27.05.2015

BITTE NICHT VORM AUFSTEHEN !


Reif für's Asyl

Tausendmal hab ich den Leuten gesagt, sie sollen mich bitte sehr nicht vorm Aufstehen anrufen - und was machen sie? Genau das! Gut, beide Anrufe waren wichtig, sehr sogar. Und beide hatten auch irgendwie miteinander zu tun.

Beim ersten Anruf war mein Bürgermeister am Apparat. Also jetzt nicht der von Berlin, sondern der vom fernen Bulgarien, wohin ich mich immer zurückziehe, wenn ich genug Geld mit dem Taxifahren in Berlin gemacht habe. Berlin ist, wenn man so will, nur mein Büro.

Der Grund für den Anruf vom Bürgermeister war die bevorstehende Wahl. In Bulgarien läuft das mit der Wahlwerbung noch ein bisschen anders, was mir, wenn ich ganz ehrlich sein soll, auch besser gefällt. Leider musste ich meinem Bürgermeister absagen, aus dem einfachen Grund, weil ich noch nicht genug Kohle zusammen habe, jetzt nicht um ihn zu wählen, sondern um nach Bulgarien zu kommen.

Der zweite Anruf war von meinem einzigen Leser, einem älteren Herrn und schlauen Fuchs aus Reinickendorf, der alle meine Beiträge nicht nur liest sondern auch versteht. Und da ihm die letzten mal wieder gut gefallen haben, schlug er mir vor, in die Politik zu gehen. Er ging dabei so weit, mir sogar die Kanzlerschaft anzutragen.

Er, also der ältere Herr und schlaue Fuchs aus Reinickendorf, würde auch einen Posten in meiner Regierung übernehmen, und zwar der des Seniorenbeauftragten. Immerhin eine Sorge weniger. Bleibt eigentlich nur das Problem, dass ich nicht in die Politik sondern nur Taxifahren in Berlin will. In die Politik kriegen mich keine zehn Pferde - vorher mach ich 'n Eselasyl in Bulgarien auf!

Foto&Text TaxiBerlin

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen