24.04.2014

AN DIE NACHGEBORENEN UND ZUGEZOGENEN


Als Gebet zu sprechen

I
Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten
Der Lachende hat die furchtbare Nachricht
Nur noch nicht empfangen
Der dort ruhig über die Straße geht
Ist wohl nicht mehr erreichbar für Menschen
Die in Not sind?
Es ist wahr: ich verdiene noch meinen Unterhalt
Aber glaubt mir: das ist nur Zufall!
Zufällig bin ich verschont
(Wenn mein Glück aussetzt, bin ich verloren)

II
In die Stadt kam ich zur Zeit der Unordnung
Als alles möglich war
Unter den Menschen war ich ohne Geld
Weil für Geld bekam man nichts
Mein Essen aß ich aus der Hand
Schlafen legte ich mich mit Frauen
Auch die Liebe war umsonst
Die Zukunft sah ich ohne Ungeduld
Wir fuhren immer geradeaus
Baustellen gab es nirgendwo
Die Kräfte waren unendlich
Das Ziel zum Greifen nah
Selbst Wohneigentum
Verschmähten wir
So  verging die Zeit
Die auf Erden mir gegeben war

III
Ihr, die ihr aufgetaucht seid aus dem Nichts
Das wir wohl übersehen haben müssen
Leider!
Denkt nicht nur ans Geld verdienen
Sondern auch an die schöne Zeit
Die ihr leider verpasst habt
Auch wir machten Party
Bloß ohne Eintritt
Verabredeten uns
Ohne Handy
Fanden zueinander
Ohne Google
Wir "likten" uns nicht nur virtuell und klickten
Nein, wir hatten noch richtig Verkehr und ...

Ihr aber, wenn es so weit sein wird
Daß der Mensch dem Menschen ein Helfer ist
Gedenkt unserer
Mit Nachsicht

Text frei nach BertBrecht
Foto TaxiBerlin

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