27.02.2015

VON LEEREN FLASCHEN UND BESETZTEN TAXEN


Schlesisches Tor / früher Kreuzberg / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Ich hatte es neulich schonmal erwähnt, dass ich ein guter Flaschensammler wäre. Das hängt damit zusammen, dass ich eine gute Nase habe. So weiß ich zum Beispiel immer, wo Fahrgäste sind. Gut, nicht immer, aber meistens. (Vielleicht sollte ich besser in der Vergangenheitsform schreiben, weil ich, ich erwähnt es bereits, erstmal keine Kontaktsportarten machen darf, zu denen Taxifahren nunmal dazugehört, aber das nur nebenbei.)

Es soll Taxifahrer geben, wohl besser "Taxifahrer", ich kenne sie nur vom hören/sagen, die gar keine richtigen Taxifahrer sind, und doch schon was besseres sein wollen. Ich weiß, das klingt irre, aber solche Leute gibt es wirklich, und nicht zu knapp. Das liegt daran, dass sich viele nach oben und nicht nach unten orientieren. Nach unten treten sie im dümmsten Fall "nur".

Ich will mich jetzt nicht besser machen, wie ich bin, aber bei mir scheint das wirklich anders zu sein. Lange habe ich überlegt, woran das liegen könnte und ob ich es öffentlich machen soll. Ich meine, im Internet wird so viel geschrieben, was niemanden interessiert, und wenn es wirklich mal wichtig ist, wie hier, dann ließt es wieder keiner. Aber darauf kann ich keine Rücksicht nehmen.

Dass ich heute Taxi fahre (auch wenn ich gerade pausiere, weil Taxifahren zu den besagten Kontaktsportarten zählt) und auf vieles verzichte (keine Angst liebe Tränendrüsen!), was ich nicht brauche, liegt daran, dass ich eigentlich immer alles hatte, sieht man mal von einigen Nebensächlichkeiten wie der gestern erwähnten Muttermilch ab. Aber dafür gab es eben Gerstensaft. War auch gut.

Das ist letztendlich auch der Grund, warum ich allen Menschen wünsche, dass sie auch mal alles haben sollen. Natürlich auch die Muttermilch, ist ja klar. Aber auch den Gerstensaft. Vergesst mir den Gerstensaft nicht! Auf jeden Fall denke ich, dass, wenn alle mal alles gehabt haben, dann alle wissen, worauf sie alles verzichten können.

Was mich angeht, so muss sich keiner Sorgen machen. Ganz im Gegenteil. Das Leben kann so einfach sein und ist im Prinzip wie Taxifahren: Irgendwie kommst Du durch und findest deinen Weg. Und sollte es irgendwann mal keine Taxis und keine Taxifahrer mehr geben, dann suchst Du dir was anderes. Irgendwas findet sich immer. Und wenn's "nur" leere Flaschen sind.

Foto&Text TaxiBerlin

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