07.05.2015

MOBIL TROTZ STREIK


So geht es

Nachdem ich bisher vor allem meine Sympathien mit den Streikenden zum Ausdruck gebracht habe, ist es an der Zeit, dass ich mich nun den Betroffenen des Streiks zuwende. Die sind nicht nur in der Mehrheit, sondern haben mehrheitlich auch gerade viel Zeit. Mancherorts soll es schon so sein, dass sich Betroffene gar nicht mehr vor die Tür trauen, weil sie nur noch den Weg von ihrem zu Hause zum Bahnhof oder zur Haltestelle kennen und sonst nichts weiter.

Und wenn dort, also am Bahnhof oder an der Haltestelle, tote Hose ist, was sollen sie dann noch draußen? Richtig - Nichts! Das ist nur logisch und folgerichtig. Dieser Umstand, aber das nur nebenbei, ist auch das eigentliche Problem. Nicht etwa, dass manch einer nicht zur Arbeit kommt, denn produziert wird bei uns bekanntlich schon lange nichts mehr. Ein Bahnstreik in China wäre jedenfalls viel schlimmer.

Das eigentliche Problem ist, dass die Leute, die nicht mehr vor die Tür gehen, auch nicht mehr konsumieren. Denn dazu müssten sie ja ihre Wohnung verlassen, was sie aber nicht mehr tun, obwohl, und da hat die Lokführer-Gewrkschaft recht, es genug alternative Verkehrsmittel gibt. Und hier greift meine Idee der Mobilität trotz Streik an. Pfeif auf die Bahn, nimm dir einen Esel und mach Schluss mit dem Russisch-Roulette auf den Gleisen vor deiner Haustür!

Der Esel ist sowohl bio- als auch ökologisch, bringt dich überall hin (und nicht nur zum Bahnhof oder zur Haltestelle!), und trägt dir auch deine Einkäufe nach Hause. Außerdem äpfelt er mehrmals täglich, was dir den Kompost und die teure Pflanzenerde erspart. Aber nicht nur das! Du bist dann auch nicht mehr so alleine, hast jemand, an den Du dich anlehnen kannst, der dich nicht verlässt, wenn Du mal nicht gut drauf bist, vorausgesetzt, Du hast das Tier gut angebunden.

Wo Du ihn anbinden sollst, fragst Du, der Du in der Stadt wohnst. Auch hier hast Du Glück, denn es ist Frühling überall im Lande, und so kannst Du deinen Esel überall anbinden. Sicherlich stehen vor deiner Tür oder im Park um die Ecke schon andere Tiere, dann ist auch dein Esel nicht mehr alleine. Alleine mit Menschen ist manchmal nämlich auch nicht einfach. Wer weiß das besser als ein Taxifahrer ...

Foto&Text TaxiBerlin

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