02.02.2015

DSK UND ICH


Ich und DSK

Dominique Strauss-Kahn, abgekürzt DSK, dessen was weiß ich wievielter Prozess heute beginnt, und ich sind Freunde. Das ist mir gerade jetzt eben klar geworden, und deswegen dieser Beitrag. Und dass, obwohl ich DSK gar nicht kenne. Ich meine, nicht persönlich. Ich kenne DSK nur aus dem Internet. Das muss reichen. Ich meine, wie viele Leute kennen sich heutzutage nur aus dem Internet, und die sind auch Freunde. Und was die können, das kann ich schon lange. So oder so ähnlich muss ich wohl gedacht haben, als ich vor wenigen Minuten mein Laptop anschaltete, obwohl ich, wenn ich ganz ehrlich sein soll, nur nicht schlafen konnte.

Es beginnt mit seinem Namen, genauer: mit der Abkürzung seines Namens, DSK, wo jeder sofort weiß, wer gemeint ist. Und wer nicht, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen. Das ist doch ein schönes Ausscheidungskriterium. Die Welt kann manchmal so einfach sein, insbesondere früh um halb Vier. Ja oder Nein. Schwarz oder Weiss. Und so weiter und so fort - Du weißt, was ich meine. Manch einer fragt sich vielleicht, was ich genommen habe. Ich kann es dir sagen, es war was kleines Blaues. Aber es hilft nicht. Es muss gesagt sein.

Neulich habe ich irgendwo gelesen, dass Michel H., der Autor von "Unterwerfung" und anderer Aufklärungsromane selbst einen DSK vorhergesehen hat. Und das stimmt! Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob das jetzt für Michel H. oder für DSK spricht. Auf jeden Fall sieht DSK heute viel besser aus als Michel H. Ob nun ausgerechnet heute, wo sein Prozess beginnt, das weiß ich natürlich nicht. So gut kenne ich ihn nun auch wieder nicht. Neulich hat er mir zwar noch was ins Ohr geflüstert (Foto), aber da habe ich mehr auf sein Fell und dessen Zeichnung, ein schwarzes Kreuz, geachtet als auf seine Worte, was möglicherweise ein Fehler war.

OK, DSK kann auch ein ganz schönes Arschloch sein. Das muss man schon sagen. Früher, also zu bestimmten Zeiten früher, hätte man ihn bestimmt kastriert. Obwohl, an Kindern hat er sich doch nicht vergriffen, oder? Vergriffen ist glaube ich das Stichwort. Verwählen darf sich jeder. aber wenn sich jemand vergreift, dann ist er gleich kriminell. Dabei kann vergriffen auch nur bedeuten, dass etwas nicht "avaible" ist. Und was soll daran bitte sehr kriminell sein? Es ist höchstens blöd, und zwar für den, der nicht das bekommt, was er gerade haben will, weil es eben vergriffen ist.

Keine Sorge, ich werde jetzt nicht um den heißen Brei drumherum schreiben, und vor allem nicht DSK, um den es hier geht, besser machen als er ist. Aber hat DSK nicht genau das gelebt, wovon die meisten Männer normalerweise nur träumen oder phantasieren. Hatte der nicht so viele Frauen, die unter anderen Umständen für eine ganze Kleinstadt gereicht hätten. Und wird uns nicht Tag für Tag der Konsum gepriesen, auch der von Sex. Gut, dass es da bei DSK oft nicht koscher zuging, ist natürlich nicht in Ordnung. Aber darum geht es hier gerade nicht. Wir sitzen auch nicht im Vorzimmer von Alice S.

Jetzt mal im Ernst: Wie viele Paare liegen genau jetzt nebeneinander, die seit Jahren keinen Sex mehr hatten. Wie viele kennen Sex nur noch aus dem Internet. Und wie viele nur noch aus dem Bordell. Oder wie viele hatten überhaupt noch nie Sex in ihrem Leben. Gut, man soll das mit dem Sex auch nicht überbewerten. Für manch einen wäre es vielleicht sogar besser, wenn die Eltern keinen gehabt hätten.

Fällt mir gerade ein. Hab ich neulich im Internet gesehen: Eine Frau, Mitte Dreißig, die sich ihre Eizellen einfrieren lässt, für bessere Tage sozusagen. Weil sie jetzt noch kein Kind will, wegen Karriere und so. Also ich bin kein Hellseher, aber wenn Du mich fragst: Die hatte mit Sicherheit seit Ewigkeiten keinen Sex mehr. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass sie noch nie welchen hatte.

Doch zurück zu DSK, meinem Freund aus dem Internet, der ab heute wieder vor Gericht steht, weil er, na sagen wir mal etwas salopp, zu viel Sex hatte, und der deswegen, hört hört, zwar unbeliebt ist in Frankreich, dem man aber trotzdem nachtrauert ...

PS: Das mit dem Einfrieren der Eizellen gibt es übrigens wirklich und heißt, Du liest richtig, "Social Freezing".

PSPS: Kann sich noch jemand an den Anfang von dem französischen Film "Das wilde Schaaf" erinnern, wo Jean Louis Trintignant höchstpersönlich und natürlich ohne Einhaltung irgendeiner
Kündigungsfrist seinen blöden Job als Bankangestellter mit der Begründung kündigt, dass er vorhabe reich zu werden und mit vielen Frauen zu schlafen, woraufhin ihn sein Chef fragt: "Wollen wir das nicht alle?" - Die Franzosen, das sag ich dir, die haben's echt drauf!

Foto&Text TaxiBerlin

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