17.02.2015

ZURÜCK AUF DER STRASSE


Erste Gehversuche unter Belastung

Hatte ich bisher überwiegend positiv über meine zweite Schulter-OP geschrieben, mal abgesehen von den höllischen Schmerzen, Au-A Au-A, die nur mit tausend verschiedenen Medikamenten und Unmengen an Alkohol zum runterspülen, zu ertragen sind, möchte ich Dir nun doch, mein lieber Leser und meine liebe Leserin, der Du dich vielleicht schon mit dem Gedanken trägst, dich auch recht bald mal unters Messer zu legen, die ganze Wahrheit sagen.

Ich will jetzt nicht wie gestern beim türkischen Bäcker an der Ecke meine ganze Leidensgeschichte wiederholen. Nur soviel: Da man die drei zerrissenen Bänder meiner linken Schulter nicht ein zweites Mal flicken konnte, selbst ein Dr. Frauenschuh nicht, musste er mir eine Sehne aus dem linken Knie entnehmen, was aber nur fünf Minuten gedauert hat. Dazu muss man wissen, dass es in Deutschland immer dieselbe Seite sein muss - Ordnung muss sein.

Was in Deutschland auch nicht geht, in Amerika schon, ist, eine Tiersehne, beispielsweise vom Schwein zu verwenden. Ob das jetzt mit dem Islam zusammenhängt, der seit kurzem zu Deutschland gehört, ist in dem Moment unwichtig, weil sich der Moslem in mir, ich sage nur: Belagerung von Berlin, äh - Verzeihung, Wien, sowieso nicht auf die Schweinesehne eingelassen hätte, selbst wenn es möglich gewesen wäre.

Das hat nun den Nachteil, dass ich seit der OP das linke Bein ein wenig nachziehe. Man sieht das ganz gut auf obigem Foto, wo ich (rechts) in Begleitung meines Physiotherapeuten (links) und meines Masseurs (Mitte) erste Schritte unter Belastung auf dem Bürgersteig ganz in der Nähe einer großen Straße bei mir im Kiez unternehme.

Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sich das mit dem Nachziehen des linken Beines mit der Zeit geben wird. Der umgekehrte Fall ist allerdings auch möglich, und das ist genau das, was ich meinen lieben Lesern und auch meinen lieben Leserinnen unbedingt wissen lassen wollte. Die Rede ist von der völligen Versteifung des linken Knies. Das ist der Preis, den ich im dümmsten Fall zahle, um wieder eine schöne Schulter zu haben, die ich auch meinen Fahrgästen zeigen könnte.

Ob es dazu kommt, steht allerdings noch in den Sternen. Prinzipiell kann man auch mit einem steifen linken Knie Taxifahren, vorausgesetzt es ist ein Automatik-Fahrzeug, was eine Taxe aber sowieso immer sein sollte. Sollte dieser Fall eintreten, und das ist die gute Nachricht, heißt das aber nicht, dass ich automatisch nur noch mit dem Bleifuß fahre, weil der wäre dann ja links.

Sollte, was wir nicht hoffen, der schlimmste Fall eintreten, und zwar dass ich nicht mehr Taxi fahren kann, so müssen sich weder meine lieben Leser, noch meine lieben Leserinnen ernsthafte Sorgen machen. Zum Glück bin ich lange genug auf der Straße unterwegs, um einen ausreichenden Fundus sowohl an Geschichten, als auch an Bildern angehäuft zu haben, der, selbst wenn ich weiter so fleißig Tagebuch schreibe wie bisher, mindestens bis 2033 reicht.

Foto&Text TaxiBerlin

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