16.11.2014

DIE BESTEN BERLINER TOILETTEN (EINE SERIE) oder WAS WAR LOS IN DER RUMÄNISCHEN BOTSCHAFT?


Mit Goldenen Kartenlesegerät

Im ersten Teil meiner neuen Serie "Die besten Berliner Toiletten" habe ich die Toilette im Keller des "Kulturkaufhauses" in der Friedrichstraße vorgestellt und empfohlen, das Taxi kurz vorm Maritim Hotel abzustellen. Manch einer wird sich fragen, warum er dann nicht einfach in die Toilette des Hotels gehen kann. Der Grund ist ganz einfach, und zwar weil das seit einiger Zeit nicht mehr geht. Früher ging das, das ist richtig. Aber neuerdings braucht man dafür eine Karte, die man durch das Goldene Kartenlesegerät neben der Toilettentür (Foto) ziehen muss. Ob diese, also die Karte, auch Golden sein muss, entzieht sich meiner Kenntnis.

Neulich, es war an einem Sonntag, hatte 'ne Menge Leute ähnliche Probleme, in die gegenüberliegende Rumänische Botschaft zu kommen. Auf jeden Fall gab es eine Riesenschlange davor von mindestens Hundert Personen, die ich mir nicht erklären konnte. Heute weiß ich mehr. In Rumänien wurde gewählt, und auch die in Deutschland lebenden Landsleute durften wählen. Offensichtlich ist Rumänien aber nicht die Türkei, wo zu diesem Zweck schonmal das Berliner Olympiastadion gemietet wurde. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass ein Deutscher gute Chancen hat, nächster Rumänischer Präsident zu werden, was allerdings an "technischen und logistischen Problemen" in den Botschaften scheitern könnte.

Gut, das passiert. Rumänien ist zwar auch in der Europäischen Union, aber eben doch sehr am Rand. Mir geht es bei der Geschichte auch um einen anderen Punkt, und zwar um den, dass die Rumänen, die gerne ihre Stimme in ihrer Botschaft abgegeben hätten, weder in diese, noch in die Toiletten des gegenüberliegenden Hotels reinkamen. Und wenn sich schon niemand über das merkwürdige Demokratieverständnis unserer Europäischen Nachbarn am Rande beklagt, so zumindest über die Verweigerung eines Menschenrechts - oder war es doch nur ein Bedürfnis?

Foto&Text TaxiBerlin

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