25.08.2014

HÄTTEST DU ES GEFUNDEN? (TEIL FÜNF)


Berliner Straße Nummer Fünf - nur welche?

Ein neuer Trend erobert Berlin! Wurde bisher dem Taxifahrer das iPhone nur gezeigt, damit dieser die dort aufgeschriebene Adresse ablesen kann, wird es neuerdings auch als Monitor genutzt, auf dem sich der Taxifahrer das Fahrziel (Foto oben und unten) ansehen soll. Für den erfahrenen Taxifahrer kein Problem! Eher eine seiner leichteren Aufgaben: Anhand eines Bildes (kann auch ein Selfie sein) das Fahrziel erkennen und ansteuern.

Manch ein Taxifahrer tut sich allerdings schwer damit. Bisher war er es gewohnt, an irgendwelchen Taxihalten rumzuhängen und darauf zu warten, daß die Fahrgäste zu ihm kommen. Und wenn die (also die Fahrgäste) schon zu ihm gefunden hatten, wussten die natürlich auch, wo sie hinwollen. Diese Zeit, auch wenn es einige noch nicht wahrhaben wollen, ist endgültig vorbei. Heute wird vom Taxifahrer erwartet, daß er den Fahrgast nicht nur abholt, sondern dann auch noch an sein Fahrziel bringt, daß der (also der Fahrgast) vielleicht (noch) gar nicht kennt, weswegen er dem Taxifahrer auch nicht bei der Strecke helfen kann. Das musst Du dir mal vorstellen - in solchen Zeiten leben wir!

Kein Problem, sagt der Taxifahrer, wozu habe ich Navi. Nur, mit Navi kann jeder! Aber genau von dem, also dem Jedermann, will er sich doch unterscheiden, oder? Wo bitte sehr ist seine Berufsehre, wo ist sie nur geblieben? Und wo der Unterschied, wenn er die Leute nichtmal abholt? Aber warum eigentlich nicht? Hat er wirklich nur Angst vor einer Fehlfahrt, die er seinen Kollegen problemlos zumutet, oder ist es eher seine Angst, daß er die Abholadresse und deswegen auch den Fahrgast gar nicht (oder nur nicht in einer angemessenen Zeit) findet, und weswegen der Fahrgast regelmäßig schon woanders drin sitzt, was man ihm nicht verdenken kann!?! Und welcher Kollege soll nach der Aktion mit der Fehlfahrt noch seine Appelle ernst nehmen, doch bitte sehr keine kurzen Fahrten abzulehnen?

Natürlich sitzt der Feind, der heute die Konkurrenz aus dem Internet heißt, in Amerika. Das war schon immer so! Und warum sollte sich daran etwas ändern? Es ist einfach auch mal schön, wenn sich Sachen nicht ändern! Ansonsten müsste man vielleicht noch seine eigenen Reflexe überprüfen, und das ist nun wirklich etwas viel verlangt. Aber ein bisschen kritisches Fegen vor der eigenen Tür und Fassen an die eigene Nase sollten doch drin sein.

Aber genau das fehlt bei der ganzen Debatte um (besser: gegen) die Konkurrenz aus Amerika. Auch kann ich nicht sehen, daß sich die unzähligen Interessenvertreter Berliner Taxifahrer und -unternehmer auch nur einen Millimeter angenähert hätten, obwohl immer noch Riesenprobleme (Stichwort: Laderechte am neuen Flughafen) vor der Tür stehen. Und, das muss in aller Klarheit gesagt sein, wer nicht mit einer Stimme sprechen kann oder will, weil er lieber sein eigenes Süppchen kocht, der hat es nicht besser verdient als unterzugehen und mit ihm die, deren Interessen er vorgibt zu vertreten.

Doch zurück zu unseren Fahrgästen und der Frage: Hättest Du es gefunden? Im fünften Teil meiner Serie geht es um die Hausnummer Fünf und zwar in der Berliner Straße, die der Fahrgast dem geneigen Taxifahrer auf seinem iPhone (Foto oben und unten) unter die Nase hält, an die dieser sich gerade aus genannten Gründen gefasst hat. Berliner Straßen gibt es in Berlin wie Sand am Meer. Nur, in welche will der Fahrgast? Dem erfahrenen Taxifahrer empfehle ich, sich in einem solchen Fall den Fahrgast mal ganz genau anzusehen. In welchen Stadtbezirk könnte der gehören? Nach Weißensee? Oder besser nach Pankow? Oder doch eher nach Wilmersdorf? Und was ist mit Hermsdorf, Heinersdorf, Tegel und Blankenfelde?

Am Ende geht es nicht nur ganz schnell, sondern ist es auch ganz einfach. Der Fahrgast will in die Berliner Straße Nummer Fünf nach Zehlendorf ...

In Zehlendorf

Foto&Text TaxiBerlin

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