11.02.2015

"IN NEUKÖLLN HERRSCHT EINE ANDERE STRASSENVERKEHRSORDNUNG"


Hermann- Ecke Karl-Marx-Straße / früher Neukölln / heute Neukölln

Zwanzig Jahre bin ich nun schon mit der Taxe in Berlin "on the road". In diesen zwanzig Jahren hatte ich dort zwei Unfälle im Taxi, also ziemlich genau ein Unfall in zehn Jahren und etwa einer Million gefahrener Kilometer. Schuld an den Unfällen waren übrigens immer die anderen, aber das nur nebenbei. Obiges Foto zeigt das Taxi nach meinem zweiten Unfall vor gut einem Jahr. Bei meinem ersten Unfall vor etwa fünfzehn Jahren sah die Taxe noch schlimmer aus. Und obwohl in beiden Fällen, zumindest was das Fahrzeug angeht, ein Totalschaden vorlag, blieb ich völlig unverletzt. Verletzt habe ich mich immer nur beim Sport, genauer beim Fahrradfahren und beim Fußballspielen. Doch dazu in einem anderen Beitrag mehr.

Zurück zu meinen zwei Unfällen im Taxi. In beiden Fällen waren die Unfallverursacher junge Männer mit Migrationshintergrund. Im ersten Fall dauerte es nicht lange und ich war von mehreren Verwandten des Unfallverursachers umringt, die mir "Lass uns das so klären!", was ohne Polizei meint, vorschlugen, worauf ich nicht eingehen konnte, alleine schon, weil die Taxe gar nicht mir gehörte. Beim zweiten Unfall war der junge Mann plötzlich verschwunden, nachdem ich ihn darauf hingewiesen hatte, dass er bei Rot gefahren sei, um bald darauf mit einem vermeintlichen Zeugen aufzutauchen, der genau das Gegenteil gesehen haben wollte. Da der Zeuge, ebenfalls ein ausländischer Mitbürger, der deutschen Sprache nicht mächtig war, bot sich der Unfallgegner freundlicherweise Weise an, dessen Aussage gegenüber der mittlerweile eingetroffenen Polizei auch noch zu übersetzen, was letztendlich aber nichts brachte, weil der vermeintliche Zeuge von der Polizei, zu Recht, nicht Ernst genommen werden konnte, und zwar deswegen, weil er zum Unfallzeitpunkt gar dort war, wo er hätte sein müssen, um das gesehen zu haben, was er gesehen haben wollte. So weit so gut.

Dass es zwischen beiden Unfällen einen weiteren Zusammenhang geben könnte als den, dass der Unfallverursacher jeweils ein Mensch mit Migrationshintergrund war, ist mir erst am Sonntag klar geworden. Und das hängt mit einem Buch zusammen, dass ich auf dem Flohmarkt fand. Sonntag ist bei mir immer Flohmarkttag. Das Buch ist übrigens neu. Dazu muss mann wissen, dass nur ein Viertel der gekauften Bücher auch wirklich gelesen werden. Ich habe zumindest gleich angefangen damit. Aber was muss ich da auf Seite 63 lesen? "In Neukölln herrscht eine andere Straßenverkehrsordnung." Und das stimmt! Das kann ich bestätigen, denn beide Unfälle waren in Neukölln. Letzterer an Hermann- Ecke Karl-Marx-Straße am Hermannplatz, der erste am Kottbusser Damm Ecke Maybachufer direkt vor der "Ankerklause". Beide Ecken sind zwar hart an der Grenze zu Kreuzberg, aber eben immer noch - Neukölln.

Doch damit nicht genug. Auch zu einer anderen These im Buch fiel mir sogleich ein Beispiel ein. Der Autor behauptet, dass viele Alteingesessene den Neuköllner Norden in den Neunzigern verlassen hätten, weil sie sich dort nicht mehr zu Hause fühlten. Meine Berliner Oma, der liebe Gott hab sie selig, ist '93 von der Friedelstraße (geht von der Sonnenallee ab), in der sie viele Jahre (genauer Jahrzehnte) gelebt hatte, an den Stadtrand kurz vor Großbeeren gezogen. Wie heißt dieses Buch, das zwar gekauft aber oft nicht gelesen wird, und vor allem, von wem ist es, wird sich der ein oder andere jetzt fragen. Beginnen wir mit letzterem. Geschrieben hat das Buch kein geringerer als der noch amtierende Neuköllner Dorfschulze, wie man den Bürgermeister früher nannte. Sein Titel ist "Neukölln ist überall", und, da ich noch nicht durch bin mit dem Buch, kann ich nichts darüber sagen, ob Heinz Buschkowsky, so heißt der Bürgermeister von Neukölln, das noch als Warnung oder bereits als Drohung gemeint hat.

Foto&Text TaxiBerlin

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