24.04.2015

ES MUSS NICHT IMMER DIE WEITE WELT SEIN


Schwarzes Brett / Flughafen Tegel (TXL)

Es muss nicht immer die weite Welt sein. Ich fahre auch gerne mal einfach so zum Flughafen. Neulich zum Beispiel, genau genommen vorgestern, war ich sogar mit dem Fahrrad dort. Das stimmt wirklich. Erstmal war das Wetter schön. Dann war ich sowieso in der Gegend wegen einem Termin. Ich habe in letzter Zeit viele Termine. Deswegen komme ich auch kaum noch zum Taxifahren.

Mein Fahrrad habe ich direkt neben der "Pilotenbude" an einem Laternenmast angeschlossen. Die "Pilotenbude" ist der kleine Imbiss für Taxifahrer gleich rechts wenn man am Flughafen reinkommt, und bevor es zum Terminal C geht. Von dort startete ich meine obligatorische Flughafenrunde, d.h. ich bin zu Fuß hoch zu dem kleinen Taschenbuchladen am Haupteingang, was am Terminal B ist, wo die Busse halten.

Die Verkäuferinnen fragen mich dort immer, ob sie mir was empfehlen können. Ich sag dann meist "Nein", weil ich ja lesen kann. Manchmal frage ich sie auch, ob ich ihnen was empfehlen soll. Aber nur wenn ich gut drauf bin, so wie vorgestern. Da erzählte der Frau, was ich so alles für Bücher lese, weswegen sie gar nicht mehr zum Verkaufen kam, was ja heutzutage das wichtigste ist.

Ich bin dann schnell weiter durchs Terminal A, was ein Kreis mit vielen Ecken ist, aber gegen den Uhrzeigersinn. Das ist wichtig! Sonst macht es keinen Sinn. Manchmal lasse ich mich von der Tante ansprechen, die jedem der vorbeikommt, eine Kreditkarte schenken möchte. Das sei alles ganz einfach und sogar kostenlos, also die Karte. Die Beratung natürlich auch. Zum Schluss habe ich ihre Karte dann doch nicht genommen. Ich habe ja gar kein Geld dafür, wo ich doch kaum noch zum Arbeiten komme.

Wo ich gerade beim Geld bin. Am Flughafen Tegel gibt es sowohl kostenfreie als auch kostenpflichtige Toiletten. Da muss man höllisch aufpassen, dass Mann und auch Frau da nicht verkehrt geht. Dass da noch keiner auf die Idee gekommen ist, einen eigenen Führer für die Toiletten rauszubringen. Das ist eine echte Marktlücke. Damit sollte sich die Tante mal beschäftigen, und nicht mit ihren Kreditkarten!

Irgendwo am Gate neun oder zehn wird es plötzlich eng. Da stehen so viel Leute mit ihren Rollkoffern, da komme ich gar nicht vorbei. Zum Glück hab' ich das Fahrrad an der "Pilotenbude" gelassen. Aber selbst ohne Fahrrad geht es nicht. Ich muss raus auf die Straße, wo eine Politessin gerade Strafzettel an die parkenden Autos verteilt. Knöllchen für parkende Rollkoffer gibt es wohl noch nicht?

Am Ende vom Terminal A darf man nicht den Abgang zum Terminal E verpassen. Das ist einfacher, wenn man, so wie ich, zurück zur "Pilotenbude" will. Bevor es rausgeht kommt man noch am Sperrgepäckschalter vorbei, wo immer die verrücktesten Leute sitzen. Die darf man auf keinen Fall verpassen, sonst war man nicht in Tegel! Und dann hat man es auch fast schon geschafft.

Ich gehe dann meist noch bei den Autovermietern vorbei und sage "Hallo", nur neulich nicht. Sonst hätte ich rausgefunden, dass man für die dortige Toilette jetzt einen Schlüssel braucht. Zurück an der "Pilotenbude" habe ich erst einmal einen Kaffee getrunken. Fast alle Taxifahrer schauen dort auf die Monitore, um zu wissen, wo sie hinmüssen. Mich interessiert das nicht. Ich weiß ja, wo ich hin will.

Neulich fragte ich einen Kollegen, was er denn auf den vielen Monitoren sehe. Er sehe, dass er überall hinfahren könne, war seine Antwort. Aber das wusste er doch schon vorher, oder? Er schaute mich "ungläubig" an, weswegen ich schnell weiter ging zum Schwarzen Brett nebenan, so wie jetzt (Foto). Und das hat sich ohne Frage gelohnt, das muss ich schon sagen. Da ist wirklich ein Fahrer samt Taxi verschwunden. In Berlin - einfach so!

Dann werde ich bei der Rückfahrt mal die Augen offenhalten ...

Foto&Text TaxiBerlin

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