28.07.2014

BÖSER BÖSER MICHEL HOUELLEBECQ


Heute: Kurzstrecke

Ob Michel an den Deutschen Michel dachte, als er sich seinen Vornamen ausgesucht hat, kann so gut wie ausgeschlossen werden. Wenn Michel sich überhaupt für uns interessiert, dann nur für unsere Autos. (Am Ende des Films, soviel darf verraten werden, bekam er gestern Abend sogar eins geschenkt!) Ansonsten interessiert Michel sich nur für sich selbst, um genau zu sein für's Rauchen, Trinken und vielleicht noch etwas für Senioren-Sex.

Deswegen war es auch keine Überraschung, als Michel im Film das haltende Taxi einfach weiter schickte. Dabei war der Fahrer extra ausgestiegen, um den Koffer einzuladen, den Michel dabei hatte, denn Michel wollte offensichtlich verreisen. Unklar blieb, ob er das Taxi bestellt hatte oder es zufällig vorbei kam. Es spricht einiges dafür, daß Michel das Taxi kommen ließ. Warum er es nicht genommen hat, kann nur vermutet werden. Immerhin war es ein richtiges Taxi und nicht die Konkurrenz aus dem Internet. Obwohl das Michel ganz klar als Plus anzurechnen ist - der arme Taxifahrer hatte trotzdem die Arschkarte. Zumindest war er im richtigen Film!

Keine vierundzwanzig Stunden zuvor stieg mir eine Germanistin aus Frankreich ein, die sogar deutsch sprach. Obwohl es nur 'ne kurze Fahrt war, kamen wir ins Gespräch über Gott, die Welt und Michel, von dem sie noch nichts gelesen hatte. Leider hatte ich den Film über Michel gerade nicht im Kopf, sonst hätte ich sie natürlich eingeladen. Daß ich ihn nicht im Kopf hatte, lag daran, daß die Germanistin aus Frankreich ausgerechnet von MIR wissen wollte, welches Buch von Michel sie als erstes lesen sollte. Das war natürlich keine leichte Frage, denn im Prinzip sind alle Bücher von Michel wert gelesen zu werden. Deswegen musste ich der Germanistin aus Frankreich die Antwort auch schuldig bleiben. Gerne aber bei der nächsten Kurzstrecke ...

Foto&Text TaxiBerlin

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