22.11.2014

IM NAZI-TAXI VON DER NAZI-FIRMA oder SELIG SIND DIE TOURISTEN


Leider wahr

Um sie nicht misszuverstehen, fragte ich nach, ob das Fahrziel wirklich Kollwitzplatz im Prenzlauer Berg ist. Bei mir kam es als "Corrbitzsquare" an, auf den sie gefahren werden wollte. Sie brauche jetzt keine Nachhilfe in Grammatik, sie wäre immerhin schon zwölf Jahre in Berlin. Auch der Hinweis, dass das nichts extra kostet, überzeugte sie nicht. Gut, man muss das auch verstehen, kostenlos kennen die wahrscheinlich gar nicht mehr am Kollwitzplatz.

Als ich rechts blinkend in der Mollstraße in der Rechtsabbiegerspur stehe, weist sie mich darauf, dass ich hier rechts abbiegen muss. Ich weiß. Dasselbe Spiel beim Linksabbiegen in die Metzer. Ich erlaubte mir, sie darauf hinzuweisen, dass ich kein HiWi sondern 'ne Fachkraft bin, der den Prenzlauer Berg kennt. Das hätte ich besser nicht getan.

Jetzt begann sie mich wüst zu beschimpfen, ich wäre ein Nazi, und das Taxi ein Nazi-Taxi von einer Nazi-Firma. Am Kollwitzplatz angekommen, sprang sie mir, wie zu erwarten war, aus der Taxe, natürlich ohne zu bezahlen. Aber auch hier war sie verkehrt, denn just in dem Moment kamen vier Touristen vorbei, die gleich die Polizei riefen. Bevor die kam, hatte die Frau schon gezahlt und sich, weiterhin meine Firma, mein Taxi und mich beschimpfend, getrollt.

Nachtrag: Der ein oder andere wird sich erinnern, dass ich mich selbst gerne als den Taxi-Diktator von Berlin bezeichne. Ich muss mich also über solche Situationen nicht wundern, was ich auch nicht tue. Ganz im Gegenteil, ich bin gut vorbereitet, gerade auch nach meiner Auszeit. Andererseits kann man nicht vorsichtig genug sein. Man weiß nie, was eine verwirrte Frau alles für Geschichten erfindet, immerhin war ich alleine mit ihr im Taxi. In dem Fall hatte ich Glück. Und deswegen: Selig sind die Touristen!

Nachtrag zum Nachtrag: Eine Frau hat mich wirklich mal angezeigt, ich hätte sie im Taxi vergewaltigt. Ist viele Jahre her. Zum Schluss ist sie nochmal zur Polizei gegangen, hat die Anzeige zurückgezogen und zugegeben, dass sie sich die Geschichte "nur" ausgedacht hatte.

Foto&Text TaxiBerlin

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