04.02.2015

ICH ARME SAU


Empfang "Berliner Verlag" / Karl-Liebknecht-Straße
früher Mitte / heute Neue Mitte

Anfang der Woche bekomme ich oft meinen "moralischen", wie man so "schön" sagt. Das hängt damit zusammen, dass ich nur am Wochenende arbeite, und dieses Wochenende besonders schmerzhaft schlimm für mich war. Das hat nichts damit zu tun, dass ich kein Geld hätte. Geld hatte ich noch nie! Das ist also nichts Neues für mich. Neu ist, dass ich auch keine Freunde habe. Reale schon, den einen und auch den anderen, aber eben keine virtuellen! Und genau die virtuellen sind heutzutage viel wichtiger als die realen.

Diese Erkenntnis hat einiges mit einem Gespräch zu tun, das ich am Sonntag mit einem Fahrgast führte. Dazu muss man wissen, dass ich normalerweise mit niemanden rede. Ich bin einer von diesen Typen, der vor allem Eines will - seine Ruhe! Genau deswegen fahre ich auch Taxi. Und die eine Fahrt pro Stunde überfordert mich dann auch immer regelmäßig. Es ist wirklich ein Segen (Danke liebes Taxigeschäft!), dass oft einfach nicht mehr drin ist.

Aber ich will mich nicht beklagen. Es gibt Kollegen, aber vor allem wohl "Kollegen", die nach eigenen Angaben viel ärmer sind als ich. Mag sein, dass manch einer von ihnen sich ärmer macht, als er in Wirklichkeit ist. Aber verdient nicht gerade dieser arme Arme unser besonderes Mitgefühl? Wer sagte gleich noch mal, dass derjenige, der sich selbst erniedrigt, erhöht werden möchte? Egal! Aber vielleicht sollte ich, bevor ich zu dem Gespräch mit dem Fahrgast komme, irgendwas an dem Titel dieses Beitrags ändern ...

Foto&Text TaxiBerlin

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