24.07.2014

TAXIBERLIN UND DIE KONKURRENZ AUS DEM INTERNET


Graffito auf Grobspanplatte

Um es gleich vorweg zu nehmen: Auch ich finde die Konkurrenz aus dem Internet doof, und ich weiß auch, daß sie nicht aus dem Internet kommt, sondern (wie vieles doofe) aus Amerika. Warum ich mich erst jetzt dazu äußere, hat mehrere Gründe. Der wichtigste Grund ist ohne Frage, daß ich die Überwachung im Internet schlimmer finde als die Konkurrenz aus dem Internet. Hinzu kommt, daß ich selbst noch Zeiten erlebt habe, wo Schwarztaxis auch in Berlin zur Tagesordnung gehörten und niemand das wirklich schlimm fand. (Die Konkurrenz aus dem Internet versucht letztendlich nichts anderes, als ihre eigenen Schwarztaxen zu etablieren.) Schwarztaxi fahren, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, hat wie vieles Verbotene etwas wirklich aufregendes. Also etwas, was es heutzutage eigentlich nicht mehr gibt, weil nahezu jede Aufregung heute künstlich ist.

So beispielsweise die Aufregung der Kollegen und insbesondere "Kollegen" über die Konkurrenz aus dem Internet. Soweit ich das als Onkel, der gerne mal vom Krieg erzählt, beurteilen kann, sind das dieselben, die in der Vergangenheit das Internet wie einen neuen Gott angebetet haben. Offensichtlich wussten sie nicht, daß ihr Gott auch böse werden und strafen kann.

Und noch etwas stört mich an der künstlichen Aufregung, die an sich keine Überraschung ist, denn die Kollegen und insbesondere "Kollegen" kümmern sich prinzipiell am liebsten um Probleme am anderen Ende der Welt (dort können sie die "gute Tat" delegieren), und die Konkurrenz aus dem Internet kommt nunmal aus dem fernen Amerika. Ich vermisse den berechtigten Aufschrei angesichts der Überwachung! Kommt denn nicht auch "Big Brother" von dort?

Doch zurück zum eigentlichen Thema: Der Konkurrenz aus dem Internet, die ganz genau aus dem sonnigen San Francisco kommt und gerade dabei ist, in vergleichsweise unangenehmen klimatischen Breiten ihre eigenen Schwarztaxis auf unsere Straßen zu bringen. Auch hier möchte ich das wichtigste gleich vorweg nehmen: Ich habe keine Angst vor dieser Konkurrenz! Und ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Es ist mir auch egal, ob sie legal oder illegal ist! Die Geschichte (übrigens auch das Internet!) hat oft genug bewiesen, daß schon morgen legal sein kann, was heute noch illegal ist.
(Und Mitfahrgelegenheiten sind, soweit ich informiert bin, nicht prinzipiell verboten, oder?)

Du willst wissen, warum ich keine Angst habe und auch warum es mir egal ist? Ich will es Dir sagen! Menschen werden immer von A nach B befördert werden wollen. Daß dies ausschließlich durch Maschinen bewerkstelligt wird, werde ich mit Sicherheit nicht mehr miterleben. Dafür bin ich - zum Glück - zu alt. Und letztendlich ist es ein Fehler, übrigens auch von der Konkurrenz aus dem Internet, anzunehmen, daß sich alles über den Preis - sprich Geld - regelt. Das ist einer dieser Irrglauben unserer Zeit! Und zwar deswegen, weil immer auch die Qualität und Service eine Rolle spielen.

Apropos Qualität und Service: Manchmal hilft es, sich an die eigene Dienstleistungsnase zu fassen. (Stichworte: Annahme von Funkaufträgen, Abholen von Fahrgästen etc.)

Foto&Text TaxiBerlin

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