17.06.2014

KUNST, DIE MANN UND AUCH FRAU VERSTEHT


Umsonst und draußen

Immer wieder werde ich von meiner Kundschaft zum Thema Kunst befragt. Keine Ahnung woran das liegen mag. Offensichtlich kommen immer mehr Künstler und auch Kunstinteressierte nach Berlin. Jedenfalls sind meine Fahrgäste in dieser Frage bei mir an der richtigen Adresse. In den meisten Fällen muss ich richtige Aufklärungsarbeit leisten, weil viele meiner Kunden wirklich glauben, daß alles das Kunst ist, was sie nicht verstehen. Dabei stimmt das gar nicht, auch wenn uns das immer eingeredet wird, gerade auch von den Medien.

Genau genommen ist es gerade umgedreht, oder war es zumindest früher. Kunst will verstanden werden. Und wenn Kunst nicht verstanden wird, so liegt das in der Regel am Künstler und nicht am Kunstinteressierten. Bleibt noch die Frage, warum so viele Künstler heute nicht verstanden werden wollen. Zum einen, und spätestens hier beißt sich die Katze in den Schwanz, weil natürlich auch die vermeintlichen Künstler über das Kunstverständnis bescheid wissen, wo alles das als Kunst angesehen wird, ich erwähnte es bereits, was keine Sau versteht.

Wir sollten es uns aber nicht zu einfach machen und nur diese simple Wahrheit als einzige Erklärung für dieses Phänomen akzeptieren. Das ist sozusagen nur die Oberfläche, oder eben die Scheinwelt, in der wir uns Tag für Tag bewegen. Fakt ist nämlich auch, daß Kunst immer auch Neurose ist und als solche verstanden werden muss. Sicherlich werden jetzt einige ungläubig aus der Wäsche schauen und eine Erklärung verlangen. Aber sind das nicht die selben, die bisher ohne weiteres akzeptierten, daß es Kunst sein muss, wenn sie es nicht verstehen? Warum sollten ausgerechnet sie jetzt eine Beweisführung des Gegenteils verstehen können?

Aber ich will nicht Gleiches mit Gleichem vergelten und zumindest einen weiteren Aufklärungsversuch wagen. Kunst ist immer auch Selbsterfahrung mit dem Ziel herauszufinden: Wer bin ich? Wer das nicht wahrhaben will, dem ist sowieso nicht zu helfen! Aber wer herausgefunden hat, wer er ist, hört automatisch auf ein Künstler sein zu wollen. Warum? Ganz einfach: Er braucht kein nach Aufmerksamkeit heischendes Kind = Künstler mehr sein, weil er er selbst und erwachsen sein darf - dann aber auch muss!

Abweichend von der sonst üblichen Praxis, pro Tag nur ein Foto zu veröffentlichen, möchte ich heute fünf zeigen, obwohl bekanntlich schon eins mehr sagt als tausend Worte. Der Grund ist aber nicht, weil diese Kunst (Fotos) nach alter Berliner Tradition "umsonst und draußen" auf dem Gelände des Klinikum Westend zu bestaunen ist, sondern weil es sich um die vier Musen eines glücklichen Menschen (Foto oben) handelt, was sowohl Mann als auch Frau verstehen kann.




im Klinikum Westend

Foto&Text Taxi Berlin

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