30.03.2015

VON FLASCHENSAMMLERN, BETTLERN, TAXIFAHRERN UND KÜMMERERN


Bettler bei der Arbeit

Flaschensammler, Taxifahrer und Bettler sind Brüder, deren zu hause die Straßen und Plätze sind. Wie unter Brüdern üblich, hat ein jeder seine Präferenzen, wen er lieber mag. Grundsätzlich ist es aber auch hier so, dass sich alle lieb haben.

Ich kann nur für den Taxifahrer sprechen, erstmal, weil ich selber einer bin, und außerdem, weil ich mich da halbwegs auskenne. Unter uns ist es mehr oder weniger Fifty/Fifty. Es gibt Taxifahrer, deren Sympathien eher dem Bettler gelten. Und dann gibt es Taxifahrer, die sich mehr den Flaschensammlern verbunden fühlen.

Eine mögliche Erklärung, warum Taxifahrer eher mit Bettlern sympathisieren, ist, weil diese sich selbst als Wegelagerer sehen, was bei Bettlern alleine durch deren Immobilität unvermeidbar ist. Das Spektrum der Wegelagerer reicht in beiden Fällen vom aggressiven über den notorischen bis hin zum sich weiter bildendenden (Foto), was allerdings ein Thema für sich ist.

Wahrscheinlicher für die Bettlerpräferenz, sie betrifft nicht nur Taxifahrer, ist, dass man sich um den Bettler viel besser kümmern und dadurch auch sich selbst bessern fühlen kann, man also zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt, was so weit OK ist. Nur hat das mit dem Kümmern in der Regel ein zeitliches Limit, weswegen es letztendlich keine nachhaltige Lösung ist.

Das mit dem zeitlichen Limit habe ich mir nicht ausgedacht, sondern basiert auf validen Daten, denn ich selbst halte es eher mit den Flaschensammlern. Die können keine Wegelagerer sein, genauso wie ich als Taxifahrer keiner bin, alleine weil wir viel zu aktiv sind. Weder um den Flaschensammler, noch um mich, muss man sich kümmern, was wiederum schlecht für die Kümmerer ist.

Obwohl, wenn ich's mir recht überlege, gibt es doch etwas, was wir alle tun können. Und zwar uns oder unsere leeren Flaschen so auf der Straße zu postieren, dass wir/sie einerseits nicht im Weg rumstehen, und andererseits nicht zu übersehen sind.

Foto&Text TaxiBerlin

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