28.04.2015

PRENZLAUER BERG PRENZLBERG GLÄNZLBERG


Andere Mülleimerwerbung der Berliner Stadtreinigung

Meine letzte Kundin sagte, sie lerne in letzter Zeit nur Typen kennen, die allesamt am Kollwitzplatz wohnen. Für sie war das sozusagen ein alter Hut, was für mich noch eine neue Masche ist. Bei ihrer letzten Bekanntschaft jedenfalls wusste sie bereits bestens über seine Wohnverhältnisse bescheid, bevor der scheintote Langweiler selbst darüber Auskunft geben konnte: Kollwitzplatz, Dachgeschoss, einhundert Quadratmeter, Blick auf den "Alexanderturm" ...

Was für ein Abstieg! Vom früheren Prenzlauer Berg der Boheme über den Prenzlberg der Bionade-Biedermeier zum schicken, nur leider toten Glänzlberg von heute. Aber das haben Berge so an sich, dass es auch mal bergab geht. Und runter ist keineswegs einfacher wie den Berg hoch. Das weiß ich aus Erfahrung. Runter kann auch schnell mal janz doll ins Auge gehen, was wir natürlich niemandem wünschen.

Hm, warum eigentlich nicht!?! Was ist so schlimm an einem Crash? Klar, es trifft oft die Verkehrten. Aber das ist doch heute schon so! Apropos, fällt mir dazu ein. Habe ich gerade irgendwo in der Stadt gelesen, ist leider nicht von mir, sondern von Kurt Tucholsky alias Peter Panter aus dem Jahre 1929, und hat irgendwas mit dem die Tage stattfindenden Berliner Literaturfest zu tun:

Ich sehe sie vor mir: Schluchzende Devisenhändler, Taschentuchringende Fondsmakler ... Es muss fürchterlich sein.

Foto&Text TaxiBerlin

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