23.01.2015

DIE ZUKUNFT DES TAXIGEWERBES


Zukünftige "Pilotenbude" / Alt Moabit Ecke Stromstraße
früher Tiergarten / heute Neue Mitte

Die Tage der "Pilotenbude", wie der kleine Imbiss für Taxifahrer am Flughafen Tegel (TXL) von Insidern liebevoll genannt wird, sind gezählt - so oder so. Und ihre Zukunft sieht ziemlich genau so aus, wie obiger offener Container für Obdachlose in dem kleinen Park an der Stromstraße zwischen Alt Moabit und Turmstraße. Die gelbe Farbe kann übernommen werden.

Diese düstere Zukunftsaussicht betrifft übrigens nicht nur die "Pilotenbude", sondern das gesamte Taxigewerbe. Das kann man, denke ich, ohne zu übertreiben, sagen. Das hängt jetzt nicht nur mit Uber&Co zusammen, aber auch, sondern hat mehr mit der Atomisierung und mit der Unverbundenheit der einzelnen Atome untereinander zu tun. Mit anderen Worten: Jeder ist sich selbst der Nächste. Oder: Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht.

In diesem Zusammenhang kann ich nur wiederholen, dass die, die heute am lautesten schreien, oder auch schreiben, die ersten sein werden, die morgen für Uber&Co fahren. Das war schon immer so, und ich sitze lange genug hinterm Lenkrad, um mich an genügend Beispiele erinnern zu können. Sicherlich, einige werden sich wohl für den neuen Job ein Navi zulegen müssen, um den Fahrgast auch abholen zu können, denn nur so funktionieren Uber&Co.

Gegenüber dem Taxigewerbe, wie wir es bisher kannten, ist das sogar ein Fortschritt, denn dort konnte sich der Fahrer auch irgendwo hinstellen und warten, bis der Fahrgast zu ihm kommt. Das wird es in Zukunft nicht mehr geben, und darauf sollte sich der Taxifahrer und angehende Uber&Co-Fahrer einstellen.

Und was das Navi angeht, das kann man auch erbetteln, zum Beispiel im Internet. Damit kennen sich die jungen Leute von heute aus. Sie sind die neuen Rad-, besser Trittbrettfahrer, weil sie selbst zum Treten zu faul oder zu doof sind. Sie orientieren sich immer nach Oben, an den Besserverdienenden, obwohl ihnen FDP-Wähler offiziell der größte Graus sind.

Sie sind Heuchler bis ins Mark (und auch in Euro) und haben nur "virtuelle Freunde", weswegen sie sich auch nicht zusammentun können. Mit wem denn? Und deswegen müssen auch immer andere ran. Ihr "Strampeln nach unten", das ist die "gute Tat", die sie den wirklich Armen überlassen.

Foto&Text TaxiBerlin

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