24.02.2015

FAHRGÄSTE IM TAXI


Auf dem Weg von Mitte nach Mitte

Was wäre Taxifahren ohne Fahrgäste? Richtig, am Schönsten! Das geht aber der Verkäuferin genauso. Bei der ist es auch am Schönsten ohne Kunden, habe ich mir sagen lassen. Und das sogar im Taxi! Denn, Du wirst lachen, ich bin prinzipiell ein kommunikativer Typ. Dass eine Verkäuferin Taxi fährt, ist keine Selbstverständlichkeit mehr, heutzutage. Nein, es ist eher so, dass es durchaus erwähnenswert ist, wenn einem mal eine Verkäuferin ins Taxi steigt.

Mit einer Verkäuferin an Bord kann es fast so schön sein wie ohne Fahrgäste. Da musste sogar die Verkäuferin lachen. Gut, ich konnte nicht mehr lesen. Aber auch lesen ist nicht alles. Und die Verkäuferin liest schließlich auch nicht. Dafür kannte sie sich mit Geschäften aus, ist schließlich auch was. Sie arbeitet für eine bekannte Drogeriemarktkette, so viel darf ich verraten.

Dass die Filiale im "Ring-Center" bei mir um die Ecke bei Insidern "Bums-Bude" heißt, war mir ehrlich gesagt neu. Das liegt aber nicht daran, dass da ständig gebumst wird. Nein, so ist es dann doch nicht. Dass die Filiale "Bums-Bude" genannt wird, hat andere Gründe, auf die ich an dieser Stelle aber nicht eingehen möchte. Ist schließlich ein Taxi-Blog.

Das Schöne an einheimischem Taxipublikum wie die Verkäuferin, ist, dass die Fahrt mal nicht zu einem blöden Hotel, Café oder Restaurant in Mitte geht. Nein, das sind ganz andere Fahrten. Fahrten, die es eigentlich gar nicht mehr gibt. Beispielsweise von Blankenburg nach Rahnsdorf. Weiß noch einer, wo Blankenburg ist? Oder gar Rahnsdorf?

Natürlich fährt die Verkäuferin nicht jeden Tag mit dem Taxi. Das kann sie nicht bezahlen. Ein weiterer Vorteil von Einheimischen ist auch, dass sie genau wissen, wo sie hin wollen. Denn das ist dort, wo sie wohnen, und wo, wie bei der Verkäuferin, der Mann und die Kinder bereits mit dem Abendessen warten. Danach duschen und ins Bett, sie ist durch. Obwohl, oft hat sie nach dem Duschen Lust ...

Ich wünschte ihr auf jeden Fall noch einen schönen Abend.

Die junge Frau auf dem Foto, wer bis hierher gelesen hat, wird es bereits ahnen, ist natürlich nicht die Verkäuferin. Ehrlich gesagt, weiß ich selbst nicht, wer sie ist. Und das, obwohl sie mir doch im Taxi saß. Aber stimmt das wirklich? Ich bin mir gar nicht mehr sicher. Das liegt daran, dass wir außer dem Fahrziel kein Wort gewechselt haben. Wie denn auch, das Handy ist schließlich wichtiger. Und das, also das Fahrziel, war schon klar, bevor sie es mir überhaupt nennen konnte - irgendein blödes Café in Mitte.

Foto&Text TaxiBerlin

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen