10.11.2014

BRENNEN FÜR BERLIN


Im Focus des Fahrgastes: Die Gedächtniskirche

Gestern war es nun so weit. Dazu muss man wissen, dass ich vorzugsweise im Westteil der Stadt meinem Geschäft nachging, einfach um dem Trubel im Osten aus dem Weg zu gehen. Wir fuhren gerade am "Bahnhof Zoo, mein Zug fährt ein, ich steig aus, gut wieder da zu sein ..." vorbei, als mein Fahrgast mich ziemlich unvermittelte fragte, was ich von dem ganzen Zirkus halten würde.

So bescheuert die Frage erstmal klingen mag, ich war darauf vorbereitet. Immerhin sind gestern auch viele in unsere Stadt gekommen, die bis zu dem Versprecher von "The Big Schabowski" die Füße still gehalten hatten, was heute aber nicht anders ist. Oder wer stört sich ernsthaft daran, dass Big Brother alles weiß. Angeblich hat niemand etwas zu verbergen. Wer's glaubt, wird selig!

Was 25Jahre Mauerfall angeht, und das überraschte selbst meinen Fahrgast, ist für mich der heutige zehnte November wichtiger als der neunte, und zwar aus dem einfachen Grund, dass es seinerzeit bereits der zehnte war, als ich hinter dem Brandenburger Tor auf der Mauer tanzte, was aber nur daran lag, dass das nur dort möglich war, weil nur hier die Mauer eigentlich zwei Mauern waren, auf denen oben eine Betonplatte auflag, auf der man tanzen konnte.

Aber wie sollte ich meinem Fahrgast das Gefühl beschreiben, dass ich hatte, als ich auf der Mauer tanzte? Schwierig! Und dabei wollte ich so sehr, dass er eine Vorstellung bekommt. Nur: Wie? Die Musik von Bob Dylan, die gerade im Radio lief, kam mir zu Hilfe. Wenn ich ihm schon nicht das Gefühl vermitteln konnte, das ich hatte, als ich damals auf der Mauer tanzte, so konnte ich ihm zumindest das Gefühl vermitteln, das ich habe, wenn ich heute durch Berlin laufe:

Walking, walking with you in my head

Foto&Text TaxiBerlin

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