08.12.2014

NICHTS NEUES VON DER GENDERFRONT


Irgendwo in Friedrichshain-Kreuzberg

Komisch, dass noch niemand an den maskulinen Namen der Berliner Clubs seinen politisch korrekten Anstoß genommen hat. Die heißen auch weiterhin "Prinz Charles", "King Size", "Ritter Butzke" und weiß der Teufel (respektive Teufelin) wie. Ich kann mir die, das muss ich zu meiner Nachtfahrer-Schande gestehen, gar nicht alle merken. Es soll auch schon vorgekommen sein, nichts genaues weiß man nicht, dass ich meine Fahrgäste zum verkehrten Club gefahren habe.

Das wäre aber nicht passiert, das darf ich zu meiner Entschuldigung sagen, wenn die Fahrgäste einfach Straße, Hausnummer und notfalls noch den Stadtbezirk gewusst hätten. Und genau dort, also bei den Straßennamen, liegt das Problem. Die dürfen seit einiger Zeit nur noch nach Frauen benannt werden, Ausnahmen bestätigen diese Regel (Foto), und zwar genau so lange, bis das Geschlechterverhältnis irgendwann ausgeglichen ist, was immer das heißen mag, womit aber die Clubgänger, also die Kinder der Nacht, klar überfordert sind.

Ich meine, wie sollen die denn auch verstehen, dass die Straße, um nur ein fiktives Beispiel zu nennen, plötzlich "Lady Di" heißen soll, wenn sich der Club in derselben immer noch "Prince Charles" nennt, und eben nicht "Dodi Al-Fayed" oder wer da alles in Frage kommt. Also da muss ich das Partyvolk ausnahmsweise mal in Schutz nehmen, was mir, wer mich kennt, weiß das, alles andere als leicht fällt.

Foto&Text TaxiBerlin


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