24.06.2015

"GESPONSERTER BEITRAG"


Geschlossen

Gestern erreichte mich die e-mail eines Escort Service. Das Schreiben war zugegeben etwas kryptisch, weswegen ich nachfragen musste, um was es genau gehen würde. Der Escort Service, den ich bisher nicht kannte, obwohl ich ja sonst so einiges kenne, wollte wissen, ob ein "gesponserter Artikel" auf meinem Blog möglich wäre.

Der "gesponserte Artikel", für diejenigen, denen es wie mir geht, ist erst einmal orthografisch richtig. Es heißt zwar "Sponsor", später dann aber "gesponsert" - weiß der Teufel warum. Dem Escort Service schwebte ein Artikel vor, der sich mit dem Thema Escort befasst und natürlich zu meinem Blog passt. Das ist ja wohl das mindeste.

Beispielsweise so: Ein Fahrgast ist auf dem Weg in sein Hotel und erkundigt sich beim Ortskundigen Taxifahrer nach einem Escort Service. Das soll schon vorgekommen sein, da war sich der anfragende Escort Service sicher. Darüber hinaus ließe sich die Suche nach dem, was einem den Abend versüßt, beliebig ausschmücken.

Da die genaue Gestaltung des Artikels großzügigerweise mir überlassen bleiben sollte, schlug ich vor, doch einfach bei der Wahrheit zu bleiben, weil man mit der bekanntlich am weitesten kommt. Um genau zu sein, bot ich an, folgendes zu schreiben:

Ein mir unbekannter Escort Service kontaktiert mich mit der Anfrage nach einem "gesponserten Artikel". Anbei schickten sie mir, das vergaß ich zu erwähnen, zwei Links ihrer "jüngsten Kooperationen" mit irgendwelchen Blogs. Die armen Blogger. Manch einer ist sich wirklich für Nichts zu schade. Darüber hinaus könne ich nichts schreiben, da mir weder der Escort noch der angebotene Service bekannt wären, antwortete ich wahrheitsgemäß dem Escort Service.

Gutmenschen- und Gender-Konform sollte ich wohl Die armen Frauen anstelle von Die armen Blogger schreiben. Wobei das genau der Knackpunkt war, an dem vermutlich alles gescheitert ist. Der Service der Escort Frauen kostet nämlich pro Stunde 250 Euro aufwärts, weswegen ich vorschlug, die mir angebotenen 100 Euro Aufwandsentschädigung (netto - versteht sich!), über die natürlich auch zu schreiben gewesen wäre, um einiges aufzustocken.

Jetzt nicht, weil ich Geldgeil bin. Das nicht! Sondern ausschließlich meiner eigenen Glaubwürdigkeit wegen. Wer würde mir den Tip mit dem Escort Service abnehmen, wenn er liest, dass ich mich weit unter Wert verkauft habe. So einen Artikel zu schreiben braucht Zeit. Dazu kommt das Bild. Das macht sich auch nicht von alleine. Der Fahrgast-Freier ist sicherlich geil, vielleicht sogar Notgeil, aber eben nicht automatisch dumm. Wahrscheinlich, das ist aber nur eine Vermutung, fährt er auch deswegen mit mir lieber direkt zu den Frauen, als sich von mir in Sachen Escort Service beraten zu lassen.

Foto&Text TaxiBerlin

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