22.02.2015

"IN NEUKÖLLN HERRSCHT EINE ANDERE STRASSENVERKEHRSORDNUNG" (FORTSETZUNG)


Überall in/ist Neukölln

Immer wieder werde ich von Fahrgästen gefragt, ob es das nur in Neukölln gäbe. Die Rede ist vom Parken in zweiter Reihe. Ich meine jetzt nicht das Anhalten, um den Fahrgast ein- und aussteigen zu lassen. Das mache ich auch. Das ist, denke ich, legitim. Das ist auch kein Parken sondern eben Halten, weil ich sogleich weiter fahre.

Hm, schwer zu sagen, ob es das wirklich nur in Neukölln gibt. Wenn ich's mir Recht überlege, kenne ich das auch vom Balkan und natürlich auch aus der Türkei, wenngleich nicht aus Istanbul. Das hängt wohl mit den Straßen zusammen. Die sind dort so eng, dass man nicht in zweiter Reihe halten und die Tür öffnen kann.

Fällt mir gerade noch folgende Geschichte ein. Bevor ich vor vielen Jahren dass erste Mal mit dem Wagen nach Istanbul fuhr, fragte ich einen Freund, der damals in Nord-Neukölln wohnte und der schon mal in Istanbul war, wie das denn dort so wäre. Nach kurzem Überlängen meinte er: "Das ist wie Neukölln - nur nicht so türkisch!"

Er sollte Recht behalten. Aber wie gesagt: Das mit in zweiter Reihe halten und erstmal ein Schwätzchen machen - das kenne ich auch vom Balkan. Oft steckt der Kopf von dem, der draußen steht, im stehenden Fahrzeug, was aber nicht schlimm ist. Schlimmer ist, wenn den sein Arsch, der sich draußen befindet, so dick ist, dass man nicht vorbei kommt. Du wirst lachen, aber alles schon erlebt ...

In Neukölln ist es nun so, dass die Polizei, wenn sie denn an dem in zweiter Reihe parkenden Auto vorbei kommt, einfach weiter fährt, wofür ich nach vielen Jahren auf der Straße vollstes Verständnis habe. Dem Bürgermeister von Neukölln geht es übrigens genauso.

Die Polizei fährt aber nicht etwa weiter, was Du vielleicht denkst, weil sie wichtigeres zu tun hätte. Das mag im Einzelfall stimmen, ist aber nicht der eigentliche Grund. Wer jetzt wissen will, warum die Polizei wirklich weiter fährt, dem empfehle ich das Buch "Neukölln ist überall" des noch Neuköllner Bürgermeisters Heinz Buschkowsky.

Foto&Text TaxiBerlin

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