06.12.2014

FRUSTRATIONSGRENZE ERFOLGREICH AUSGETESTET ...


... und auch denen des erfahrenen Funkkraftdroschkenkutschers

Das muss ich unbedingt noch loswerden, bevor mein Chef, ich schrieb hier darüber, nicht mehr mein Chef, sondern "nur" noch mein Kollege ist - sozusagen als Ehrung. Nach meiner Auszeit am Rande Europas, ich war zwei Monate kein Taxi in Berlin gefahren, war meine "gute" alte Taxe in der Werkstatt und mein Chef im Urlaub. Und aus dem Urlaub wagte er es per SMS, wie er das immer so macht, mich, der sowieso nur am Wochenende fährt, und das nach Möglichkeit durchgehend, d.h. dass ich die eine Taxe, die ich an diesem Wochenende fahre, auch mit nach hause nehmen kann, wenn ich schlafe, also da wagte es mein Chef, mir zwei Wochenenden lang, an allen drei Tagen, also Freitag, Samstag und Sonntag, jeweils eine völlig andere Taxe mit jeweils anderen Problemen und Problemchen, und vor allem mit einem jeweils anderen Taxameter zuzumuten, die ich mir, das war das Allerschärfste, auch noch aus irgendwelchen dunklen Ecken in der Stadt abholen musste, und zwar Freitag in Neukölln, Samstag in Schöneberg und Sonntag in Pankow.

Gut, der Mann macht Urlaub mit der ganzen Family, er hat eine hübsche Frau und zwei nette Kinder, in Spanien, da will ich ihn nicht mit Nichtigkeiten belästigten, sagte ich mir, und wartete mit meinem Anruf bei ihm bis zu seiner Rückkehr nach Berlin. Nachdem ich ihm dann am Telefon gleichmal obigen Text aufgesagt hatte, musste er erstmal Luft holen. Das war vielleicht sein Fehler, denn diesen Moment nutzte ich, um die Angelegenheit mit "Das machst Du nicht mit mir!" für mich abzuschließen. Was sollte er darauf noch sagen, er ist ja "nur" der Chef, ich aber sein "Spitzenfahrer". Er versuchte sich mit "Ich wollte mal Deine Frustrationsgrenze austesten" aus der Affäre zu ziehen. Da war er bei mir völlig verkehrt, denn mit der Aktion hatte er nicht nur meine Frustrationsgrenze, sondern auch meinen persönlichen Rubikon als erfahrener Kutscher überschritten. Das sah er, also mein "noch" Chef, wohl genauso. Zumindest fahre ich seitdem eine nagelneue Taxe, und die steht, wo ich das gerade schreibe, direkt vor meiner Haustür. So geht Taxifahren heute!

Foto&Text TaxiBerlin

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