27.11.2014

NOCHMAL MINDESTLOHN UND NACHHALTIGKEIT


Angebot Hipster / aktuelle Werbung / Detail

Weil wir gerade beim Mindestlohn waren: Der Mindestlohn, der ab 1.Januar auch im Taxigewerbe gilt, wird dazu führen, dass bei den Arbeits- und insbesondere bei den Pausenzeiten im großen Stil geschummelt werden wird. Das liegt daran, dass die meisten Fahrer, insbesondere die am Tage fahren, keineswegs die knapp zwanzig Euro pro Stunde Umsatz einfahren, die nötig sind, soll ihnen der Arbeitgeber 8,50€/h zahlen und selbst nicht draufzahlen.

Um das zu wissen, muss man nicht Einstein sein. Nein, es genügt vollkommen, wenn man Eins und Eins zusammenzählen kann. Und wer daraus ein Geheimnis macht, wegen mir auch Betriebsgeheimnis, arbeitet nicht sauber, lügt anderen und sich selbst in die Tasche.

Mich persönlich betrifft das Problem nicht, weil ich in der Regel zwanzig Euro pro Stunde und mehr einfahre. Das liegt nicht nur daran, dass ich lange genug im Geschäft bin, deswegen überall in der Stadt fahren kann und nicht ständig zu der einen Taxihalte, die ich kenne, zurückfahren muss. Es liegt auch daran, dass ich dann Taxi fahre, wenn das Geschäft am besten und die Straßen am leersten sind, d.h. am Wochenende und Nachts.

Auch deswegen ist meine persönliche Meinung zum Mindestlohn für Taxifahrer eher gespalten. Als sozialer Mensch halte ich den Mindestlohn in einem reichen Land wie dem unseren für mehr als selbstverständlich. Andererseits ist das Taxigeschäft und der Mindestlohn für mich generell nicht miteinander vereinbar. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

Prinzipiell muss ich sagen, dass es von der Politik eine Riesensauerei ist, dem Taxigewerbe den Mindestlohn aufzudrücken, ohne vorher für die nötigen Rahmenbedingungen gesorgt zu haben. Die Politik hätte vorher dafür sorgen müssen, dass der Mindestlohn auch gezahlt werden kann, entweder indem sie den Tarif erhöht, oder die Anzahl der Taxen begrenzt. So macht die Politik aber nur Eins: Sowohl den Unternehmer als auch viele Fahrer zum Schummeln anstiften.

Zum Schluss sei mir die Frage gestattet, warum noch niemand auf die Idee gekommen ist, einfach allen Fahrern, egal wieviel Umsatz sie pro Stunde machen, ein und denselben Stundenlohn zu zahlen. Allen, die diesen Vorschlag jetzt für völlig bescheuert halten, möchte ich folgendes mit auf dem Weg geben, was mir eine ältere Dame neulich im Taxi gesagt hat: "Nachhaltigkeit heißt Verzicht!"

Foto&Text TaxiBerlin

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen