17.01.2015

DIE KUNST DER IMPROVISATION


Improvisierter Mülleimer am Flughafen Tegel / Gate 5

Es war nicht mein Wunsch, nach Amerika zu fliegen. Ich hatte aber auch nichts direkt dagegen. Es gibt ein paar Dinge, die finde ich gut an Amerika. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, möchte ich die Landschaft und den Umstand erwähnen, dass in Amerika das menschliche Bedürfnis allgemein als Menschenrecht anerkannt und deswegen kostenneutral ist. Will sagen: Die Toiletten sind in der Regel unentgeltlich, sauber und groß.

Groß ist so einiges in Amerika. Wer schon mal da war, weiß das, so dass ich mir auch hier weitere Details sparen kann. Vielleicht noch soviel zu meiner aktuellen Reise, der fünften in den vergangenen vier Jahren: Ich bin zu ihr gekommen, wie Maria zum Kinde. Man kann es auch Schicksal nennen. Das ist keine Übertreibung.

Mit dem Schicksal ist es aber so eine Sache, was sicherlich auch daran liegt, dass manches Schicksal nicht wirklich schön ist. Aber gegen das Schicksal ist bekanntlich kein Kraut gewachsen. Wir Menschenkinder können es annehmen, oder es eben lassen. Aus Erfahrung weiß ich, dass Annahme die bessere Wahl ist. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

Bevor ich weiter so kryptisch daherrede, zurück zu meiner Reise. Der Januar ist eine gute Zeit, nach Amerika zu fliegen, und zwar aus zwei Gründen. Zum Einen, weil das Taxigeschäft in Berlin im Januar traditionell im Keller ist. (Daran ändert auch die "Grüne Woche" nichts, denn Bauern haben bekanntlich kein Geld, und schon gar nicht zum Taxi fahren.) Zum Anderen, weil in Amerika, genauer gesagt in manchen Teilen von Amerika, für uns Berliner jetzt Sommer ist. OK, diesmal gab es sogar in Süd-Kalifornien zwei Regentage, obwohl es, zumindest laut diesem Song, dort niemals regnet.

Was das Wetter angeht, so gilt dasselbe, was für das Schicksal gilt: Nimm es so, wie es ist, oder lass es bleiben. Ändern kannst Du es sowieso nicht. Aber auch bei Regen kann man in Kalifornien eine Menge Sachen machen, zum Beispiel Taxiabenteuer. Ja, ich bin in Kalifornien Taxi gefahren, so irre das klingen mag, und ich werde demnächst an dieser Stelle darüber berichten. Ohne zu übertreiben, kann ich sagen, dass sich das Dranbleiben lohnt.

Vom Flughafen Tegel (TXL) habe ich mich direkt in meine Taxe und mit ihr auf die Berliner Straßen begeben. Eines konnte ich sogleich feststellen: Die Talsohle des Januargeschäfts ist noch nicht durchschritten. Für eine andere Erkenntnis habe ich etwas länger gebraucht: Es gibt schlimmeres als Party People! Was es ist, auch das erfährt der interessierte Leser demnächst auf dieser Seite.

Zum Schluss möchte ich noch mein letztes Quiz auflösen. Mit dem "Bikini-Haus" war der "Fastdäne" ganz nah dran, es zu lösen. Allerdings befindet sich die abgebildete Herren-Toilette nicht in einem der von ihm genannten Hotels sondern in der "Monkey Bar" im zehnten Stock. Leider muss ich da ganz genau sein, denn auch ich habe nichts zu verschenken, auch keine Kurzstrecke.

Zum Thema "Monkey" fällt mir "last but not least" noch folgendes ein: Als ich meine Ausbildung zum Taxifahrer vor über zwanzig Jahren absolvierte, hat uns unser Taxilehrer noch vor dem "Island Monkeys", also den "Inselaffen", gewarnt. Gemeint waren die vielen Bauarbeiter von den britischen Inseln, die es damals in Berlin gab, denn die waren es nicht gewohnt, dass die Kneipen hier nicht um elf, wie auf der Insel, schließen, was zur Folge hatte, dass sie, wenn sie einem nach elf Uhr ins Taxi stiegen, garantiert hackedicht waren.

Lange, lange ist es her. Und auch wenn sich das mit den "Island Monkeys" und der Warnung vor ihnen heute irgendwie unschön anhört: War 'ne schöne Zeit - damals!

Foto&Text TaxiBerlin

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