11.11.2014

KOFFERPACKER ARE WELCOME oder BRENNEN FÜR BERLIN (FORTSETZUNG)


"WIR BLEIBEN BUNT, DRECKIG & GEMEIN" / SUPAMOLLY / BERLIN

Es gibt Fans, die bluten für Union, und zwar Eisern. Ich brenne für Berlin, und das Lichterloh. Aber selbst in meinem Kiez tauchen täglich neue Gesichter auf, die mich fragend anschauen: "Was will der denn noch hier?" Angefangen hat es bereits vor einiger Zeit im Supermarkt, und zwar damit, dass die Schlangen an den Kassen immer länger wurden. Nichts gegen Neuzugänge, aber warum müssen es immer die Verkehrten sein?

Was soll das Café, dessen Karte komplett auf englisch ist? Sind wir in England? Es soll bereits Zugezogene geben, die gar nicht mehr wissen, dass wir hier eine eigene Sprache haben, geschweige denn, dass sie sie lernen würden. (Ich reise auch viel, aber eben nicht so.) Und dann der tägliche Kampf im Supermarkt, wo einem die Neuzugänge permanent im Weg rumstehen und so tun, als hätten sie ihr Leben lang nichts anderes getan, als genau hier einzukaufen.

Das nächste Drama ist dann an der Kasse, wo der Neuzugang nicht in der Lage ist, seine drei Schrippen bar zu bezahlen. Nichts gegen Kartenzahlung, aber es nervt schon gewaltig, wenn jemand sich nicht entscheiden kann, welche von seinen zwanzig Karten nun für die drei Schrippen zuständig ist. Als wenn der ganze Zahlvorgang mit Karte nicht schon lang genug wäre, ist dann bei zwanzig verschiedenen Karten die Eingabe einer verkehrten Geheimzahl auch schon vorprogrammiert.

Ich tue wirklich mein Bestes, um diesen peinlichen Situationen aus dem Weg zu gehen. Neulich bin ich beispielsweise genau deswegen extra an die Grenze zum Bezirk Lichtenberg gezogen, der bei den Vielen, die von nichts 'ne Ahnung aber zu Allem 'ne Meinung haben, bereits als Rechts durchgeht. Das Ganze in der Hoffnung, dass das Abschreckung genug ist. Dem ist aber nicht so. Der Linke Linke legt sich offensichtlich auch mit den Rechten ins Bett, Hauptsache er hat sein Wohneigentum.

Meine letzte Hoffnung war das Asylberwerberheim, dass ebenfalls neulich bei mir um die Ecke aufmachte. Das klingt jetzt vielleicht etwas gemein, ist es aber gar nicht. Mir sind Asylbewerber ehrlich gesagt lieber als diese ganzen anderen Neuzugänge. Spätestens so ein Heim stoppt, so die Erfahrung, den Zuzug von Besserbetuchten in den Kiez. Aber was musste ich nun erfahren? Die Asylbewerber zogen es vor, eine Schule in Kreuzberg zu besetzen, und eben nicht in das leerstehende Haus in der Friedrichshainer Gürtelstraße zu ziehen.

Schöne Scheiße!

Foto&Text TaxiBerlin

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