24.03.2015

WARUM DAS TROTZDEM EIN TAXIBLOG IST, OBWOHL KEINE GESCHICHTE (NICHT EINE EINZIGE!) MIT "STIEG MIR NEULICH EINER EIN ..." BEGINNT UND WARUM ES EINE SERIE IST, DIE LEIDER FORTGESETZT WIRD ... (TEIL ZWEI)


Possierliches beim Posieren

Im ersten Teil meiner neuen Serie mit einem zugegeben etwas sperrigen Titel, weswegen ich ihn an dieser Stelle nicht wiederholen möchte, habe ich behauptet, dass auch Mitleid eine Rolle spielt, dass hier keine Geschichte mit "Stieg mir neulich einer ein ..." beginnt. Da aber Mitleid allein ein schlechter Motivator ist, muss es zwangsläufig noch einen anderen Grund geben. Genau den habe ich in den letzten Tagen gesucht und auch gefunden.

Ich fange am Besten mal so an. Nach mehr als zwanzig Jahren im Taxi komme ich, das schrieb ich bereits, auf etwa eine Million Euro Umsatz und, jetzt kommt das Neue!, auf einhunderttausend Fahrten. Da viele nicht alleine mit dem Taxi fahren, ist schließlich auch eine Geldfrage, komme ich unterm Strich auf irgendwas zwischen zweihundert- und dreihunderttausend Fahrgäste, die ich mit meinem Taxi befördert habe.

Mir geht es dabei nicht um Zahlen. Die überlasse ich gerne den Statisten und Statistikern, denn Zahlen alleine sagen letztendlich nichts aus. Mir geht es darum, was diese vielen Fahrgäste bei mir hinterlassen haben. Dazu muss man wissen, dass ich in meinem Taxi eine Entwicklung durchgemacht habe, und dass ich heute ein anderer bin als am Anfang meiner Taxifahrerkarriere, und dafür danke ich auch meinen vielen Fahrgästen.

Allerdings, und das stimmt eben auch, wiederholen sich nach zwanzig Jahren "on the road" irgendwann die Gespräche mit den Fahrgästen, auch weil sie oft schon nach wenigen Worten, wie man so schön sagt, ein offenes Buch für mich sind. Immer öfter ist es wie bei einem Wiedersehen mit alten Freunden, die man einmal im Jahr trifft und dann immer dasselbe fragt, dass man auch die Antworten der Fahrgäste bereits vorher weiß.

Hinzu kommt, dass manche Geschichte, die einem im Taxi erzählt wird oder erzählt werden soll, einen rein gar nicht interessiert. Das ist eine Entwicklung, die sozusagen parallel zu meiner eigenen verläuft, und schon wieder eine eigene Geschichte frei nach dem Motto "Früher war nicht alles besser aber vieles anders" ist, über die ich vielleicht im nächsten Teil schreiben werde.

Im Zusammenhang mit den Geschichten, die einen rein gar nicht interessieren, empfinde ich es als ein großes Glück, dass für solche Fälle heute immer mehr schwarze Limousinen (Foto) bereitstehen.

Wird leider fortgesetzt ...

Foto&Text TaxiBerlin

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