07.03.2015

MEIN NEUES LABEL


Erster Entwurf

Dass jemand in dem, was er tut, immer besser werden will, ist heute keine Selbstverständlichkeit. Dies gilt insbesondere für Taxifahrer. Manch Taxifahrer schämt sich regelrecht, wenn er nach seinem Beruf gefragt wird. Ein anderer will gar was besseres sein, obwohl er noch nicht mal richtiger Taxifahrer ist. Und selbst ich muss mir die Frage gefallen lassen, ob ich mich ausreichend mit dem Taxifahren identifiziere, wenn ich es so oft als Hobby bezeichne.

Wenn ich mir manch Kollegen, aber vor allem "Kollegen, so ansehe, dann möchte ich schon lieber sagen: "Ich fahre Taxi", anstelle von: "Ich bin Taxifahrer". Das ist ein Unterschied, wenn auch nur ein marginaler. Aber ich will nicht zu sehr auf meinen Berufsstand herumhacken, das könne andere besser. Eine Zeit lang taten dies sogar unsere sogenannten Interessenvertreter.

Ich erlaube mir an dieser Stelle daran zu erinnern, dass genau die sich vor nicht allzu langer Zeit mit der Flughafengesellschaft zusammentaten, um ihr ureigenes Klientel, den Taxifahrer, klein zu machen. Dass unsere sogenannten Interessenvertreter bei Uber&Co, der Konkurrenz aus dem Internet, anders reagieren, war nicht unbedingt zu erwarten. Mit der Frage, warum das so ist, hat sich meines Wissens noch nie jemand ernsthaft beschäftigt.

Sicherlich, es ist immer besser, einen gemeinsamen Feind zu haben. Nach Möglichkeit einen großen, dann kann man sich selber größer fühlen. Und wenn der Feind weit weg ist, dann ist das auch gut. Ich will nicht ungerecht sein. Immerhin haben unsere sogenannten Interessenvertreter auch schon was getan, damit ihre Taxifahrer besser werden und beispielsweise auch VIPs befördern können, von denen es unter den Berlinern bekanntlich immer mehr gibt.

Aber jetzt mal im Ernst. Wenn ich nur wissen muss, wie man eine Quittung richtig ausfüllt, dass der Augenkontakt zum Kunden wichtig ist und dass ein freundliches "Hallo" oder "Guten Abend" zur Begrüßung nicht schaden kann, dann möchte ich kein VIP-Fahrer sein.

Genau deswegen musste ich mich abgrenzen, musste ich mir was Neues, Besseres, aber vor allem: Eigenes einfallen lassen. Dass ich dies in einer Zeit tue, wo sich der Rest gegen den großen Feind aus Amerika zusammentut, ist dabei nur folgerichtig. Mit dem Strom schwimmen kann jeder. Aber, liebe Berliner Taxifahrer und Interessenvertreter, passt auch auf den neuen Flughafen auf, dass ihr dort nicht zu kurz kommt, und nicht nur auf Uber&Co!

Zum Schluss ein Wort zu meinem eigenen Label "Experience the PLUS difference" (Foto). Das wichtigste dabei ist nicht das PLUS, obwohl groß geschrieben, und auch nicht "difference", der Unterschied, sondern "Experience" - die Erfahrung, die, um nur ein Beispiel zu nennen, so weit geht, dass ich dir bei nahezu bei jedem Foto oder jedem Filmausschnitt sagen kann, wo genau das in Berlin aufgenommen bzw. gedreht wurde, und vielleicht noch wann.

Foto&Text TaxiBerlin

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