31.07.2014

SCHWABEN IN BERLIN - WARUM SICH NIEMAND MEHR FÜR SIE INTERESSIERT UND WAS SIE DAGEGEN TUN KÖNNEN


Berliner Insider Bär / Graffito / Detail

Argentinien ist am Arsch und Europa kurz vorm nächsten Krieg, aber der Schwabe interessiert sich mal wieder nur für sich selbst. Sein aktuelles Problem ist, daß sich niemand mehr für die ihn interessiert, und das (zumindest in Berlin) schon seit Jahren! Manch einer hat darüber schon das Schreiben aufgegeben, ein anderer erwägt ernsthaft ins Fernsehen zu gehen. Daß daraus bisher nichts wurde, liegt aber nicht daran, daß es noch kein Fernsehen ohne Fernseher gibt, sondern daß das Sommerloch einfach nicht groß genug ist - gääähn ... äh, Verzeihung!

Dabei ist der Grund ganz einfach, warum sich Berlin nicht mehr für seine Kinder aus dem Ländle interessiert. Berlin hat viele Kinder und immer machen gerade die anderen den größten Mist, weswegen Mama Berlin sich erstmal um die kümmern muss. Was heißt das jetzt für den Schwaben? Er ist (zumindest zum Teil) auch selbst dran Schuld, daß sich niemand mehr für ihn interessiert. Er macht einfach nicht mehr genug Mist, wenn man mal von der kleinen Klage wegen der Wasserflecken auf seinem "Heiligen Bleche" absieht ...

Wer ich bin, willst Du wissen, daß ich das denken darf? Ich will es Dir sagen! Ich bin der Insider aus Berlin, was sich auch schon bis Bayern herumgesprochen hat, genau genommen bis München. (Auch Dank Reinhold, dem bloggenden Kollegen aus der bayrischen Landeshauptstadt!) Ich bin also nicht nur der, der dich mit seiner Taxe auch von der Haustür abholt, weil er nicht nur rauchend an der Halte rumsteht, aber vor allem, weil er die kleine Straße, in der Du wohnst, auch findet, weil er bisher immer alles gefunden hat. Nein, ich bin auch der, der dir die original bayrischen Brezen in Berlin ausfindig macht!

Daß ich dir die original bayrischen Brezen in Berlin ausfindig mache, hat wiederum, das muss bei aller Eile gesagt sein dürfen, rein gar nichts damit zu tun, daß ich bereits in München als der bloggende Insider aus Berlin bekannt bin. Nein, daß ich dir die original bayrischen Brezen in Berlin ausfindig mache, hat ausschließlich damit zu tun, daß ich auch unter dem Label "Kleiner Gourmet" laufe fahre. (Achtung: "Kleiner Gourmet" = Trade Mark!)

Mit den original bayrischen Brezen in Berlin gab es übrigens neulich, um genau zu sein vorgestern, ein kleines Problem, denn die waren bereits am späten Nachmittag zäh wie Gummi. Das war nicht schön, das kannst Du mir glauben. Aber (und jetzt kommt die Message!) offensichtlich hat der Bayer, im Gegensatz zum Schwaben, begriffen, was er tun muss, damit man sich in Berlin für ihn interessiert.

PS: Was es genau mit den original bayrischen Brezen in Berlin auf sich hat, die bereits am späten Nachmittag zäh wie Gummi sind, erfährst Du demnächst an dieser Stelle. Dranbleiben lohnt sich!

Foto&Text TaxiBerlin

30.07.2014

EIN NEUER TREND: WOHNEN IN DER GARAGE


Corpus Delicti

Seit Montag steht sie in Berlin vor Gericht: Die Sommerdusche der Berliner Feuerwehr. Sie soll nicht nur, ich hatte bereits darüber geschrieben, für erfrischendes Nass an einem heißen Sommertag in der Hauptstadt gesorgt haben, sondern eben auch für Wasserflecken auf umstehenden Autos. Die Kläger und Eigentümer dieser Autos verlangen Wiedergutmachung in Form von einem Jahr freier Autowäsche für ihr "Heiliges Bleche". Das liegt durchaus im Bereich des Möglichen, allerdings nur, wenn die Kläger binnen Jahresfrist zu ihrer teuren Eigentumswohnung auch noch eine Eigentumsgarage erwerben, um zukünftigen Klagen dieser Art ein für alle mal den Riegel vorzuschieben. Daß damit ein neuer Trend in unserer Stadt seinen Ausgang nimmt, der gar nicht so neu ist, wissen bisher nur Insider: Wohnen in der Garage. Natürlich im Prenzlauer Berg ...

Foto&Text TaxiBerlin

29.07.2014

NOCHMAL TAXIBERLIN UND DIE KONKURRENZ AUS DEM INTERNET


Graffiti hinter Unkraut

Hatte ich neulich nur geschrieben, daß ich die Konkurrenz, die nicht aus dem Internet sondern aus Amerika kommt, genauer gesagt aus ("if you are going to") San Francisco, doof finde, ist es jetzt an der Zeit zu sagen, warum ich sie doof finde. Vorher möchte ich aber kurz den Unterschied zwischen Taxifahren in New York und Berlin erklären, den ich aus eigener Erfahrung kenne:

In New York haben die Taxis keinen Funk, unter anderem deswegen, weil die Fahrer offiziell kein Handy oder ähnliches (also auch keinen Funk) im Taxi benutzen dürfen. Deswegen sind die Yellow Cabs auch ständig am Fahren, vorzugsweise in Manhattan. Für den Kunden bedeutet das, daß er sich auch kein Taxi nach Hause bestellen kann. Wer sicher sein will, daß er einen Wagen bekommt, der ihn von zu Hause abholt, damit er pünktlich zum Flieger kommt, ruft besser beim Limousinenservice an. Der ist in New York auch nicht wesentlich teurer als ein Taxi.

Wie erwähnt, fahren die Yellow Cabs nahezu ausschließlich in Manhattan, wo sich etwa neunzig Prozent ihres Geschäftes abspielt. Es ist so gut wie ausgeschlossen, daß Du ein Yellow Cab in einem Außenbezirk von New York findest. Dort musstest Du als Kunde bereits in der Vergangenheit auf andere Möglichkeiten zurückgreifen. Vor der Konkurrenz aus dem Internet war das der Nachbar oder eben besagter Limousinenservice. (In anderen Großstädten in den USA ist die Situation nicht viel anders.)

In Berlin ist es anders! Hier findet der Fahrgast auch in den Außenbezirken nahezu jederzeit ein Taxi, das bereit ist (zumindest bisher), ihn auch von zu Hause abzuholen. Selbst im angrenzenden Umland sollte das kein Problem sein, solange die Fahrt nach Berlin rein geht. (Das wäre in New York wie beschrieben problematisch, wenn nicht sogar ausgeschlossen.)

Der größte Unterschied zu New York besteht aber darin, daß jeder Fahrer dort selbständig ist und für jede Schicht einen festen Betrag ("zu meiner Zeit" waren das 150 Dollar) an die Garage, der das Taxi gehört (eine eigene Konzession ist mit knapp einer Million Dollar nicht ganz billig), zahlen muss, die erstmal eingefahren werden müssen. (Kranken-, Renten-, Pflegeversicherung? - Vergiss es!) Auf den Straßen von New York äußert sich das dann als purer Kannibalismus unter den Fahrern. Die Regel, die leere Taxe, die vor dir fährt, nicht zu überholen, wenn Du selbst auch frei bist, und die es in Berlin (mehr oder weniger) noch gibt, ist in New York praktisch unbekannt.

Ab Anfang nächsten Jahres soll nun der Mindestlohn auch für Taxifahrer gelten. Wenn Du dich jetzt fragst, was die Konkurrenz aus dem Internet mit dem Mindestlohn hierzulande zu tun hat, muss ich dich bitten weiter zu lesen. Der Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde wird von so gut wie keinem Fahrer in Berlin erwirtschaftet und kann demzufolge auch von keinem Unternehmen gezahlt werden. (Meiner Meinung nach ist Taxifahren mit dem Mindestlohn auch nicht vereinbar. Aber das ist nur meine Meinung, über die ich bei Gelegenheit mal mehr schreiben werde.)

Im Moment gibt es noch kein überzeugendes Konzept, wie der Mindestlohn ab dem 1. Januar in der Taxibranche umgesetzt werden soll. Das Fiskaltaxameter, das einige Taxibetriebe zur Aufgabe zwingen würde, kommt jedenfalls erst später. Vielleicht werden Unternehmer einfach die Taxifahrer entlassen, die kaum etwas einfahren, was aber unterm Strich nichts ändern würde, weil sich dadurch nur die Transferleistungen, die diese Fahrer bereits jetzt beziehen, und die wir letztendlich alle bezahlen, erhöhen werden. Am Umsatz der verbliebenen Fahrer ändert das nichts, solange die selbe Anzahl von Taxen unterwegs ist.

Es gibt noch die Möglichkeit, bei der Arbeitszeit zu schummeln, indem man die Standzeiten an der Taxihalte rausrechnet, um auf den gewünschten Stundenlohn zu kommen. Durchsetzen dürfte sich das aber eher nicht, weil Wartezeiten beim Taxifahren dazu gehören, und somit Arbeitszeit ist und auch bleiben wird. Ein anderes Szenario, welches zumindest in die "richtige" Richtung geht, ist, die offiziellen Abrechnungen der Fahrer so zu "gestalten", als würde man ihnen den Mindestlohn zahlen, und die erhöhten Sozialabgaben einfach von dem abziehen, was bisher gezahlt wurde, was bedeuten würde, daß der Anteil des Fahrers am Umsatz von derzeit knapp 40 auf sagen wir 30 bis 35 Prozent fallen würde. Auch dieses Modell wird sich wohl nicht durchsetzen, weil einfach "zu kompliziert".

Ich denke es ist am Wahrscheinlichsten, daß sich die Sache auch in Berlin Richtung Amerika entwickelt, und aus dem bisher angestellten Fahrer mit all seinen Vorzügen (Arbeitslosen-, Kranken-, und auch Rentenversichert) bald ein selbständige Fahrer mit all seinen Nachteilen (versichert als Selbständiger oder eben unversichert) werden wird. Und an dieser Entwicklung hat die Konkurrenz aus dem Internet, die von vielen derzeit (zu Recht - allerdings wegen vergleichsweise banaler rechtlicher Bedenken) verteufelt wird, "in Wahrheit" aber nur ein lästiger "Mitbewerber" ist, ihren nicht zu unterschätzenden Anteil. Denn der "Mitbewerber" aus dem Internet, selbst wenn er sich hierzulande nicht durchsetzen sollte, weil die Rahmenbedingungen wie hier beschrieben ganz andere sind als beispielsweise in New York, gibt die Richtung vor, in die es geht. Mit anderen Worten: Der lästige "Mitbewerber" ist eigentlich nur der allseits bekannte "Testballon", der immer dann vorgeholt wird, wenn mal wieder Einschnitte im Sozialen anstehen.

Was können wir Taxifahrer nun gegen den lästigen "Mitbewerber" aus dem Internet tun? Ich denke: Nicht allzu viel! Eigentlich bleibt uns nur das, was der Einzelne "Mein Profil schärfen" nennt, nämlich an unserem Service arbeiten. Wer weiterhin lieber an der Taxihalte rumsteht, um zu rauchen, und nicht bereit ist, den Fahrgast von der Haustür abzuholen, weil der vielleicht schon weg sein könnte, der hat die Zeichen der Zeit definitiv nicht erkannt, denn der Fahrgast ist schon so gut wie weg! Möglicherweise sitzt er bereits beim "Mitbewerber" im Auto ...

PS: Daß ich nochmal darüber schreiben würde, hätte ich in meinem schlimmsten Alpträumen nicht zu denken gewagt. Die Rede ist von der Körperpflege manches "Kollegen", um genau zu sein vom Zähne putzen. Ja, es gibt sie leider wirklich, und sie schreiben darüber auch noch im Internet, daß sie sich oft tagelang nicht die Zähne putzen. Vielen Dank, lieber "Kollege", für die tolle Werbung!

PPS: Wie ich gerade von einem "Insider" erfahre, ist es derselbe "Kollege", der lieber rauchend an der Taxihalte rumsteht, als den Fahrgast von der Haustür abzuholen, was aber keine wirkliche Überraschung ist ...

Foto&Text TaxiBerlin

AUF ZUR AUTOWÄSCHE


Aber Vorsicht wegen der Kalkflecken auf den Sonnenbrillen!

Früher kam in Berlin bei solchen Temperaturen wie an den vergangenen Tagen schon mal die Feuerwehr, um mit ihrem kühlen Nass für etwas Erfrischung zu sorgen. Diese Zeiten dürften ab sofort der Vergangenheit angehören. Nach der letzten Aktion der Feuerwehr im Prenzlauer Berg gab es besorgte Anrufe von Anwohnern, die wissen wollten, wer für die Autowäsche aufkommt. Auf dem "Heiligen Bleche" wären jetzt Kalkflecken. Das musst Du dir mal vorstellen!

In diesem Zusammenhang kann ich meine Forderung nach einem Einbürgerungstest für Berlin nur wiederholen. Hätte der Anrufer einen solchen erfolgreich (mit der Betonung auf ERFOLG und nicht auf REICH!) absolviert, wüsste er nämlich, daß das Berliner Wasser sehr kalkhaltig ist und (das WICHTIGSTE!) die Sommerdusche der Berliner Feuerwehr würde es auch in Zukunft noch geben!

Foto&Text TaxiBerlin

28.07.2014

BÖSER BÖSER MICHEL HOUELLEBECQ


Heute: Kurzstrecke

Ob Michel an den Deutschen Michel dachte, als er sich seinen Vornamen ausgesucht hat, kann so gut wie ausgeschlossen werden. Wenn Michel sich überhaupt für uns interessiert, dann nur für unsere Autos. (Am Ende des Films, soviel darf verraten werden, bekam er gestern Abend sogar eins geschenkt!) Ansonsten interessiert Michel sich nur für sich selbst, um genau zu sein für's Rauchen, Trinken und vielleicht noch etwas für Senioren-Sex.

Deswegen war es auch keine Überraschung, als Michel im Film das haltende Taxi einfach weiter schickte. Dabei war der Fahrer extra ausgestiegen, um den Koffer einzuladen, den Michel dabei hatte, denn Michel wollte offensichtlich verreisen. Unklar blieb, ob er das Taxi bestellt hatte oder es zufällig vorbei kam. Es spricht einiges dafür, daß Michel das Taxi kommen ließ. Warum er es nicht genommen hat, kann nur vermutet werden. Immerhin war es ein richtiges Taxi und nicht die Konkurrenz aus dem Internet. Obwohl das Michel ganz klar als Plus anzurechnen ist - der arme Taxifahrer hatte trotzdem die Arschkarte. Zumindest war er im richtigen Film!

Keine vierundzwanzig Stunden zuvor stieg mir eine Germanistin aus Frankreich ein, die sogar deutsch sprach. Obwohl es nur 'ne kurze Fahrt war, kamen wir ins Gespräch über Gott, die Welt und Michel, von dem sie noch nichts gelesen hatte. Leider hatte ich den Film über Michel gerade nicht im Kopf, sonst hätte ich sie natürlich eingeladen. Daß ich ihn nicht im Kopf hatte, lag daran, daß die Germanistin aus Frankreich ausgerechnet von MIR wissen wollte, welches Buch von Michel sie als erstes lesen sollte. Das war natürlich keine leichte Frage, denn im Prinzip sind alle Bücher von Michel wert gelesen zu werden. Deswegen musste ich der Germanistin aus Frankreich die Antwort auch schuldig bleiben. Gerne aber bei der nächsten Kurzstrecke ...

Foto&Text TaxiBerlin

NOCHMAL VERSTECKTE KAMERA


Altonaer Straße / früher Hansa Viertel / heute Neue Mitte

Situationen, wo man an die Versteckte Kamera denkt, gibt es im Taxi genug. Meist ist es aber nur der Falsche Film, der gerade läuft. Aber egal ob Versteckte Kamera oder Falscher Film: Es sind immer mindestens Zwei Kameras, nach denen Du Ausschau halten musst.

Apropos Falscher Film: Gestern Abend war ich seit langem mal wieder im Freiluftkino. Hatte extra früher mit Taxifahren angefangen und dementsprechend auch früher aufgehört. Trotz ein paar Tropfen, die vom Himmel fielen, hatten sich auch noch ein paar andere Interessierte in den Volkspark Friedrichshain verirrt. Unter anderem Claudia, die sich auch schon mal um den Hauptcharakter kümmern durfte. Allerdings etwas anders als im Film, wobei die Betonung auf ETWAS liegt. Der Film, der gezeigt wurde, war übrigens der richtige, also der, der auch im Programm stand, und dem geneigten Leser nur wärmstens empfohlen werden kann. Bevor ich es vergesse: Der richtige Film heißt "Die Entführung des Michel Houellebecq".

Foto&Text TaxiBerlin

ALTER UND NEUER TREND: VERSTECKTE KAMERA


Altonaer Straße / früher Hansa Viertel / heute Neue Mitte

Es gibt nichts Neues unter der Sonne, weil sich Alles wiederholt. Genau das ist das Blöde am älter werden. Irgendwann besteht das Leben besteht nur noch aus Wiederholungen, und wenn Du es merkst, ist es meist schon zu spät.

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26.07.2014

ICH FAHR WEITER IMMER WEITER ...



1. Todestag von J. J. Cale

Nachdem ich mich heute früh noch negativ und etwas abwertend über Kommunikations-Marketing geäußert habe, versuche ich es nun gleich mal selbst, nur besser: Liebe Leute, kauft bloß nicht die neueste CD von Eric Clapton, denn die Lieder dort sind alle nur geklaut und zwar von J. J. Cale! Wenn ihr schon unbedingt Geld ausgeben müsst, dann kauft wenigstens das Original!

Um bei der Wahrheit zu bleiben, habe auch ich geklaut. "Ich fahr weiter immer weiter - was auch passiert ..." ist nämlich nicht von mir sondern auch von J. J. Cale, der heute vor genau einem Jahr verstorben ist. J. J. Cale hat nicht nur viele tolle Songs gemacht, sondern hatte auch sonst ein paar liebenswerte Angewohnheiten. (Kommt eben nicht alles Schlechte aus Amerika! Ich sage das auch aus persönlicher Erfahrung!)

Der Legende nach hat J. J. Cale, dessen Songs schon zu seinen Lebzeiten 'ne Menge Geld eingespielt haben, auch weil sie von vielen bekannten Musikern (neben Eric Clapton beispielsweise auch von Bob Dylan) gecovert wurden, nie ein eigenes Bankkonto besessen.
Olle J. J. soll mit der Kohle, so geht die Legende weiter, einfach seinen Wohnwagen isoliert haben, indem er das ganze Geld in dessen Zwischenwänden aufbewahrte.

PS: Ideal zum Taxifahren. Danke J. J. Cale. Ruhe in Frieden.
PPS: Hier gibt's noch den Wohnwagen Trailer von J. J. Cale.

Video YouTube
Text TaxiBerlin

WAS FÜR EINE NACHT ...


Kostenloser Postkartenständer ohne kostenlose Postkarten (Detail)

Über die letzte Nacht könnte ich einen ganzen Roman schreiben, wenn ich denn die Zeit dazu hätte. Leider fehlt es mir genau an dieser, und außerdem muss auch ich irgendwann mal pennen. Auf jeden Fall möchte ich mich bei der Kommunikations-Marketing-Studentin entschuldigen, daß ich ihren Studiengang den schlimmsten aller denkbaren nannte. Ich hab das nur gesagt, weil ich vollgequatscht werden und dann noch was kaufen sollen für mich persönlich völlig blöd finde. Mit Sicherheit gibt es schlimmere Studiengänge als Kommunikations-Marketing. Leider fällt mir gerade keiner ein ... Das absolute Highlight, worauf ich seit knapp zehn Jahren hinarbeite, war ohne Frage, daß ich meinen ersten und einzigen Leser (ein echter Kollege!) endlich persönlich kennengelernt habe, und zwar (wie es sich gehört!) an der Tanke. Du kannst dir nicht vorstellen, was das für ein Gefühl ist, wenn Du erfährst, daß es jemanden da draußen gibt, der dich liest und auch noch gut findet - bis Du ihm begegnest!

Foto&Text TaxiBerlin

25.07.2014

ABER ZUM MOND FLIEGEN ...


Berliner U-Bahn (BVG) / Fahrschein-Automat / Detail

Leider ist "aber zum Mond fliegen" nicht von mir. Und auch nicht das Foto. Es ist ein Geschenk eines Kollegen, genauer gesagt einer Kollegin. Es liegt, um auch hier bei der Wahrheit zu bleiben, schon seit ein paar Wochen bei mir auf der Festplatte. Irgendwie wollten mir keine passenden Worte einfallen, zumal es auch um die Konkurrenz unter der Erde, die Berliner U-Bahn, geht und nicht ums Taxifahren auf den Straßen und Plätzen. (Immerhin sind sowohl ihre Züge als auch ihre Automaten auch Geld gelb!)

Daß ich denke, daß die Zeit für dieses Bild gekommen ist, hat zwei Gründe. Erstens hatte ich erst gestern über Geld geschrieben. Ich hatte geträumt, daß ich vierhundert Euro im Supermarkt gewonnen hätte, aber nur vier Euro ausgezahlt bekam - immerhin eine Kurzstrecke. Die abgebildeten Fünf-Euro-Scheine sind sozusagen Kurzstrecke plus Trinkgeld. Du brauchst auch keine Angst zu haben, daß Du deinen neuen Fünf-Euro-Schein nicht im Taxi los wirst. Wir fahren zwar nicht zum Mond, aber so weit geht unser Service.

Wo wir gerade beim Mond sind. Der ist bekanntlich auch weit weg, genauso wie viele Probleme, um die sich manche kümmern. Warum das so ist, kann nur vermutet werden. Offensichtlich gibt es Menschen, die Gutes tun, und andere, die es vorziehen, die "gute Tat" zu delegieren. Unter anderem deswegen, weil das Problem immer ganz weit weg ist - entweder "nur" am anderen Ende der Welt, oder eben auf dem Mond ...

PS: Neben den beiden genannten Gründen gibt es auch noch einen Anlass für den Beitrag, und zwar der Besuch einer Lesebühne gestern Abend bei mir im Kiez. Die fing ganz gut an (Witze über die WM und so ...), wurde dann allerdings immer schlechter (autobiografisches über dumme Touris im Ausland ...), um im "großen Finale" als billiger Abgesang (Kauft endlich unsere Bücher!) zu enden. Wie peinlich!

Foto TaxiKollegin
Text TaxiBerlin

24.07.2014

TAXIBERLIN UND DIE KONKURRENZ AUS DEM INTERNET


Graffito auf Grobspanplatte

Um es gleich vorweg zu nehmen: Auch ich finde die Konkurrenz aus dem Internet doof, und ich weiß auch, daß sie nicht aus dem Internet kommt, sondern (wie vieles doofe) aus Amerika. Warum ich mich erst jetzt dazu äußere, hat mehrere Gründe. Der wichtigste Grund ist ohne Frage, daß ich die Überwachung im Internet schlimmer finde als die Konkurrenz aus dem Internet. Hinzu kommt, daß ich selbst noch Zeiten erlebt habe, wo Schwarztaxis auch in Berlin zur Tagesordnung gehörten und niemand das wirklich schlimm fand. (Die Konkurrenz aus dem Internet versucht letztendlich nichts anderes, als ihre eigenen Schwarztaxen zu etablieren.) Schwarztaxi fahren, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, hat wie vieles Verbotene etwas wirklich aufregendes. Also etwas, was es heutzutage eigentlich nicht mehr gibt, weil nahezu jede Aufregung heute künstlich ist.

So beispielsweise die Aufregung der Kollegen und insbesondere "Kollegen" über die Konkurrenz aus dem Internet. Soweit ich das als Onkel, der gerne mal vom Krieg erzählt, beurteilen kann, sind das dieselben, die in der Vergangenheit das Internet wie einen neuen Gott angebetet haben. Offensichtlich wussten sie nicht, daß ihr Gott auch böse werden und strafen kann.

Und noch etwas stört mich an der künstlichen Aufregung, die an sich keine Überraschung ist, denn die Kollegen und insbesondere "Kollegen" kümmern sich prinzipiell am liebsten um Probleme am anderen Ende der Welt (dort können sie die "gute Tat" delegieren), und die Konkurrenz aus dem Internet kommt nunmal aus dem fernen Amerika. Ich vermisse den berechtigten Aufschrei angesichts der Überwachung! Kommt denn nicht auch "Big Brother" von dort?

Doch zurück zum eigentlichen Thema: Der Konkurrenz aus dem Internet, die ganz genau aus dem sonnigen San Francisco kommt und gerade dabei ist, in vergleichsweise unangenehmen klimatischen Breiten ihre eigenen Schwarztaxis auf unsere Straßen zu bringen. Auch hier möchte ich das wichtigste gleich vorweg nehmen: Ich habe keine Angst vor dieser Konkurrenz! Und ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Es ist mir auch egal, ob sie legal oder illegal ist! Die Geschichte (übrigens auch das Internet!) hat oft genug bewiesen, daß schon morgen legal sein kann, was heute noch illegal ist.
(Und Mitfahrgelegenheiten sind, soweit ich informiert bin, nicht prinzipiell verboten, oder?)

Du willst wissen, warum ich keine Angst habe und auch warum es mir egal ist? Ich will es Dir sagen! Menschen werden immer von A nach B befördert werden wollen. Daß dies ausschließlich durch Maschinen bewerkstelligt wird, werde ich mit Sicherheit nicht mehr miterleben. Dafür bin ich - zum Glück - zu alt. Und letztendlich ist es ein Fehler, übrigens auch von der Konkurrenz aus dem Internet, anzunehmen, daß sich alles über den Preis - sprich Geld - regelt. Das ist einer dieser Irrglauben unserer Zeit! Und zwar deswegen, weil immer auch die Qualität und Service eine Rolle spielen.

Apropos Qualität und Service: Manchmal hilft es, sich an die eigene Dienstleistungsnase zu fassen. (Stichworte: Annahme von Funkaufträgen, Abholen von Fahrgästen etc.)

Foto&Text TaxiBerlin

NUR VON GELD GETRÄUMT


Großer Gewinn + verf***** Verkäuferin =
einfach mal 'ne Kurzstrecke mitnehmen!

Ehrlich gesagt habe ich schon lange darauf gewartet, daß auch ich mal über Geld schreiben kann. Der Anlass ist zugegeben recht banal. Aber ist er das nicht immer? Heute morgen, ich war schon so gut wie wach, hatte ich plötzlich noch einen Traum. In meinem Traum ziehe ich immer ein Los, dort wo ich meine täglichen Einkäufe erledige. Also nicht im Supermarkt bei mir an der Ecke! Normalerweise ist es eine Niete. Heute früh waren es vierhundert Euro! Viertausend wären mir natürlich lieber gewesen, dann hätte ich dieses Jahr nicht mehr arbeiten müssen. Aber was soll's, einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht ins Maul.

Nun geschah merkwürdiges. Die Verkäuferin, bei der ich das Los gezogen hatte, bat mich mit ihr vor die Tür zu gehen, was ich bereitwillig tat. Was tut man nicht alles für Geld?! Draußen, und jetzt wird es endgültig komisch, offenbarte sie mir, daß sie das Geld bei sich zu hause hätte. Sie wohne aber nicht weit. Genau genommen wohnte sie direkt gegenüber. Nun fragte sie mich nicht, ob ich sie auch in ihre Wohnung begleiten würde, was ich auch irgendwie komisch fand. Wahrscheinlich bin ich nicht ihr Typ, dachte ich noch bei mir, als ich sah, wie sich die Gardine eines Fensters bewegte. Offensichtlich wurde ich beobachtet.

Was hatte das zu bedeuten? Würde die Verkäuferin wieder kommen? Und falls JA: Hat sie dann mein Geld dabei? Zeit genug zum überlegen hatte ich, wie bereits geschrieben. Unterbrochen wurde ich dabei nur von der Gardine, die sich in regelmäßigen Abständen bewegte. Irgendwann überlegte ich meiner Taxi-Zentrale bescheid zu geben, aber da fiel mir ein, daß ich gerade gar nicht im Dienst bin und somit auch nicht vor der Tür eines Kunden stehe, der nicht kommen will, und den die Zentrale mal kurz anrufen könnte.

Gerade wollte ich weiter gehen, da kam die Verkäuferin aus ihrem Haus. Jetzt hatte SIE mein Los in der Hand, was mich auch sehr verwunderte. Auf dem Los stand aber nicht vierhundert sondern vier Euro, die ich gewonnen hätte. Das ist nicht mein Los! Auf meinem standen vierhundert! Das hätte ich nur geträumt, meinte die Verkäuferin, womit sie natürlich recht hatte! Und deswegen nahm ich zum Schluss auch die vier Euro - immerhin 'ne Kurzstrecke ...

Foto&Text TaxiBerlin

DIE BESTEN GESCHICHTEN SCHREIBT DAS LEBEN


Graffito (Motiv/Postkartenserie)

Der ein oder andere wird sich fragen, warum ich immer wieder Graffiti fotografiere. Der Grund ist nicht etwa, weil ich Graffiti für Kunst halte. Nein, ganz und gar nicht! Ein Graffito ist in der Regel ein Hilfeschrei. Da weiß sich offensichtlich jemand nicht anders zu artikulieren. Immer noch besser, als wenn er jemand anderen auf den Kopf haut. Graffiti fallen mir deswegen ins Auge, weil sie überall dort sind, wo ich auch bin - auf den Straßen und Plätzen. Wären sie "nur" im Internet, sie würden wahrscheinlich an mir vorbeigehen. Außerdem habe ich, im Gegensatz zu vielen von Euch, die Zeit zum Aussteigen, zum Fotografieren und zum Nachdenken.

Obiges Graffito gibt es, wie alle von mir veröffentlichten Graffitis, wirklich! Genauso wie ein Buch, an das ich sofort denken musste. Ein Buch gegen Feministen, geschrieben von einer Frau. Es beschäftigt sich, soviel soll verraten sein, mit der "Abrichtung" des Mannes. Gut, es hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Aber wer sagt dir, daß das, was Du gerade denkst, wirklich neu ist, nur weil es für dich neu ist? Wir sind heute nicht klüger und die Leute früher waren nicht dümmer! Sicherlich, sie hatten keinen Computer und kannten noch kein Internet. Dafür hatten sie mehr Zeit, sich ihre eigenen Gedanken zu machen. Wenn ich's mir recht überlege, halte ich es  sogar für möglich, daß die Menschen früher klüger waren und deswegen heute nicht mehr verstanden werden.

Beispielsweise eingangs erwähnte Autorin. Dazu muss man wissen, daß nach ihrer Ansicht die "Abrichtung" des Mannes durch (wie sollte es anders sein) die Frau erfolgt. Das kann natürlich keiner Frau gefallen, daß ausgerechnet eine Frau so etwas schreibt. Das ist nachvollziehbar und würde im umgedrehten Fall auch keinem Mann gefallen. Nun geht es aber nicht ums Gefallen sondern ums Verstehen. In diesem Zusammenhang finde ich es witzig, wenn eine Frau und Leserin über dieses Buch im Internet (wo sonst?) schreibt, daß sie es auf keinen Fall ihrer Tochter empfehlen würde. Witzig deswegen, weil (Die besten Geschichten schreibt das Leben!) genau diese Frau ansonsten Bücher über das Abrichten von Hunden liest.

Foto&Text TaxiBerlin

23.07.2014

DER SUPERMARKT BEI MIR AN DER ECKE


Bar bei mir an der Ecke

Das Schild gehört nicht zum Supermarkt sondern zur Bar bei mir an der Ecke, genau gegenüber vom Supermarkt. Die Bar soll uns an dieser Stelle nicht weiter interessieren, da es sich bei ihr bereits um exterritoriales Gebiet handelt. Das Schild von der Bar habe ich aber nicht nur genommen, weil ich gerade keins vom Supermarkt hatte, sondern weil spätestens seit Beginn der Ferien der Supermarkt ebenfalls zum exterritorialen Gebiet zu verkommen scheint. Bevor ich der Frage nachgehe, wie es dazu kommen konnte, noch ein paar Sätze zum Supermarkt allgemein. Also es ist kein Aldi oder Lidl, und auch kein Kaufland & Co, sondern eher so was Mittelklassiges, wenn nicht gar gehobene Mittelklasse. Vielleicht ist dieser Umstand bereits die Wurzel allen Übels ...

Doch beginne ich am Besten von Vorne. Früher gab es am Supermarkt an der Ecke eine Kasse und die war auch vollkommen ausreichend. Heute gibt es vier und die reichen immer noch nicht aus. Neulich, um genau sein: gestern, habe ich drei Anläufe gestartet, um einmal in aller Ruhe einzukaufen. Alle drei vergeblich! Meist konnte ich wegen doofen Kids und Doppel-Kinderwagen gar nicht zum gewünschten Regal durchkommen. Einmal ist es mir dann doch gelungen, aber da reichte die Schlange an den Kassen gleich wieder bis zur Fleischtheke am anderen Ende des Supermarktes. Also ich wieder zurück und die Sachen, die ich eigentlich einkaufen wollte, fein säuberlich in die Regale gelegt. Ich erwähne das nur, weil das heute nicht mehr selbstverständlich ist.

OK, ich werde nicht gleich verhungern. Vielleicht eher noch verdursten. Um ganz ehrlich zu sein, bin ich sowieso gerade auf Diät. Deswegen möchte ich mich weder über die zusätzliche Bewegung noch über die reduzierte Nahrungsaufnahme wirklich beschweren. Und "Friss die Hälfte!" (FdH!) ist sowieso die beste Diät. Allerdings nur, wenn Du sie, so wie ich es tue, mit zusätzlicher Bewegung kombinierst, was viele Leute vergessen.

Bleibt die Frage: Woher kommen die ganzen Leute? (Ich kenne keinen von ihnen, nicht mal vom Sehen!) Und was wollen sie hier? (Wenn sie nur zum Einkaufen kommen würden und morgen wieder weg wären - kein Problem!) Dazu noch zur Ferienzeit, wo man davon ausgehen könnte, daß jeder, der kann, erstmal die Stadt verlässt. Offensichtlich können die nicht! Oder wollen sie nur nicht? Wollen sie uns, also dir und mir, vielleicht ganz bewusst auf die Nerven gehen? Ist alles ganz und gar von langer Hand vorbereitet? Ist es bereits die "Kritische Masse" oder nur ein "Supermarkt-Flash-Mob"? Oder doch schon das "Kiez-Rausekel-Kommando"?

Foto&Text TaxiBerlin

WARUM ICH TAXIFAHRER BIN (EINE SERIE)


Potsdamer Platz / früher Tiergarten / heute Neue Mitte

Immer wieder werde ich von meinen Fahrgästen gefragt, warum ich Taxifahrer geworden bin. Dafür gibt es nicht den einen sondern viele Gründe. Und um ganz ehrlich zu sein, ist es letztendlich ein Ausschlussverfahren, warum andere Berufe für mich nicht in Frage kommen. Die Serie "Warum ich Taxifahrer bin" beschäftigt sich genau mit den Gründen, die meiner Meinung nach gegen andere Berufe sprechen, und sie wird irgendwann einmal damit enden, daß ich meine gesammelten guten Gründe fürs Taxifahren zusammenfasse.

Bevor ich mit dem ersten Beruf beginne, der für mich nicht in Frage kommt, erlaube ich mir darauf hinzuweisen, daß es eine ganz bewusste Entscheidung meinerseits ist, genau diesen Beruf nicht zu ergreifen. Worauf ich hinaus will, ist der Umstand, daß ich eben nicht, wie mancher Kollege und alle "Kollegen", zu blöd bin, diesen Beruf auszuüben. Ich schreibe das jetzt nicht, um irgendjemand schlecht zu machen (Gott bewahre!), sondern ausschließlich, damit Du meine Entscheidung und Intention auch richtig verstehen und beurteilen kannst. Ich gehe soweit und behaupte, daß ich jeden Beruf ausüben können könnte, wenn ich denn wollen würde.

Genug der Vorrede, beginnen wir mit dem ersten Beruf, der für mich nicht Frage kommt. Es ist der des Piloten! Erst einmal muss man feststellen, daß Pilot und Taxifahrer einiges gemeinsam haben. Angefangen mit dem gemeinsames Ziel, den Fahr-/Fluggast auf dem kürzesten Weg von A nach B zu befördern. Beide sollten sich auch mit Landkarten auskennen und nach Möglichkeit ihren Dienst nüchtern vollführen. Das ist nicht bei jedem Beruf so, manche zwingen förmlich zum Alkohol, aber dazu später. Dann hören die Gemeinsamkeiten langsam auf, denn der Beruf des Taxifahrers ist zweifellos gefährlicher als der des Piloten, das beweist jede Statistik.

Nur, und das spricht fürs Taxifahren, sind im Taxi nicht (wie im Flieger) gleich alle tot, wenn mal was passiert. Aber gut, damit könnte man vielleicht noch leben. Immerhin gibt es einen Co-Piloten, der das Steuer übernehmen kann, wenn man mal keinen Bock hat. Von all den scharfen StewardessInnen (Gender, ick hör dir trapsen ...), die es im Taxi leider nicht gibt, will ich lieber gar nicht erst anfangen zu schreiben, aber man hört ja so einiges ...

Was spricht denn nun so eindeutig und klar gegen den Piloten und für den Taxifahrer, fragst Du dich nicht ganz zu unrecht. Ich will es Dir sagen. Ist Dir auch schon aufgefallen, daß Flugzeuge seit einiger Zeit, nicht nur im Krieg sondern insbesondere auch als Kriegsgrund, eine immer größere Rolle spielen? Vieles deutet darauf hin, daß auch gerade wieder an einer solchen Geschichte gestrickt wird. Und genau das kann Dir als Taxifahrer in deinem Taxi nicht passieren!

Foto&Text TaxiBerlin

GULAG GEDENKSTÄTTE DARF NICHT SCHLIESSEN


Haltet den Gulag offen!

Soeben erreicht mich eine Eilmeldung, genauer gesagt eine Petition, die ich sofort unterschrieben habe. Als "Taxi-Diktator" mit eigenem "Taxi-Gulag" hatte ich keine andere Wahl. Es geht um die Schließung von "Perm-36" - nicht Kreuzberg 36! Das mag für Dich erstmal weit weg klingen - ist aber möglicherweise näher als Du denkst ...

Foto&Text TaxiBerlin

WER F***** WILL MUSS NETT SEIN


F***** ist Arbeit

Als Nachtfahrer kommt man nicht umhin, gelegentlich auch Bordelle (im "Taxisprech" einfach nur Clubs) mit seinem Taxi anzusteuern. Als ein solcher Nachtfahrer muss ich in letzter Zeit Sachen (offensichtlich von anderen Nachtfahrern) über unsere Kundschaft dorthin (meistens Männer) lesen, die sich mit meinen nunmehr zwanzigjährigen Erfahrungen ganz und gar nicht decken. Deswegen dieser Beitrag.

Diese Kollegen oder besser "Kollegen" Nachtfahrer behaupten allen Ernstes, daß es sich bei ihren Bordellbesuchenden Fahrgästen vorwiegend um verklemmte Männer und bemitleidenswerte Tröpfe handeln würde, die ausnahmslos völlig verschüchtert, ja geradezu debil wären und außerdem noch Scheiße aussehen würden.

Grundsätzlich (Ausnahmen bestätigen die Regel!) sollte man niemals über seine Kundschaft herziehen. (Mit anderen Worten: Beiße nicht in die Hand, die dich füttert!) Das ist sozusagen die Goldene Regel jeder Dienstleistung und sie sollte sowohl von allen Kollegen als auch "Kollegen" beherzigt werden. Wer damit überfordert ist, wechselt besser heute als morgen den Beruf.

Eine Grundregel der "Kleinen Taxi-Psychologie" (leider ist sie nicht Bestandteil der Taxiprüfung, was sich spätestens jetzt rächt) besagt: Was A über B sagt, sagt mehr über A als über B. Dementsprechend dürfen wir uns den "Kollegen" folgendermaßen vorstellen: verklemmt, verschüchtert, möglicherweise debil und auf jeden Fall Scheiße aussehend.

Nun zu den Männern, die mit dem Taxi in den Club fahren. Von Schüchternheit keine Spur! Auch nicht von Verklemmtheit. Bemitleidenswerte Tröpfe sehen definitiv anders aus. Überhaupt sehen viele besser aus als die ersten hundert Typen, die dir auf der Straße begegnen. Tut mir leid, wenn das nicht in dein Weltbild passt.

Gut, oft spielt Alkohol eine gewisse Rolle. Aber bedenke, es ist Nacht, und die meisten Leute haben Alkohol getrunken. (Ich natürlich nicht!) Um bei der Wahrheit zu bleiben, sind die Männer, die in ein Bordell wollen, meist nüchterner als der Rest. Warum das so ist, kann nur vermutet werden. Offensichtlich gilt aber auch hier: "Wer f***** will muss nett sein" und "F***** ist Arbeit".

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22.07.2014

SCHLECHTE GEWINNER


Anti-Kehrwochen-Protest / früher Prenzlauer Berg / heute Pankow

Vielleicht hast auch Du es schon mitbekommen: Niemand interessiert sich mehr für die Schwaben. Dabei waren sie vor zwei Jahren sogar in Berlin noch in aller Munde - ihre Wecken, Weckle oder wie das Zeug alles heißt. Ich weiß, es ist hart, aber den Unterschied interessiert wirklich niemanden, weil die Dinger hier einfach Schrippe heißen.

Alles könnte also gut sein, wenn die Schwaben nicht jetzt, also nach zwei Jahren einmal mehr "ihr wahres Gesicht" zeigen würden, indem sie unseren guten alten Wolfgang nicht in ihrem "Ländle-Landtag" sprechen lassen wollen. Und dabei geht es nicht nur um ein ernstes Thema, sondern auch um ein weiteres, mit dem sich olle Wolfgang neben "Schrippen & Co" bestens auskennt: 25 Jahre Mauerfall.

Und das alles auch noch in dem Jahr, in dem selbst die Schwaben mit Weltmeister geworden sind. Das musst Du dir mal vorstellen! Was wollen uns die Schwaben nun damit sagen, außer daß sie schlechte Gewinner sind? Ich denke zweierlei: Erstens, daß sie nicht die Schnellsten sind. Und Zweitens, daß sie auch nicht die Hellsten sind.

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21.07.2014

BEDÜRFNIS ODER MENSCHENRECHT


Flughafen  Tegel (TXL) / früher Reinickendorf / jetzt Reinickendorf

Ist des Menschen Notdurft ein Bedürfnis oder ein Menschenrecht? Obwohl sowohl in Notdurft als auch in Bedürfnis das Wort "dürfen" drinsteckt, tendiere ich eher zum Menschenrecht. Folgt man dieser Logik, so ist es verwunderlich, daß die permanente Beschneidung (oder besser: die Kostenpflicht) dieses Menschenrechtes hierzulande keine ernsthafte Entrüstung (oder zumindest Kopfschütteln) auslöst. Woran das liegt, kann nur vermutet werden. Vielleicht daran, daß Menschenrechte einfach keine Gender-Problematik haben. Es trifft sowohl Mann als auch Frau und ist somit egal.

Überraschenderweise ist in Amerika (genauer: USA), wo bekanntlich sogar Menschen Preisschilder haben, die Verrichtung der Notdurft immer und überall umsonst. Ob "von Amerika lernen" jetzt der Grund ist, daß am Flughafen die kostenpflichtige Container-Toilette für Taxifahrer abgerissen und durch kostenneutrale Dixi-Klos (Foto) ersetzt wurden, darf zumindest bezweifelt werden, und zwar deswegen, weil von den Toiletten in Amiland kein ätzender Gestank ausgeht wie am Flughafen Tegel. Hier ist es nur eine Frage der Zeit, bis es vor den Dixi-Klos zu Auffahrunfällen kommt, da jedes Taxi nur Eines möchte: Möglichst schnell vorbeikommen.

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20.07.2014

DAS TAXI UND DER TOD


Neue Nationalgalerie / Potsdamer Straße / früher Tiergarten / heute Mitte

Ich weiß nicht, ob Du es mitbekommen hast, aber letzte Nacht war an der Neuen Nationalgalerie der Teufel los: Menschen über Menschen. Mein erster Gedanke war: Love Parade! Mein zweiter: Lieber Gott - bitte nicht! Mein Kurzgebet wurde erhört. (So schnell geht das manchmal.) Der Anlass des Zusammentreffens war (zum Glück!) Kunst - genau genommen das "Sky-Art-Event".

Was die Kunst angeht, die war ehrlich gesagt ein bisschen Retro, was aber nicht automatisch schlecht sein muss ... (Ganz im Gegenteil!). Das sagten auch meine Fahrgäste. Sie (die Kunst) sah aus wie die Musik von Pink Floyd in den Siebzigern. Das war auch kein Wunder, denn der Künstler ist 86 Jahre alt.

Genau genommen muss man sagen WAR 86 Jahre alt, denn  Otto Piene ist tot. Gestorben ist er (der eigentliche Grund für diesen Beitrag) in einem Taxi in Berlin. Als ich das hörte, musste ich sofort an die Rom-Episode von "Night On Earth" denken, wo es einen Bischof (oder war es gar der Papst?) auf der Rückbank eines Taxis dahinrafft.

Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr komme ich zu dem Schluss, daß die wahre Geschichte vom Tod des Künstlers Otto Piene in einem Berliner Taxi mindestens genauso verrückt ist wie die Rom-Episode von "Night On Earth". Und deswegen möchte ich mehr darüber erfahren! (Auch weil sämtliche Medien die Begleitumstände seines Todes nur am Rande erwähnen.)

Lieber Kollege, der Du diese letzte Fahrt mit Otto Piene gemacht hast. Bitte melde Dich bei mir! Ich bin auch für jeden Hinweis dankbar, der mich zu dem Kollegen führt. Schreib einfach eine mail an  taxi.berlin@gmx.de

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19.07.2014

SCHLAFEN IM ARTEMIS


Halenseestraße / früher Wilmersdorf / heute Charlottenburg-Wilmersdorf

Man kann wirklich im Artemis schlafen! Schlafen im Sinne von Übernachten. Es kostet sogar nur zwanzig Euro die Nacht. Ist allerdings ein Mehrbettzimmer. "Man" ist vielleicht nicht ganz richtig. Genau genommen können nur Frauen im Artemis übernachten - also Frauen die dort auch arbeiten. Würde mich nicht überraschen, wenn das bald ein neuer Trend nicht nur für Taxifahrer und Prostituierte sein wird: Schlafen am Arbeitsplatz.

Überhaupt haben Prostituierte und Taxifahrer heute schon vieles gemein. Beide sind irgendwie Luxus, oder besser "Luxusausgaben", an denen zuallererst gespart wird. Und wenn es bei denen nicht "läuft", kannst Du sicher sein, daß bei uns auch nichts "geht". Ob man diesen Satz einfach umdrehen kann (wenn bei uns nichts "geht", "läuft" bei denen auch nichts), halte ich zumindest für fraglich.

Der Riesenvorteil, den Du als Taxifahrer fraglos (zumindest im Moment noch) hast, ist: Das Nickerchen im Taxi ist kostenneutral.

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18.07.2014

DAS FINDET DER NIE ...


Tiefwerder Wiesen / Dorfstraße / früher Spandow / heute Spandau

Geheimtips soll man bekanntlich nicht verraten. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. In dem Fall der Spandauer Wasserbüffel kann eine solche Ausnahme gemacht werden, weil die sowieso keiner findet. Die einen sind viel zu sehr mit Party machen beschäftigt, und der Rest mit Chillen danach. Also wer bitte sehr sollte die finden? Vielleicht ein Taxifahrer? Aber welcher? Auf jeden Fall einer, der auch mal aus seinem Taxi aussteigt (und nicht nur zum Rauchen), denn vom Ende der Dorfstraße in Spandau (eine Sackgasse) sind es noch ein paar hundert Meter zu laufen. Aber wie findet man einen fähigen Taxifahrer? Mein Tip (ein echter Geheimtip!!!): Bestell einfach ein Taxi zu dir nach Hause! Denn da fallen die Taxifahrer schonmal raus, die Dienstleistung zwar groß schreiben, aber keine Bestellungen annehmen, weil sie selbst die einfachsten Adressen nicht finden. Und hat erstmal ein Taxifahrer bis zu dir gefunden, brauchst Du "nur" noch dieses kleine Quentchen Glück, daß er auch die Wasserbüffel in Spandau findet.
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17.07.2014

EIGENTLICH WOLLTE ER GAR NICHTS ...


Fahrziel / früher Lichtenberg / jetzt Lichtenberg

Eigentlich wollte er gar nichts dazu sagen, aber jetzt müsse er, weil doch alle was dazu sagen. Dabei hätte er gar nichts gesehen, wozu er was sagen könne, was aber niemanden interessiere, denn alle hatten plötzlich was gesehen. Nur was? ...  Mein Fahrgast war ehrlich verzweifelt, aber was konnte ich tun? Das Fahrziel hatten wir bereits vor einer halben Stunde erreicht und folgen konnte ich ihm schon lange nicht mehr ...

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16.07.2014

LASS DIR NICHTS EINREDEN


Werbung (Detail)

Keine Ahnung, woran es genau lag, aber mein Fahrgast fühlte sich genau von dieser Werbung in der Invaliden- Ecke Brunnenstraße angesprochen. In dem Moment konnte ich gar nichts dazu sagen, weil ich gerade beschäftigt war, und zwar mit Fahren. Und warum sollte ich auch ständig etwas zu sagen haben, wo ich gar nicht bezahlt werde dafür. Die Sache ging mir aber nicht aus dem Kopf, wie das manchmal so ist, und jetzt möchte ich ihm doch was sagen:

Lass dir bloß nichts einreden, und schon gar nicht von der Werbung. Warum solltest ausgerechnet du dich ändern, bist doch 'n toller Typ. Wenn ich's mir recht überlege, eine Ausnahme gäbe es, aber da willst du ja nicht hin. Und ich kann dich sogar verstehen, denn meine Erfahrungen mit dem Fernsehen sind auch nicht gerade die besten. Sind eben auch nur Menschen, die da beim Fernsehen ...

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15.07.2014

PATRIOTISMUS UND PROFIT


Erlaubter Patriotismus

Patriotismus in den USA und auch der Berliner Lokalpatriotismus sind schon lange legal, auch wenn bei letzterem in der jüngeren Vergangenheit versucht wurde, ihn mit dem Schwäbischen Lokalpatriotismus zu fusionieren, was aber nicht funktionieren konnte. Nicht funktionieren kann ebenfalls, würde man zumindest gemeinhin denken, daß der selbsternannte Anti-Patriot nach dem Fussball WM Sieg Deutschlands mit seinem Taxi losfährt, um von der nationalen Freude darüber zu profitieren. Und doch ist es passiert! Überraschend ist es aber keinesfalls, denn der selbsternannte Anti-Patriot ist dafür bekannt, daß er für Geld alles macht.

Genauso wie ein Dummer nie allein ist, kommt auch der selbsternannte Anti-Patriot selten alleine daher. Nein, der Anti-Patriot findet immer mindestens einen weiteren selbsternannten Anti-Patrioten, der ihm anerkennend auf die Schulter klopft, was er ansonsten aber auch gerne alleine erledigt. Soweit auch das keine Überraschung. Ein Armutszeugnis ist aber schon, daß der zweite Anti-Patrioten mehrerer Weltmeisterschaften bedurfte, um zwischen der Freude am Erfolg der "eigenen" Mannschaft und Nationalismus zu unterscheiden, und es letztendlich immer noch nicht begriffen hat.

Ich sehe jetzt schon, wo ich noch beim Schreiben bin, dein ungläubiges Gesicht fragend vor mir: Was sollst du nicht begriffen haben? Ich will es dir sagen: Wieso hast du Zweifel, daß es die "eigene" Mannschaft ist? Es ist auch deine Mannschaft! Warum sollen sich nur "Gruppen von Türken, Arabern, Asiaten" freuen dürfen und nicht auch du? Und wieso bist du dir sicher, daß diese "Gruppen" keinen deutschen Pass haben? In Wahrheit bist du der "stumpfe Rassennationale", denn bei dir darf sich nur der über den Fussball Weltmeister Deutschland freuen, der kein Deutscher ist.

Bleibt die Frage, was der erste selbsternannte Anti-Patriot mit dem vielen Geld macht, das er mit seinem Taxi in der Nacht nach dem Sieg der deutschen Mannschaft gemacht hat? Ich schlage vor, einfach mal mutig zu sein, wenigstens einmal aus der eigenen geistigen Beschränktheit auszubrechen, und auf Deutschland zu trinken.

Prost!

PS: Nach deiner Logik darf ich nicht nur sowas schreiben, sondern mich sogar freuen, weil ... na du weißt schon.

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14.07.2014

DER TAXI DIKTATOR oder NO TAXI FOR YOU


Aber Ordnung im Taxi muss sein ...

Nach zwanzig Jahren auf den Berliner Straßen und Plätzen ist es Zeit, mein Profil zu schärfen. Hintergrund ist, daß ich mich nach Berichten in Zeitung, Funk und Fernsehen vor Anfragen kaum noch retten kann. Zeit also, einmal klar zu sagen, wer ich bin und was ich will:

Man nennt mich (nicht umsonst!) in Berlin auch den "Taxi Diktator", wobei die Inspiration durch den New Yorker "Suppen Nazi" (es gibt ihn wirklich!) nicht von der Hand zu weisen ist. Mein Taxi ist mein kleiner privater Gulag, ich bin der "Gulag-Manager" (GM), und wie es sich für den Berliner "Taxi Diktator" gehört, bin ich chronisch schlecht gelaunt

Was heißt das jetzt für Dich als Fahrgast? Worauf solltest Du dich gefasst machen, womit darfst Du rechnen und zu welchem Preis? Ich beginne der Einfachheit halber mit dem Ausschlussverfahren, was beim "Taxi Diktator" im "Gulag Taxi" alles nicht geht:

Prinzipiell und ausschließlich wird im "Gulag Taxi" bar (also cash!) und im Voraus (in advance!) bezahlt. Somit sind Fahrten "erstmal zum Bankautomaten" von vornherein ausgeschlossen. Offizielle und alleinige Amtssprache ist Deutsch. Es wird in ganzen Sätzen und (seitens der Fahrgäste) nur im Flüsterton gesprochen. Wessen Wortschatz sich ausschließlich auf das Wort "Kurzstrecke" beschränkt, kommt beim "Taxi Diktator" und seinem "Gulag Taxi" nicht weit.

Beim Einsteigen sollte auf Begrüßungsfloskeln à la "How are you?" verzichtet werden! (Der "Gulag Manager" erzählt sonst gerne und von Herzen von seinen Mördergruben ...) Das Fahrziel ist deutlich und auf Deutsch zu nennen: Straße, Hausnummer, Stadtbezirk! Danach anschnallen und Schnauze halten, damit sich der "Taxi Diktator" auf's Wesentliche, also auf's Fahren, konzentrieren kann.

Grundvoraussetzung für den Einstieg ins "Taxi Gulag" ist aber nicht nur, genau zu wissen, wo man hinwill. Nein, denn wer nur jemand zum Quatschen oder gar Vollquatschen sucht, dem kann es passieren, daß er genauso wie beim "Suppen Nazi" ("No Soup for you!") auch im "Gulag Taxi" dafür die Höchststrafe bekommt: "No Taxi for you!"

"Taxi Diktators" goldenen Regeln für's "Gulag Taxi":
1. Cash only 
2. Im Voraus
3. Kein Bankautomat
4. Straße / Hausnummer / Stadtbezirk
5. Nur Flüstern und auf Deutsch
6. Anschnallen
7. Null Gequatsche

Warum sollte sich nun jemand zum "Taxi Diktator" ins "Gulag Taxi" verirren, fragst Du Einfältiger dich. Einfältig deswegen, weil Du offensichtlich noch nie die Suppen vom "Suppen Nazi" probiert hast. Ich habe es, ich weiß wovon ich rede: Einfach phantastisch!

Zugegeben, das beantwortet noch nicht die Frage, warum jemand beim "Taxi Diktator" einsteigen sollte. Nun kann ich schlecht (so wie andere) mich selber loben. Vielleicht fragst Du einfach mal Fahrgäste, die schon mal mit mir gefahren sind.

Solltest auch Du irgendwann auf den Geschmack von "Gulag Taxi" gekommen sein (Warnung: Passiert schneller als man/frau denkt!), dann bring doch bitte gleich 'ne Seite im Internet an den Start. Wie die heißen könnte? Hm, wie wär's mit: "Der Taxi Diktator von Berlin" Oder: "Im Taxi mit dem Gulag Manager" ...

Lass Dir was einfallen!!!

PS: Immer wieder werde ich von Leuten via Facebook&Co kontaktiert, wo ich aber nicht bin und auch nicht sein werde. Deswegen schreib besser 'ne e-mail an: taxi.berlin@gmx.de

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NIETZSCHE ÜBER SNOWDEN


Wer war eigentlich Nietzsche?

Er hätte gerade ein Déjà-vu - die Rede ist von Big Brother und meinem Fahrgast. Der hatte als gelernter Ossi die Überwachung sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen und meinte, daß wann immer ein Unrecht aufgedeckt wird, dieses Unrecht sogleich einer höheren Sache dient. Egal ob Kommunismus oder Kapitalismus, unsere Überwachung dient nur unserer eigenen Sicherheit. Einen Unterschied gäbe es allerdings, und den kannte bereits Nietzsche:

"Nicht wenn es gefährlich ist, die Wahrheit zu sagen, findet sich am seltensten Vertreter, sondern wenn es langweilig ist."

Zitat Nietzsche
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EIN GRUND ZUR FREUDE?


Fussballer Frauen

Ob sie sich in meiner Taxe freuen dürften, weil Deutschland Fussball Weltmeister geworden ist, wollten die drei Fussballer Frauen (Szene nachgestellt) ausgerechnet von mir wissen, wo ich doch gar kein richtiger Deutscher bin. Aber gut, wer ist das schon ...

Was ich ihnen geantwortet habe? Zur Sicherheit, heutzutage weiß man nie, geht ihr vielleicht besser in 'nen Keller zum Freuen.

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13.07.2014

TODAY'S SPECIAL: WILDSCHWEIN BURGER


McDonald's / Clayallee / früher Zehlendorf / jetzt Steglitz-Zehlendorf

Ich kann es nicht oft genug betonen: Ich fahre überall! (Und nicht immer zurück zu einer bestimmten Taxihaltestelle!) Das ist nicht selbstverständlich heutzutage. Trotz Navi. Oder sollte man besser sagen: Wegen dem Navi? Ich kann das nicht beurteilen - ich habe kein Navi. Ich fahre mit Stadtplan. Lange Rede - kurzer Sinn. Ich wollte mit diesem Beitrag nur kurz darauf aufmerksam machen, was man als Taxifahrer so alles verpasst, wenn man nur eine Taxihaltestelle kennt. (Von unseren lieben Besuchern ganz zu schweigen. Die verpassen sowieso immer das Beste.) Beispielsweise heute Abend die leckeren Wildschwein-Burger bei unseren amerikanischen Freunden ...

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12.07.2014

GUTE FRAGE


Was wohl Herr Litfaß dazu sagen würde?

Sie waren extra aus Paderborn angereist, die beiden Party-Mäuse, um ausgerechnet von mir wissen zu wollen, ob Sisyphos eine Disco wäre. Hm, gute Frage! Um ehrlich zu sein: Ich überlege immer noch ...

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11.07.2014

SCHLIMMER GEHT'S IMMER


Warschauer Str. / früher Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Bald kommen nun auch sie nach Berlin: die Spießer! Dabei dachte ich immer, die wären alle schon da. Nun gut, Spießer gibt es bekanntlich ohne Ende. Aber wer könnte mit diesen "neuen" Spießern von morgen gemeint sein? Vielleicht die Party People von gestern ...

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10.07.2014

"DER FEIND IN MEINEM BETT"


So sieht er aus!

"Der Feind in meinem Bett" ist zugegebenermaßen nicht von mir. Und doch stimmt es - fast! Vorausgesetzt, man lässt "die Straße" als "mein Bett" durchgehen. "Der Feind" fährt "by the way" Fahrrad. Hören tut er allerdings nichts. Schuld daran ist aber nicht er. Schuld daran sind die Kopfhörer auf seinen Ohren. Lenken kann er übrigens auch nicht! Wie sollte er lenken können, wenn seine Hände gar nicht am Lenkrad sind? Du willst wissen, wo seine Hände sind? Wie altmodisch bist Du denn? Glaubst Du etwa, sein I-Phone bedient sich von alleine?!?

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09.07.2014

WERBUNG VERSTEHEN (FORTSETZUNG)


Viel "Erfolg"!

Viele Leute denken, daß nur Taxifahrer jeder werden kann. Dabei stimmt das gar nicht, wie obige Anzeige beweist. Auch Account Manager können dumm wie Stroh sein. Um genau zu sein, sollen sie es sogar. Und für den Lebenslauf interessiert sich, genauso wie für den Werdegang Berlins übrigens, sowieso keine Sau. Geschichte war gestern ...

Was bleibt ist die "überdurchschnittliche Verdienstmöglichkeit." Die ist natürlich wichtig. Und hier schließt sich der Kreis zu einigen Taxifahrern, die nichts besseres zu tun haben, als den Account Managern hinterherzurennenfahren. Kennen sie denn die "Geschichte vom Hasen und Igel" nicht? Vielleicht sind sie doch dümmer als sie denken ...

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08.07.2014

"ICH BIN AUCH KOMISCH GEWORDEN"


Kantstraße / früher Charlottenburg / heute Charlottenburg- Wilmersdorf

"Ich bin auch komisch geworden", ist eine nicht hoch genug einzuschätzende Selbsterkenntnis des Kollegen XYZ. Kollege XYZ meint damit aber nicht nur, daß er seit Neuestem "karchert." Unter "karchern", was ich bisher nicht kannte, ist die äußerliche Hochdruckreinigung des Taxis mittels "Karcher" gemeint. Wichtig zu wissen in diesem Zusammenhang ist, daß man zwar erstmal fünfunddreißig (35) Euro bezahlt, aber für fünfzig (50) Euro "karchern" kann. Soviel zum "Karchern."

Kollege XYZ geht aber noch einen Schritt weiter. Kollege XYZ "karchert" nicht nur von außen sondern reinigt auch den Innenraum von seinem Taxi, allerdings ohne "Karcher" sondern mit der Hand. Das Ziel von Kollege XYZ ist, und spätestens jetzt verstehst vielleicht auch Du die Selbsteinschätzung von Kollege XYZ, daß er mit weißer Hose Taxi fahren will, und die, gemeint ist die weiße Hose, auch nach einem kompletten Wochenende immer noch weiß sein soll.

Nach kurzem Überlegen schlug ich dem Kollegen XYZ vor, dann besser gleich nackt Taxi zu fahren, einfach weil nackte Männer (Foto) gerade voll im Trend liegen (ein nackter Fahrer im Taxi - das wär's doch!), und er damit unter Umständen einen neuen Trend "setten" würde. Kollege XYZ wollte aber von all dem nichts wissen. Offensichtlich ist er doch (noch) nicht komplett komisch geworden ...

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07.07.2014

WOZU FAHRGÄSTE AUCH GUT SIND ...


Soccer aka Fussball

Zum Glück gibt es die Fahrgäste, die mich immer wieder in die Welt des real existierenden Kapitalismus zurückholen. Ehrlich gesagt glaubte ich bis gestern wirklich, daß es beim Fussball spielen um den Ball gehen würde. Dabei stimmt das gar nicht mehr! Beim Fussball heute geht es darum "sie psychologisch fertigzumachen." Gemeint ist übrigens der Gegner, und derjenige, der das gesagt hat, hat auch gleich noch verraten, wie er's gemacht hat. Das ganze liest sich wie aus dem Handbuch der NSA: "Ich wollte nur in ihre Köpfe kommen, das hat funktioniert." Das stimmt sogar, und deswegen muss er sich auch keiner Schuld bewusst sein: "Ich habe nichts falsch gemacht ..."

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06.07.2014

ES GIBT TAGE, DA BLEIBT EINEM NICHTS ERSPART


"Extrem Chill Festival"

"Chill mal" höre ich zwar gelegentlich in meiner Taxe, aber ehrlich gesagt weiß ich nicht, was genau damit gemeint ist. (Mit Chili oder irgendwelchen "scharfen Sachen" scheint es jedenfalls nichts zu tun zu haben! Es muss eher etwas vergleichsweise Banales sein.) Ich schreibe das auch nur, damit Du mir wirklich glaubst, daß ich mit "Extrem chill" nichts anfangen kann. (Hört sich für mich am Ehesten nach einer neuen Kampf-Sportart an! Aber kann es denn eine banale Kampf-Sportart überhaupt geben?) Was es auch immer sein mag, Berlin wird heimgesucht davon. Und das nicht nur einen Tag lang, nein, das gesamte Wochenende! Gut, ich bin ein offener Typ. Aber da muss man auch vorsichtig sein heutzutage. Denn wer für alles offen ist, kann bekanntlich nicht ganz dicht sein. Ich hoffe nur (da bin ich ganz egoistisch), daß es nicht wieder dieses Ding ist (was mir die Werbung irgendwie suggeriert), wo alle Gays die ganze Zeit mit offenem Hosenstall durch die Stadt laufen ...

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05.07.2014

VON GENDER UND GENDERINNEN


PersonIn im Rock

Wegen der gelben Farbe dachte ich anfangs, daß es hier irgendwie ums Taxifahren geht. Tut es aber nicht. Die Verwendung des Begriffs "MigrantenInnen", den mein Schreibprogramm (glücklich, wer ein solches sein Eigen nennt) als Fehler erkennt, lässt mich vermuten, daß es etwas mit "Gender" (erkennt mein Schreibprogramm auch als Fehler) zu tun haben könnte. Über "Gender" hatte ich bereits geschrieben, weswegen ich es an dieser Stelle nicht wiederholen möchte. "Gender" geht davon aus, daß alles anerzogen ist, beispielsweise auch unsere Kleidung, was folgende Fragen aufwirft:

Warum ist, obwohl von "MigrantInnen" die Rede ist, nur eine PersonIn abgebildet, und wieso trägt diese PersonIn einen Rock? Wäre es nicht sinnvoller, wenn ich von der Mehrzahl schreibe, dann auch mehrere "MigrantInnen" sowohl im Rock als auch in Hose abzubilden?

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04.07.2014

PARKEN IM PARADIES (FORTSETZUNG)


Auch das Paradies ist nicht mehr das, was es mal war ...

Ich hatte schon darüber geschrieben, daß man heutzutage nur einmal etwas länger schlafen braucht, um von unangenehmen Entwicklungen überrascht zu werden. Leben ist eben Veränderung. Das wusste schon Buddha, aber der hatte auch kein Auto! Was Buddha wohl zur Parkraumbewirtschaftung sagen würde? Von Jesus wissen wir es: "Gib dem Kaiser, was des Kaisers ist!" Und der hatte immerhin 'nen Esel!

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03.07.2014

TODESSTREIFEN FOR SALE FÜR ALLE


East Side / Mühlenstraße / früher Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr bin ich davon überzeugt, daß jeder seinen eigenen kleinen Todesstreifen haben sollte. Mein Todesstreifen ist mein Taxi. Mehr kann ich mir nicht leisten. (Was es mit meinem kleinen Todesstreifen auf sich hat, erfährst Du demnächst auf dieser Seite. Ich möchte nicht zuviel versprechen, aber dranbleiben lohnt sich!)

Früher wollten alle Leute im Prenzlauer Berg wohnen. Aber wie langweilig ist das denn! Sag heute mal jemandem, daß Du im Prenzlauer Berg wohnst. Der wird Dich auslachen! Auch Mitte ist nicht mehr das, was es mal war. Mitte ist sozusagen Titte! Aber was bleibt dann noch? Nach Marzahn will keine Sau! (Gibt ja keinen echten Todesstreifen in Marzahn!) Bleibt also nur Friedrichshain!

Aber einfach nur Friedrichshain - das kann doch jeder! Und Du willst dich ja abheben von der Masse. Am Liebsten würdest Du dir natürlich deinen eigenen kleinen Fernsehturm bauen - im Friedrichshain. Aber wer soll den bezahlen, wenn es schon beim eigenen kleinen Todesstreifen mit der Kohle klemmt ...

Oder was ist der Grund, daß noch nicht all die kleinen Todesstreifen (Foto) an der East Side verkauft sind?

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02.07.2014

PARKEN IM PARADIES


Am Ostkreuz / früher Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Einmal etwas länger geschlafen, und schon hast Du so 'ne Grabbelbox "Sparbüchse" (Foto) vor der Tür, die nur dein Bestes will - nämlich dein Geld. Ob Du mit trockenen Füßen rankommst, interessiert mal wieder niemanden. Ich jedenfalls hab zur Sicherheit neben meinem Bauhelm auch immer mindestens ein Paar Gummistiefel in der Taxe. Man weiß ja nie ...

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01.07.2014

DONAU UND ANDERE DELTA IN BERLIN


Thaerstraße / früher Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Unter den Taxifahrern gehöre ich zu denen, mein gestriger Eintrag beweist das, die immer etwas dazulernen möchten. Das ist nicht selbstverständlich, selbst für Taxifahrer nicht. Auch hier gibt es die, die nur eine Taxihalte kennen, wohin sie immer zurückfahren. Diese "Kollegen" nennt man, analog zum "Fluchtenmaurer", der nur gerade Wände und keine Ecken mauern kann, "Schluchtenfahrer".

Ich gehöre wie gesagt nicht zu ihnen. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten: Mir entgeht nichts in meiner Stadt! So zum Beispiel das "Yoga Delta" bei mir im Kiez. Dachte ich bisher, ein Delta gäbe es nur für Flüsse und vielleicht noch für das weibliche Geschlechtsorgan, weiß ich heute schon wieder mehr. Aber nicht nur das! Nein, ich weiß jetzt auch, wo "Dein Körper ein Zuhause" ist - oder so ...

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