23.07.2014

WARUM ICH TAXIFAHRER BIN (EINE SERIE)


Potsdamer Platz / früher Tiergarten / heute Neue Mitte

Immer wieder werde ich von meinen Fahrgästen gefragt, warum ich Taxifahrer geworden bin. Dafür gibt es nicht den einen sondern viele Gründe. Und um ganz ehrlich zu sein, ist es letztendlich ein Ausschlussverfahren, warum andere Berufe für mich nicht in Frage kommen. Die Serie "Warum ich Taxifahrer bin" beschäftigt sich genau mit den Gründen, die meiner Meinung nach gegen andere Berufe sprechen, und sie wird irgendwann einmal damit enden, daß ich meine gesammelten guten Gründe fürs Taxifahren zusammenfasse.

Bevor ich mit dem ersten Beruf beginne, der für mich nicht in Frage kommt, erlaube ich mir darauf hinzuweisen, daß es eine ganz bewusste Entscheidung meinerseits ist, genau diesen Beruf nicht zu ergreifen. Worauf ich hinaus will, ist der Umstand, daß ich eben nicht, wie mancher Kollege und alle "Kollegen", zu blöd bin, diesen Beruf auszuüben. Ich schreibe das jetzt nicht, um irgendjemand schlecht zu machen (Gott bewahre!), sondern ausschließlich, damit Du meine Entscheidung und Intention auch richtig verstehen und beurteilen kannst. Ich gehe soweit und behaupte, daß ich jeden Beruf ausüben können könnte, wenn ich denn wollen würde.

Genug der Vorrede, beginnen wir mit dem ersten Beruf, der für mich nicht Frage kommt. Es ist der des Piloten! Erst einmal muss man feststellen, daß Pilot und Taxifahrer einiges gemeinsam haben. Angefangen mit dem gemeinsames Ziel, den Fahr-/Fluggast auf dem kürzesten Weg von A nach B zu befördern. Beide sollten sich auch mit Landkarten auskennen und nach Möglichkeit ihren Dienst nüchtern vollführen. Das ist nicht bei jedem Beruf so, manche zwingen förmlich zum Alkohol, aber dazu später. Dann hören die Gemeinsamkeiten langsam auf, denn der Beruf des Taxifahrers ist zweifellos gefährlicher als der des Piloten, das beweist jede Statistik.

Nur, und das spricht fürs Taxifahren, sind im Taxi nicht (wie im Flieger) gleich alle tot, wenn mal was passiert. Aber gut, damit könnte man vielleicht noch leben. Immerhin gibt es einen Co-Piloten, der das Steuer übernehmen kann, wenn man mal keinen Bock hat. Von all den scharfen StewardessInnen (Gender, ick hör dir trapsen ...), die es im Taxi leider nicht gibt, will ich lieber gar nicht erst anfangen zu schreiben, aber man hört ja so einiges ...

Was spricht denn nun so eindeutig und klar gegen den Piloten und für den Taxifahrer, fragst Du dich nicht ganz zu unrecht. Ich will es Dir sagen. Ist Dir auch schon aufgefallen, daß Flugzeuge seit einiger Zeit, nicht nur im Krieg sondern insbesondere auch als Kriegsgrund, eine immer größere Rolle spielen? Vieles deutet darauf hin, daß auch gerade wieder an einer solchen Geschichte gestrickt wird. Und genau das kann Dir als Taxifahrer in deinem Taxi nicht passieren!

Foto&Text TaxiBerlin

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen