27.05.2014

VEGANZ REIMT SICH AUF PENETRANZ


Helsingforser Ecke Warschauer / früher Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Auch ich ernähre mich gerne gesund. Deswegen war auch ich schon mal im Bio-Laden. Daß ich dort kein Stammkunde bin, liegt nicht an dem eigenartigen Geruch, der diesen Läden eigen ist; und auch nicht nur daran, daß mein überschaubares Einkommen als Taxifahrer regelmäßige Besuche der heiligen Bio-Hallen eher ausschließen. Aber ich will mich nicht beklagen - ganz im Gegenteil! Denn die Leute, die ich in solchen Bio-Tempeln immer antreffe, sind mir irgendwie zu speziell, und man darf sie auch nicht überdosieren. Das zumindest ist meine kurze Konklusion nach zugegeben nur oberflächlichen Berührungen mit dieser eigenartigen Ersatzreligion der guten Ernährung. Ihre Anhänger sind mir, das muss der Wahrheit wegen gesagt sein dürfen, einfach zu gut drauf (und das auch noch permanent!). Welcher echte Berliner, dessen Markenzeichen bekanntlich die schlechte Laune ist, soll das aushalten? Und dann, das herauszufinden war allerdings ein Prozess, geht es beim Besuch dieser heiligen Hallen offensichtlich nicht nur ums gesund Einkaufen, sondern auch ums Sehen und Gesehen werden. (Motto: Schau her, was ich mir Gutes leisten kann!) Und da bin ich, der sich wegen seiner immer größer werdenden Berühmtheit bereits hinter dem Pseudonym (nicht Synonym!) TaxiBerlin verstecken muss, um nicht immer und überall Autogramme (natürlich nicht anonyme!) und kostenlose Kurzstrecken verteilen zu müssen, natürlich völlig verkehrt …

PS: Fast hätte ich das Wichtigste vergessen. Bio, das ist zumindest meine Erfahrung, heißt nicht, daß das Zeug nach irgendwas schmecken würde. Wo kommen wir denn da hin, wenn die Tomate plötzlich wieder noch Tomate schmeckt?! Das ist doch voll Neunziger, ach, was sage ich, Achtziger - mindestens!

Foto&Text TaxiBerlin

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