28.11.2014

"ANMERKUNGEN ZU HITLER"


von Sebastian Haffner

Wenn ich über den Widerstand von 1933 bis 1945 schreibe, dann muss ich auch etwas zu Hitler schreiben. Auch ich gehörte zu denen, die der Meinung sind, sie wüssten schon alles über ihn. Neulich wurde ich beim täglichen Studium in meiner Keller-Bibliothek eines besseren belehrt. Auch wenn das Buch des Berliners Sebastian Haffner "nur", je nach Ausgabe, 150 - 200 Seiten hat, so steckt in ihm mehr drin, als in vielen anderen Büchern, die ich über Hitler gelesen habe.

Ich will zwei Beispiele geben. Das erste betrifft die Form, und zwar die Aufteilung des Buches in die sieben Kapitel: Leben, Leistungen, Erfolge, Irrtümer, Fehler, Verbrechen und Verrat. Das zweite ist ein Zitat, genau genommen sind es die letzten Zeilen des Buches. Wer wissen will, warum diejenigen, die sich nicht mehr trauen, Patrioten zu sein, Hitlers letzten Willen erfüllen, der muss Haffner lesen.

Weniger gut ist, daß die Erinnerung an Hitler von den älteren Deutschen verdrängt ist und daß die meisten Jüngeren rein gar nichts von ihm wissen. Und noch weniger gut ist, daß viele Deutsche sich seit Hitler nicht mehr trauen, Patrioten zu sein. Denn die deutsche Geschichte ist mit Hitler nicht zu Ende. Wer das Gegenteil glaubt und sich womöglich darüber freut, weiß gar nicht, wie sehr er damit Hitlers letzten Willen erfüllt.

Zitat Sebastian Haffner
Foto&Text TaxiBerlin

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