18.03.2015

"BERLIN - ALLES WAR MÖGLICH" oder "DIE GLÜCKLICHEN"


BILD-Zeitung vom Montag / Werbung / Detail

Eine Reminiszenz an früher, wo zwar nicht alles besser aber vieles anders war, ist immer eine schöne Sache. Auch deswegen, weil sich viele heute in Berlin gar nicht mehr vorstellen können, wie das einmal war, in den Neunzigern, als in Berlin alles möglich war, was auch kein Wunder ist. Beginnen denn nicht alle Märchen mit "Es war einmal ... "?

Doch zu obigem Fall, wo ein Intensivtäter es in unserer Stadt immerhin zum Schauspieler geschafft hat. Ich persönlich finde es geradezu genial, wenn ein Intensivtäter Schauspieler wird. Einmal, weil ich denke, dass er als Intensivtäter beste Voraussetzungen fürs Schauspielern hat, aber auch, weil es immer noch besser ist, als wenn er Taxifahrer geworden wäre.

Aber nicht nur für Intensivtäter, nein auch für "Berufsmusiker, freie Journalisten, wissenschaftliche Mitarbeiter mit befristeten Verträgen, Geisteswissenschaftler und selbst für Mitdreißiger in ihren Altbauwohnungen in gefragten Wohnlagen mit Staffelmiete" gibt es Hoffnung. Keiner muss zum Intensivtäter werden, Taxifahrer wohl auch nicht, und Schauspieler sind sie ja eh schon.

Das meint zumindest Kristine Bilka in ihrem Debütroman "Die Glücklichen". So weit die gute Nachricht. Die schlechte ist, dass der Roman laut Spiegel ein "beruhigendes und verdientes Happy End" (ein modernes Märchen?) hat, das mit einem Flohmarkt beginnt, im Park endet und sehr süß sein soll.

Nichts gegen süße Sachen, aber meiner Erfahrung nach haben sie oft etwas extrem klebriges an sich, das man so schnell nicht wieder los wird. Das ist übrigens nicht neu - das war schon immer so ...

Foto&Text TaxiBerlin

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