02.02.2015

DIE DINOSAURIER UNTER DEN TAXIFAHRERN


Viel Masse, wenig Hirn

Es gibt sie wirklich, und sie sind auch noch nicht ausgestorben, die Rede ist von den Dinosauriern unter den Taxifahrern. Ja, Dinosaurier ist denke ich das richtige Wort, auch optisch. Den Dinosaurier unter den Taxifahrern muss man sich ungefähr so vorstellen:

Irgendwie schafft er es Tag für Tag laut vor sich hin schnaufend immer wieder aufs Neue zu seinem Taxi und dann dort auch hinein zu kommen, was zweifellos der schwierigere Teil ist. Es könnte einem fast leid tun, also das Taxi jetzt, aber es gibt eben auch im Taxigewerbe und selbst in schwierigen Zeiten eine soziale Verantwortung.

Sitzt der Dinosaurier erst einmal in seinem Taxi, ist der Bahnhof, die einzige Taxihalte, die er kennt, auch schon im Visier. Möchtest Du mal beim Dinosaurier mitfahren, sowas soll vorkommen, beispielsweise zum Flughafen, musst Du dich also erstmal zum Bahnhof begeben.

Sicherheitshalber wirfst Du vorher einen Blick in den Stadtplan, damit Du später auch am richtigen Flughafen ankommst und es auch dort keine bösen Überraschungen gibt. Das Allerbeste ist aber, wenn Du einfach vorher schon mal am Flughafen vorbei fährst.

Der Dinosaurier kann nichts dafür. Er hat, bezogen auf seine Größe, nur eben ein sehr kleines Hirn. Das wächst auch nicht mehr. Da kann er Taxifahren noch und nöcher. Im dümmsten Fall wird es sogar noch kleiner, prozentual meine ich, und zwar wegen dem Fettansatz.

Deswegen hab bitte Verständnis, wenn der Dinosaurier dich nicht von zu Hause abholen kann. Das hat nichts mit dir zu tun. Wo kämen wir hin, wenn jeder plötzlich einen Dinosaurier vor seine Haustür bestellen kann. Und was bliebe übrig von der Service-Wüste?

Die hat sich der Dinosaurier unter den Taxifahrern schließlich über viele Jahre hart erarbeitet. Deswegen wettert er auch gerne gegen die Konkurrenz aus dem Netz, die plötzlich alles anders machen will, übrigens auch im Netz, aber das nur nebenbei. Dabei denkt er gar nicht an sich und was aus ihm wird, wenn bald alle Fahrgäste von zu Hause abgeholt werden, er aber nur den Bahnhof kennt.

Die Dinosaurier sind schon einmal ausgestorben. Das darf kein zweites Mal passieren! Vor allem jetzt, wo auch Knut schon tot ist. Und deswegen müssen wir alle aufpassen auf die letzten ihrer Art in unseren Reihen, denn ändern werden die sich nicht mehr.

Auch den Alten in unserer Mitte gilt schließlich unsere besondere Aufmerksamkeit. Und deswegen gibt es seit Neuesten neben dem "Betreutem Wohnen" für unsere vielen Senioren auch etwas für die Dinosaurier unter den Taxifahrern: "Betreutes Fahren".

Foto&Text TaxiBerlin

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