01.05.2015

MEIN ERSTER UND ZWEITER MAI


Auf dem Mariannenplatz und auf der Schönhauser Allee

Immer zum 1.Mai (Und nur zum 1.Mai!) verlasse ich meine reich bestuckte Friedrichshainer Wohnung und begebe mich auf den Mariannenplatz in Kreuzberg, aber nicht etwa um zu Demonstrieren. Nein, das Demonstrieren überlasse ich anderen, die mehr davon verstehen. Ich bin kein Demonstrant, ich bin ein Tänzer!

Ich gehe nur zum Tanzen auf den Mariannenplatz. Einstimmen lasse ich mich immer von der Orgelmusik in der Sankt Thomas Kirche - so auch heute. Danach stürze ich mich direkt ins Getümmel, und da, also im Getümmel, haben es mir die Kurdischen Weisen angetan.

Da muss man natürlich aufpassen, dass man ja bei den richtigen landet, denn auch bei den Kurden gibt es "Judäische Volksfront" und "Volksfront von Judäa", und einer von beiden ist der Spalter. Wer genau, das vergesse ich jedes Jahr aufs Neue. Es ist auch nicht so wichtig, denn getanzt wird bei beiden, und darauf kommt es an.

Für morgen bin ich auch bereits gebucht, und zwar zum "Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen", zu denen ich ganz offiziell gehöre. Auch hier werde ich das Demonstrieren anderen überlassen, in dem Fall denen, die schlimmer von der Arbeitslosigkeit betroffen sind als ich, und das sind so einige. Ich bin ja noch ein ganz neuer Arbeitsloser.

Was ich mir auf keinen Fall entgehen lasse, ist die "Bolschewistische Kurkapelle", die ab etwa 16Uhr den Mittelstreifen der Schönhauser Allee in Höhe der neuen "Baitz" rocken soll, zumindest wenn man den Angaben von Robert Weber trauen darf. Ich bin gespannt, ob sie mit den Kurdischen Weisen mithalten kann, aber vor allem, ob es auch wie heute in Kreuzberg einen schönen Ringelpietz mit Anfassen gibt.

Foto&Text TaxiBerlin

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen