefe (S)Turm von Berlin

Der Ein und auch der Andere ist, wohl auch wegen meiner Warnung, am Wochenende einfach mal zu hause geblieben. Das ist, das habe ich gerade erfahren, vielen nicht leicht gefallen. Sie wussten einfach nicht, was sie dort mit sich anstellen sollten. Zum Glück hat bereits die neue Woche begonnen. Der Sturm ist vorbei und alle können in ihren Büros und Cafés wieder total kreativ sein.

Jetzt, wo ich darüber schreibe, fällt mir auch auf, was mir zu meinem Glück fehlt und warum ich nicht kreativ sein kann. Viel zu lange dachte ich, man könne im Taxi kreativ sein. Dabei stimmt das gar nicht. Wie willst du im Taxi kreativ sein? Wie soll das gehen? Guck dir die Typen im Taxi doch mal an! Sehen so Kreative aus?

Aber wie sehen Kreative aus? Diese Frage hat mir neulich ein Fahrgast abschließend beantwortet. Und sie musste es wissen! Sie war nicht nur weiblich und Modeinteressiert, sondern von Beruf Friseurin. Den Beruf gibt es wirklich, ist allerdings, dass ist leider auch die Wahrheit, allgemeinhin nicht für seine Kreativität bekannt.

Also meine Friseurin meinte, man erkenne Kreative an ihrer Frisur, was mir sehr logisch erscheint, weil man Kreative, und gerade in einer Stadt wie Berlin, wo jeder tragen kann, was er will, eben nicht an ihren Klamotten erkennt. Seine Frisur, und jetzt kommt das wichtigste, sieht so aus, als hätte sich der Kreative gerade aus dem Bett geschält. Bärte inklusive.

Wie der aussieht, der sich gerade aus dem Bett geschält hat, dürfte klar sein sein. Das ist auch nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass der Kreative, um so auszusehen, als hätte er sich gerade aus dem Bett geschält, vorher vier Stunden vorm Spiegel gestanden hat. Das ist übrigens auch der wahre Grund, warum keiner mehr bei Sturm rausgeht. Pure Angst. Um die Frisur. Um die Kreativität.

Foto&Text TaxiBerlin

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen