21.07.2015

FREMD IN DER EIGENEN STADT


Berlin ohne Berliner

Manchmal läuft Taxifahren - und manchmal nicht. Wenn es läuft, fährt man viel, hat viele Fahrgäste. Warum das ausgerechnet zum Ferienbeginn letztes Wochenende in Berlin so war, kann ich nur vermuten. Offensichtlich gibt es genug Berlin-Besucher, die Taxi fahren wollen. Komisch ist es schon, nicht nur Wildfremde, sondern ausschließlich Auswärtige durch die Stadt zu kutschieren.

Für manch einen mag das Alltag oder nicht neu sein. Für mich schon. Ich vermisse meine Berliner bei mir im Taxi. Und nicht nur das. Ich vermisse auch meine Berliner bei mir im Kiez. Nichts gegen Auswärtige, weiß Gott nicht. Und auch nichts gegen Zugezogene, selbst sie muss es geben. Aber müssen sie mich alle so komisch anschauen, als wollten sie fragen: Was will der denn noch hier?

Zum Glück gibt es da noch die Stadt und ihre Lichter, wenn schon keine Berliner im Taxi. Aber ist es noch die selbe Stadt? Sind es noch die selben Lichter? Und wer bin ich, um dies beurteilen zu können? Bin ich nicht selbst längst zum Fremden geworden, der mit seinem elfenbeinfarbigen Raumschiff durch eine neue Welt gleitet?

Foto&Text TaxiBerlin

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