17.04.2015

TO GO OR NOT TO GO ?


Das ist die Frage!

Der ein oder andere wird sich jetzt fragen, warum ausgerechnet ich als Taxifahrer etwas zum Thema "Gehen" im Sinne von "Laufen" (und nicht im Sinne von "Fahren", wie von englischsprachigen Fahrgästen immer wieder angenommen bzw. behauptet - Stichwort: "we go ... "), zu sagen habe. Das hängt damit zusammen, dass ich eigentlich ein "Geher" bin, also von Natur aus. Das mit dem "Fahren" hat sich irgendwie später ergeben, wurde mir also nicht in die Wiege gelegt. Ganz genau war es so, dass ich früher, also bevor ich mit dem Taxifahren anfing, sämtliche Strecken in der Stadt, die ich heute mit dem Taxi fahre, locker abgelaufen bin.

Das war eigentlich sehr schön damals, das muss ich schon sagen. Klar, manchmal nervte der Verkehr schon, dafür sind die Bürgersteige aber in der Regel breit genug, dass man sich zumindest als Fußgänger irgendwie aus dem Weg gehen kann, vorausgesetzt es funkt kein Fahrrad dazwischen, was heute viel öfter passiert. Prinzipiell ist mein Eindruck, dass früher mehr gelaufen wurde, auch in Berlin, selbst wenn sich das viele heute gar nicht mehr vorstellen können.

Viel früher, also kurz nach dem Krieg, sind die Leute sogar durch die ganze Stadt gelaufen, nur um etwas zu essen zu finden. Und wenn sie was gefunden hatten, manchmal fanden sie auch nichts, mussten sie den ganzen Weg wieder zurück, beispielsweise von Lichtenberg nach Charlottenburg und zurück. Das musst Du dir mal vorstellen!

Ich weiß, das ist schwer, also das mit dem Vorstellen, und besonders das mit dem durch die halbe Stadt wegen was zu essen, wo es heute an jeder Ecke irgendwas "to go" gibt, wogegen auch gar nichts zu sagen ist, wenn die Leute denn mit ihrem "to go" in der Hand auch mal wirklich ein Stück laufen würden. Und damit meine ich nicht die hundert Meter vom Bäcker zur nächsten Bank oder Haltestelle!

Foto&Text TaxiBerlin

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