28.10.2014

DIE REIHEN LICHTEN SICH


... nicht nur im "Volkspalast"

Auch in der deutschen "Taxi-Blogger-Szene", soweit man hier überhaupt von einer "Szene" sprechen kann, lichten sich seit einiger Zeit die Reihen. Es gibt sicherlich wichtigeres, und die Welt wird davon nicht untergehen, aber sie sollte zumindest davon erfahren. Deswegen eine kleine Chronologie der Ereignisse, bei der ich zum besseren Verständnis (es soll Leute geben, die keinen einzigen Taxi-Blog kennen - das muss man sich mal vorstellen!) von hinten beginne:

Da gab es bis vor kurzem Torsten aus Paderborn, von vielen als ältester Taxi-Blog Deutschlands angesehen. Ich hab' das nicht kontrolliert, und nun ist es zu spät, denn Torsten fährt kein Taxi mehr. Torsten ist jetzt, wie er der Welt via Internet wissen ließ,  "telefonischer Kundenberater eines großen Energieversorgungsunternehmens" in Deutschland.
Was für ein Abstieg, wenn man bedenkt, dass Torsten einmal ein freier Mann war, wenngleich nur in Paderborn. Deswegen bin ich mir nicht sicher, ob ich ihm für seinen neuen Job wirklich "Alles Gute" wünschen soll, weswegen ich es sicherheitshalber unterlasse.

Dann gab es da noch den Klaus aus Berlin, ein schwäbischer Preusse oder ein Preusse aus Schwaben, wer weiß das schon so genau. Klaus soll zwar noch Taxi fahren, hat aber neulich völlig überraschend beschlossen mit dem Bloggen (erstmal?) aufzuhören, weil es ihm keinen Spass mehr macht. Genau genommen war vom fehlenden "Fun" die Rede. (Oder war es doch die fehlende Aufmerksamkeit?)
Nun gut, das Leben ist nicht nur "Fun" (und manch einer wird auch gerne mal übersehen), was sich bestimmt auch noch bis Klaus herumsprechen wird. Und die Fotos der Prominenten, die in seiner Taxe saßen und die Klaus, nicht ohne einen gewissen Stolz, der Internetgemeinde präsentierte, werde ich nicht vermissen.

Mir gehen Prominente, seien es nun Stars oder auch nur Sternchen, ehrlich gesagt am Allerwertesten vorbei, und das nicht etwa, weil sie sich ärgern, wenn man sie nicht erkennt. Die Wahrheit ist, dass ich viele einfach gar nicht kenne, weil sie mich nicht interessieren. Ich meine: Interessieren sie sich denn für mich? Also warum sollte ich mich dann für sie interessieren?!
Zum Glück gibt es immer wieder neue Kollegen, die mit dem Bloggen anfangen. Was diese vom Ausscheiden von Torsten, dem ehemals ältesten deutschen Taxi-Blogger, und dem (vorübergehenden?) Aussetzen von Klaus lernen können, ist sicherlich individuell. Ich kann nur versuchen, meine Überlegungen zu formulieren:

Das Wichtigste am Taxifahren ist nicht das Bloggen, und auch nicht der "Fun", sondern die Freiheit, dass man eben nicht der Sklave fremder Herren ist, und auch nicht des Mainstreams. Zusätzliche Bilder von Prominenten, die es bereits im Überfluss im Netz gibt, braucht kein Mensch. Ebenso diese klebrigen Taxi-Geschichten vorzugsweise über Klein- und Kleinstbeträge oder gar das Erbetteln von Aufmerksamkeit und Komplimenten.

Foto&Text TaxiBerlin

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