01.02.2015

WAS TATORT, SPIEGEL UND FACEBOOK TEILEN


Berliner Taxi überholt Pankower Pillen Taxi

Es gibt im Leben keine Zufälle. Ich weiß, wovon ich rede, nämlich vom heutigen TATORT, der komischerweise dasselbe Thema hatte, wie ein aktueller Artikel im SPIEGEL. Naja, nicht ganz. Im Fernsehen wurden keine Fotos gemacht, dafür gab es "bewegte Bilder", was letztendlich auf's selbe hinausläuft. Was das alles mit den neuen Regeln bei FACEBOOK zu tun hat, das erfährt der geneigte Leser in diesem Beitrag. Doch eins nach dem anderen.

Im TATORT flüchtet ein junger Musiker nach einer üblen Schlägerei mit drei Bankern (kein schlechtes Detail) in ein Wohnhaus, wo ihm niemand hilft, wofür ein jeder Bewohner seine ganz eigenen Gründe hat. Nachdem er endlich im Keller des Hauses verstorben ist, wird nicht etwa die Polizei gerufen, wozu denn auch, sondern die Leiche direkt in den Rhein entsorgt, und zwar von zwei Frauen, aber das nur nebenbei. Außer dem schwerhörigen alten Ehepaar im Parterre bekommen dafür alle Bewohner des Hauses am Ende Bewährung, worauf ich später noch einmal zurückkommen werde.

Im SPIEGEL ist zu erfahren, dass es auf der A2 bei Magdeburg einen schweren Unfall gab, weil in junger Mann aus NRW, keine Sorge, es war nicht der Musiker, denn der starb ja bereits vor zwölf Tagen, mit hoher Geschwindigkeit in das Stauende fuhr, weswegen sein Auto auf dem Dach liegen blieb. Durch die Wucht des Aufpralls wurden mehrere Autos ineinander geschoben und sechs Menschen verletzt. Bemerkenswert ist die Reihenfolge der Berichterstattung: Erst die Technik, dann der Mensch.

So ist es letztendlich, zumindest für mich, keine Überraschung, dass vorbeifahrende Leute kurz anhielten, um Fotos zu machen. Ich bin mir ganz sicher von den Autos, und nicht von den Opfern. Zumindest wird berichtet, dass sich niemand um die verletzten Menschen gekümmert hat, die sollen sogar von den vorbeifahrenden Autos regelrecht "umkurvt" worden sein, was, dass muss ich schon zugeben, extrem anschaulich formuliert ist.

Mit Sicherheit gibt es bereits tolle Unfallbilder bei FACEBOOK, und wenn ich es richtig verstanden habe, können die Leute, die diese Bilder dort hochgeladen haben, dank irgendwelcher neuer Regeln bei FACEBOOK, bald mit Werbung für noch schnellere Autos rechnen, damit sie in Zukunft den Unfallort noch zügiger verlassen können, was ja letztendlich auch zum Besten für die Opfer ist, und natürlich auch für FACEBOOK.

Für heute müssen sie noch nicht einmal mit einer Strafanzeige rechnen, wir erinnern uns, im Fernsehen gab es dafür immerhin noch Bewährung, denn den heraneilenden Beamten war es, warum auch immer, nicht möglich, eine solche gegen die Paparazzi ohne Gnade einzuleiten.

Foto&Text TaxiBerlin

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